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Sie belügen sich doch auch7 Diät-Durchhalteparoli

Die Diät halten sie am Ende doch nicht durch. Und auch wenn Sie eine Diät durchhalten, grüsst schon der Jojo-Effekt. Schuld ist unser Kopf. Überlisten wir ihn.

Auch wer sich eine Diät vornimmt, landet oft vor dem vollen Kühlschrank!

Julie kennt ihre Freundin Leonie nun schon seit zehn Jahren. Die beiden sind unzertrennlich. Schnulzige Kinofilme sind ihre Leidenschaft. Ausgestattet mit Taschentüchern und Popcorn schmelzen Sie dahin. Im Sommer skaten Sie zum Eiscafé. Am Wochenende werden die Nacht in Clubs durchgefeiert. Mit ihrer Lockenmähne, ihren hübschen Sommersprossen und ihrer gewitzten Art verdreht Leonie dabei so einigen Männern den Kopf. Nur der Beau aus dem Büro nebenan möchte nicht so recht. «Weil ich Ihm nicht schlank genug bin», glaubt Leonie.

Schräge Ernährung: Mayo-Diät bis Hollywood-Star-Diät

Mit Leonie hat Julie schon viel erlebt, aber eins bleibt immer gleich: Leonie ist mit ihrem Gewicht unzufrieden. Dabei hat sie schöne weibliche Rundungen. Das eine oder andere Fettpölsterchen will sie aber trotzdem abnehmen und vor allem kein weiteres zulegen. So verkündet Leonie schon seit zehn Jahren den gleichen Vorsatz. Und meistens bleibt es dabei, beim Vorsatz. «Ich meine das völlig ernst!» sagt Leonie dann, wenn Julie schmunzelt. Leonie hat viel in Sachen Ernährung ausprobiert: FDH, Kohlsuppen-Diät, Schroth-Kur, Mayo-Diät, die Hollywood-Star-Diät. Nichts will so richtig klappen.

Schuld ist unser Kopf!

Meist ist es unser wichtigstes Organ, das Diäten sabotiert, erklärt Hirn- und Stressforscher Achim Peters in seinem Buch «Das egoistische Gehirn». Weil das Hirn ständig nach Zucker verlange – das Hirn verbraucht die Hälfte unseres täglichen Zuckerbedarfs, in stressigen Situationen sind es sogar bis zu 90 Prozent – wehre es sich es sich bei strenge und einseitige Diäten, die unsere Energiezufuhr an der kurzen Leine halten. Glucose, also Zucker, ist der wichtigste Energiespender für unser Gehirn. Berauben wir es darum, reagiere es prompt, in dem es uns müde, gereizt und unruhig macht. Das letzte Mittel an die fehlende Energie zu kommen sind Hungerattacken. Der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Vermutlich deshalb halten wir Abnehmkuren, die unser Essverhalten kurzfristig brachial umkrempeln nur kurz durch und landen wir wieder im altem Ess-Trott. Wir zeigen Ihnen typische Essgewohnheiten, an denen das Abnehmen immer wieder scheitert- und die uns sehr bekannt vorkommen!

Daran erkennen Sie falsche Diät-Versprechen

Einer dieser Punkte ist noch kein ausreichendes Indiz für die Scharlatanerie dieser Diät-Versprechen bei zwei oder mehreren ist von dieser Diät unbedingt abzuraten.

  • Die tägliche Energiezufuhr beträgt weniger als 1200 Kcal
  • Die Mahlzeiten sind einseitig oder verbieten bestimmte Kombinationen
  • Negativen Kalorien und Fatburner sind ein wesentliches Schlüsselelement
  • Sie sollen jede Woche mehr als 500g abnehmen
  • Der Diätanbieter wirbt mit Bildern von jetzt schlanken vormals übergewichtigen Kundinnen oder Erfahrungsberichten
  • Der Diätanbieter verspricht Ihnen, dass Sie danach nie wieder zunehmen.
  • Die Diät ist ausschliesslich über das Kaufen bestimmter Produkte möglich
  • Das Teilnehmen an der Diät verlangt von Ihnen das Abschliessen eines Vertrags.

Crash-Diäten bringen gar nichts

Wie oft hatte Leonie schon eine Frauenzeitschrift in der Hand und gesagt: «Die Diät ist super, die probiere ich jetzt aus!» Nur zu gut kann sich Julie an Leonies Apfelessig-Diät erinnern, bei der sie fröhlich einen essigsauren Obstsalat löffelte. Oder die Mittelmeer-Diät, bei der Leonie nur noch Pasta «Frutti di Mare» ass. Doch nach kurzer Zeit hat Leonie die Diäten wieder aufgegeben. Ihre Null-Diät hielt sie zum Glück nur zwei Stunden aus. Dabei hätte sich Leonie die Mühe sparen können: Crash-Diäten bringen gar nichts. Denn der Körper nimmt durch eine Blitz-Diät nicht nachhaltig ab. Im Gegenteil: Er kommt dadurch noch mehr aus dem Gleichgewicht.

Tipp:  In der Ruhe liegt die Kraft. Alle seriösen Ernährungswissenschaftler empfehlen eine langfristige Umstellung auf eine gesunde Ernährung. Grundsätzlich gilt: Täglich drei ausgewogene Hauptmahlzeiten und viele ungesüsste Getränke und das Abnehmen kommt mit der Zeit. Die Schweizerische Gesellschaft für Ernährung hat ein praktisches Merkblatt zum gesunden Abnehmen zusammen gestellt. Hier geht`s zum Download.        

Diät ohne Waage: Lieblingsjeans ist ein besseres Mass!

Regelmässig berichtet Leonie von ihren Traumata auf der Waage: «Zwei Kilo habe ich zugelegt! Dabei habe ich so viel Sport gemacht.» Das Ergebnis nimmt Leonie schnell wieder die Motivation. Um ihre Stimmung aufzuhellen, nascht sie Schokolade. Dabei sollte Leonie sich nicht unbedingt auf eine Waage stellen, um zu sehen, ob die Diät klappt.

Tipp: Besser misst sich der Sporterfolg am Taillenumfang. Denn ein Kilogramm Fett hat dreimal so viel Volumen wie ein Kilogramm Muskeln. Am besten Sie nehmen Ihre Lieblingsjeans als Messband. Sitzt diese nach ein paar Wochen Sport und gesunder Ernährung wieder besser, ist das ein bereits ein sehr guter Diät-Erfolg. 

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Abnehmen kann so scharf sein!

Julie und Leonie geniessen das Leben und verzichten auch nicht auf süsse Versuchungen. Nach dem Naschen folgt dann prompt das schlechte Gewissen. Dabei ist das Unsinn. Fett und Zucker braucht der Körper. Wenn die beiden gerade von einem Shoppingmarathon kommen, erst recht: Ausdauersportlerinnen brauchen Energie. Jedoch sollten die beiden auch mal etwas Scharfes probieren: Der Schärfestoff «Capsaicin» in scharfen Pflanzen und Gewürzen kurbelt den Stoffwechsel an und fördert die Fettverbrennung.

Tipp: Schauen Sie doch zur Abwechslung bei einem Thai-Restaurant vorbei. Ein scharfes Thai-Curry gibt dem Stoffwechsel einen guten Kick. Doch auch mit kleinen Schärfe-Einheiten können Sie Süsses geniessen: Ein heisser Chili-Kakao im Café oder ein Limette-Ingwer-Cocktail in der Bar wirkt erregend und scharf und süss passen wunderbar zusammen.  

Viel um die Ohren? Genügend Schlaf ist wichtig beim Abnehmen!

Leonie arbeitet engagiert, geht gerne aus und hat viele Ideen im Kopf. Manchmal mangelt es deshalb etwas an Schlaf. Doch das ist nicht gut für das Körpergewicht. Schlafmangel bringt das Hormonsystem durcheinander. Dadurch kann sich das Sättigungshormon Leptin verringern und stattdessen wird das Hungerhormon Ghrelin ausgeschüttet.

Tipp: Neben Job, Familie und Freunden sollten Sie sich auch genügend Ruhe und Zeit für sich gönnen. Mit einer Runde Yoga können Sie sich genügend auspowern, aber auch zu ihrer inneren Mitte finden und beruhigt schlafen. 

Party am Wochenende: Alkohol ist ein Diätkiller

Am Wochenende werden die Nächte durchgetanzt! Leonies Spezialgebiet ist die Cocktailbar: Ein Cocktail aus Rum, Maracujasaft, Orangensaft und Nusslikör? Oder doch lieber Gin, Creme de Menthe, Zitronensaft und Zuckersirup? Leider stecken in alkoholischen Getränken nicht nur Kalorien, sondern sie hemmen auch den Fettabbau. Ein Bier enthält 42 Kalorien, ein trockener Weisswein 69 Kalorien und ein Caipirinha bereits 144 Kalorien.

Tipp: Wechseln Sie dafür lieber ein alkoholisches Getränk mit einem Glas Wasser. Der Körper freut sich, dass er beim vielen Tanzen genügend Flüssigkeit bekommt und die Kalorienzahl wird halbiert. Und der Kopf schmerzt am nächsten Tag auch nicht so sehr! 

Dazwischen gefunkt: Naschereien zwischen den Mahlzeiten

Wie oft haben Julie und Leonie schon mühselig Gemüse in der Küche klein geschnitten, um etwas Gesundes zu snacken. Doch nachdem Leonie auf dem zwanzigsten Karottenstreifen herumgekaut hat, hat sie es satt und packt doch die Chips aus. Mittlerweile raten einige Ernährungswissenschaftler davon ab, Rohkost zu knabbern anstatt Chips zu naschen. Jemand, der Lust auf Salziges hat, wird wohl kaum mit einem Gurkenstreifen zufrieden sein. Denn Genuss am Essen ist für das Durchhalten einer langfristigen Diät enorm wichtig.

Tipp: Wenn Sie die Gelüste überkommen sollten Sie nicht krampfhaft auf Snacks verzichten, sondern sie mit kalorienärmeren Snacks ersetzen: Salzbrezeln statt Chips, süsse Erdbeeren statt Schokolade. So bleibt der Genuss, aber die Kalorien sind reduziert.

Foto: Hemera

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