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MONEY-GIRL #6Geld investieren kann jeder!

In unserer Serie Money Girl erklärt Clara Creitz, Gründerin von Finelles, alles zum Thema Finanzen. Dieses Mal räumt sie mit den Mythen rund ums Geld investieren auf.

Finanzen Investieren Geld Mythen

Wenn es ums Investieren von Geld geht, begegne ich folgenden Aussagen immer und immer wieder: Das ist doch nur was für Wohlhabende, die nicht wissen wohin mit ihrem Geld. Investieren ist wie Casino. Investieren ist was für Experten. Investieren lohnt sich nicht.

Ich finde es ist an der Zeit, mit den Mythen aufzuräumen!

Mythos 1: Geld investieren ist wie Casino

Dass Investieren etwas mit Gambling im Casino gemein haben soll, kommt sicherlich von dem Denken, dass Investieren mit viel Glück und wenig Können zu tun hat. Oder auch, dass viel Risiko damit verbunden ist. Das kann, muss aber nicht stimmen. Klar – das Risiko, Geld an der Börse zu verlieren, besteht. Allerdings kann man dieses Risiko bis zu einem gewissen Grad reduzieren. Wie das geht? An der Börse kann ich Einzelaktien auswählen, oder auch ganze "Körbe" an Aktien, so genannte Fonds. Es gibt eine Faustregel, die besagt, dass man mindestens in 20 verschiedene Aktien investieren sollte, um das Risiko, Geld zu verlieren, zu verkleinern. Warum? Wenn eine Aktie den Bach runtergeht, gibt es eben noch 19 weitere.

So musst du nur einmal Transaktionsgebühren zahlen

Die Idee nennt sich Diversifikation. Und deshalb kommen hier die "Körbe", also Fonds ins Spiel. Da es relativ zeitintensiv ist, 20 Aktien zu finden und noch dazu teuer, diese mit kleinen Beträgen einzeln 20 mal zu kaufen, bieten sich Fonds ebenso an. Hier stellt nämlich ein Fond-Manager für dich die 20 Aktien für das Körbchen zusammen und du musst nur ein einziges Mal Transaktionsgebühren zahlen – nicht 20 mal. Dadurch diversifizierst du, ohne viele Produkte einzeln kaufen zu müssen.

Mythos 2: Geld investieren ist nur was für Reiche

Die meisten von uns denken, dass man viel Geld benötigt, um zu Investieren. Ich dagegen finde, das hängt von der Frage ab, in was man investiert. In der Regel kann man das eigene Geld in Aktien (Beteiligungen an Firmen), Anleihen (Kredite an Firmen und Staaten), Rohstoffe (wie Öl, Gold oder auch Weizen) und in Immobilien stecken.  Neben normalen Fonds, gibt es auch ETFs, dies sind über die Börse gehandelte Fonds. In ETFs oder Fonds kann man schon ab kleineren Beträgen wie 100 CHF investieren. Wichtig und entscheidend in Sachen viel oder wenig Geld, sind dabei die Kosten, die deine Bank oder dein Online Broker dafür verlangen.

Geld investieren so geht es richtig

Bild: Unsplash 

Mythos 3: Geld investieren lohnt sich nicht

Investieren lohnt sich, wenn man es richtig macht. Dabei sind folgende Punkte wichtig: Derzeit erhält man auf dem Sparkonto keine Zinsen, teilweise sogar Negativzinsen – wer nur spart, verliert also garantiert Geld. Warum? Aufgrund der Inflation: Das Leben und Lebensmittel, wie etwa Butter, werden teurer. Das heisst, das Geld verliert an Wert. Deswegen sollte man das Geld anlegen, um nicht nur die Inflation auszugleichen, sondern auch um mehr dazuzugewinnen. Hier kommt der Zinseszins ins Spiel. Das Prinzip? Wer das Geld investiert und auch die Zinsen weiter reinvestiert, lässt das Geld wortwörtlich wachsen. Hier eine Veranschaulichung: Wenn du die Faustregel-Zahl 72 durch den Zins teilst, den du für dein Geld erhältst, kommt die Anzahl Jahre raus, die es braucht, dein Geld zu verdoppeln.

Beispiel: Auf dein Sparkonto erhälst du maximal 1% Zinsen, dann dauert es 72 Jahre dein Geld zu verdoppeln. Wenn du dein Geld in eine Immobilie steckst mit 3%, dann dauert es 24 Jahre. Investierst du dein Geld an der Börse mit 6% dauert es nur noch 12 Jahre.

Damit können schlechte Börsenjahre wieder ausgeglichen werden

Mythos 4: Investieren ist für Experten

Dass Investieren nur was für Experten sei, rührt sicherlich dem Denken, Investieren sei enorm kompliziert. Wer aber folgende Regel beachtet, kann relativ schnell lernen, für sich Geld anzulegen:

  • Die erste Frage sollte sein: Wo investiere ich am besten. Für den Anfang kannst du mit einem Depotkonto bei deiner Bank oder einem Online Broker in einen Fonds oder ETF investieren – oder über einen sogenannten Robo Advisor.
  • Zudem ist es wichtig, regelmässig zu investieren – am besten monatlich. Im Idealfall sparst du 20% deines Einkommens, um einen Teil davon zu investieren. Wieviel, hängt natürlich von deiner Situation ab. Eine Faustregel lautet: 100 - Alter = Anteil an Aktien. Beispiel: Du bist 30, dann sollte ca. 70% deiner monatlichen Sparrate in Aktien oder Aktienfonds investiert werden.
  • Als letztes ist es wichtig, langfristig zu Investieren. Daher ist mein Rat: Wer an der Börse investiert, sollte mindenstens mit sieben und mehr Jahren rechnen. Das heisst, wenn du gerade für ein Haus in vier Jahren sparst, dann lasse das Geld lieber auf deinem Konto. Warum? Damit können schlechte Börsenjahre wieder ausgeglichen werden.

 

Willst du mehr über das Investieren lernen, dann findest du hier drei Büchertipps: "Worth It" von Amanda Steinberg, "Damit sie sich keinen Millionär angeln muss…." von Jessica Schwarzer und für sehr Interessierte: "Money" von Tony Robbins.

 

Clara Creitz ist Finanzcoach und Gründerin der Finanz-Plattform Finelles. Jeden Monat spricht sie hier auf femelle eines der vielen wichtigen Finanzthemen an und möchte besonders Frauen dazu ermutigen, sich diesen Themen zu widmen. 

Titelbild: Unsplash 

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