Büro-TalkWas Männer sagen und Frauen meinen

Männer kommunizieren klar, einfach und halten sich nicht immer lange mit Höflichkeitsgeplänkel auf. Frauen vermuten dagegen hinter jedem Satz mindestens zwei Bedeutungsebenen. Fünf typische Büroszenen zwischen Männern und Frauen und wie sie einander besser verstehen.

Kommunikationstraining: Männer verstehen

Haben Sie sich schon mal gefragt, warum Sie gute Arbeit leisten und Sie trotzdem keiner lobt oder auf den Gedanken kommt ihr Gehalt zu erhöhen? Weil Sie eine Frau sind? Wahrscheinlich nicht. Sondern, weil Sie, wenn Sie denn gelobt werden, das Lob sowieso nicht annehmen können («Ach das alte Kleid, das hängt schon lange bei mir im Schrank!»). Oder, weil sie gar nicht erst nach einer Gehaltserhöhung gefragt haben. Erwischt!

Die Strategie des mysteriösen Beleidigtseins können Sie daheim mit Ihrem Liebsten abziehen. Schmollen, dass er Ihren Jahrestag vergessen hat und wenn er dann fragt was ist, sagen Sie: «Nichts.» Und er: «Na dann kann ich dir auch nicht helfen.» und spielt weiter Poker am PC bis es zu spät ist um noch irgendwas Schönes zu unternehmen. Die Männer haben natürlich auch Ihren Anteil und könnten uns Hobby-Gedankenleserinnen mal etwas mit mehr Fantasie entgegenkommen. Aber es ist immer besser, wenn man bei sich anfängt.

Maren Hofmann vom Manager Magazin hat typische Kommunikationssituationen aus dem Büroalltag geschildert, in denen Frauen wie Männer typischerweise unterschiedlich Erwartungen und Reaktionen zeigen. Wir übersetzen das mal für Sie.

Männer verstehen: Fünf Szenen aus dem Büroalltag

Sie müssen einem untergeordneten Kollegen eine unangenehme Aufgabe zuweisen. Wie stellen Sie das geschickt an, ohne dass er Ihnen das nachträgt?

Gar nicht. Sie sind die Chefin, es ist sein Job! Sagen Sie nicht «Bitte», sondern «Das wird jetzt gemacht!». Wenn Sie Ihre Forderung hinter «Bitte könnten...hätten... würden Sie freundlicherweise...» verpacken oder gar sagen: «Es tut mir leid, aber...», kommt es auch so rüber. Nämlich, als ob Sie ihm etwas auftragen, dass man vielleicht tun könnte, das aber offenbar so unangenehm ist, dass man besser die Finger davon lässt. Am Ende werden Sie es selbst tun müssen. Also: Straight words, straight actions.

Meeting. Sie frieren, weil ihre männlichen Kollegen unerbittliche Lüfter sind. Wie kriegen Sie jetzt das Fenster wieder zu?

Wenn Sie auf die Masche jung, dumm und hilflos machen, also Frösteln bis der Arzt kommt, dann wird für Sie sicher bald ein Ritter das Fenster schliessen. Vergessen Sie aber nicht, dass die sexy Kleinmädchennummer nicht dazu beitragen wird Ihr Standing langfristig zu verbessern. Kommunizieren Sie lieber verbal. Sie könnten beispielsweise fragen: «Ist euch auch so kalt?» und lange hoffen, dass jemand wie eine Frau denkt. Oder Sie handeln wie ein Mann und sagen einfach: «Kowalski, mach mal (bitte) das Fenster zu». Bitte sagen ist nicht unbedingt erforderlich.

Immer noch Meeting. Sie haben das Wort, ein Kollege plappert dazwischen noch bevor Sie mit Ihrer Präsentation fertig sind. Wie kriegen Sie den Störenfried ruhig gestellt?

Verstummen Sie jetzt nicht und lassen Sie den Kollege so lange quatschen bis es ihm recht ist, Sie wieder zu respektieren. Hier helfen nur alte Lehrertricks. Sie können Ihren Kollegen natürlich freundlich auf Ihre Wortführerschaft aufmerksam machen, das schafft aber eine unangenehme Situation und wird schnell vergessen sein. Oder noch schlimmer, Sie weisen ihn gereizt zurecht und heimsen sich einen klebrigen Ruf als Zicke ein. Ignorieren Sie ihn. Werden Sie lauter mit Ihrer Stimme und reden Sie souverän über ihn hin weg.

Sie haben eine tolle neue Idee und präsentieren Sie beim Chef. Er sagt: «Okay, klingt gut. Können wir so machen.» Was meint er wirklich?

Er lobt Sie nicht, aber Sie haben auf Anerkennung gehofft. Findet er Ihre Idee am Ende sogar schlecht und traut es sich nicht direkt zu sagen? Nichts davon. Ihr Chef ist wahrscheinlich nicht der Beste im Loben. Wenn er Ihre Idee schlecht fände, hätte er Sie aber nicht sofort abgesegnet. So einfach ist das. Loben müssen Sie sich in dem Fall einfach selbst, zum Beispiel wenn Sie in Ihrer nächsten Gehaltsverhandlung anführen, dass Sie Ihrer Abteilung durch diese Idee 50.000 Franken gespart haben. Fakten sind im Job immer besser als Emotionen.

Nun tut er es doch. Ihr Chef lobt Sie, vor versammelter Mannschaft. Wie reagieren Sie?

Sie denken jetzt sicher, alle anderen werden sich jetzt übergangen fühlen und verweisen auf die gute Teamleistung. Oder noch schlechter, Sie bauen sehr lange verschachtelte Sätze, in denen Sie Ihrem Erfolg unvorhersehbaren Umständen zuschreiben. Lassen Sie das doch mal. Sie haben sich doch genau das gewünscht! Geniessen Sie es und sagen Sie einfach «Danke».

Bild: iStock

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