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ScheidungSo meistern Sie die schwierige Zeit!

«Ich will die Scheidung!» Dieser Satz kommt nicht leicht über die Lippen. Dennoch ist es besser sich scheiden zu lassen, bevor eine kaputte Ehe einen selbst kaputt macht. Was Sie vor und während der Scheidung beachten müssen, erfahren Sie hier.

Eine schwierige Scheidung meistern

Manchmal haben wir alles gegeben und es hat trotzdem nicht geklappt. Eine Trennung ist immer schmerzhaft, bei der Scheidung einer Ehe kommen jedoch noch einige brisante rechtliche Abläufe hinzu. Im Scheidungsprozess müssen Sie persönliche, wirtschaftliche und kindesrechtliche Angelegenheiten mit Ihrem Ex-Partner regeln. Gerade in dieser Zeit sollten Sie einen besonders kühlen Kopf bewahren. Über die Trümmer einer zerbrochenen Ehe zu verhandeln braucht Ausdauer und Kraft. Doch Kopf hoch: Dies ist die letzte Hürde, die Ihre Ehe bestehen muss, damit beide Seiten wieder in Frieden leben können.

So beantragen Sie die Scheidung

Die Scheidung beantragen Sie beim zuständigen Gericht ihres Wohnsitzes. Eine Übersicht der Gerichte der Kantone bietet das Schweizerische Bundesgericht. Hier finden Sie schnell zu der für Sie zuständigen Justizbehörde. Auf der Website Ihres lokalen Gerichts finden Sie sämtliche Formulare und Merkblätter für den Scheidungsantrag.

Wenn die Scheidung durch ist

Nachdem der Richter die Scheidung ausgesprochen hat, informiert er Ihre Heimatgemeinde. Diese trägt die Scheidung im Familienregister ein. In vielen Fällen dauert es jedoch, bis es zum endgültigen Scheidungsspruch kommt. Was macht die Scheidung so kompliziert? Was müssen Sie beim Scheidungsprozess beachten?

Wenn beide die Scheidung wollen

Wollen sich beide Partner scheiden lassen, reichen sie das gemeinsame Scheindungsbegehren und eine gemeinsam unterzeichnete Vereinbarung über die Scheidungsfolgen ein. In der sogenannten Scheidungskonvention wird geregelt, welche wirtschaftlichen Folgen wie Unterhalt bzw.Alimente und Vermögensaufteilung beide Ehepartner vereinbaren. Wenn Sie Kinder haben, müssen Sie auch eine Regelung für das Sorgerecht treffen. Da eine Trennung oft mit Frustrationen, Enttäuschungen und Wut verbunden ist, enden Scheidungen häufig im Streit. Wenn Ihnen der Rosenkrieg zu schaffen macht, sollten Sie einen Fachanwalt für Scheidungsrecht einschalten, der Ihre Interessen vertritt.

Checkliste Scheidungskonvention

Unter der Scheidungskonvention versteht man eine einvernehmliche Einigung beider Ehepartner über die Scheidungsfolgen. Laut den Zivilgerichten, führen Scheidungslösungen, die auf einer Konvention beruhen, erfahrungsgemäss zu schnelleren und dauerhafteren Ergebnissen als solche, die durch ein Scheidungsurteil erzwungen sind. Eine Scheidungskonvention sollte folgende Bereiche regeln.

  • Sorgerecht über die gemeinsamen Kinder
         Wer hält das Haupt-Sorgerecht? Wo verbleiben die Kinder?
         Besuchsrechte?
  • Unterhalt für die Kinder und Ehegatten
  • Verbleib der ehelichen Wohnung
  • Gütertrennung
         Bankkonto, Bankkonto, Lebensversicherung
         Immobilien
         Mobiliar und Hausrat
         Fahrzeuge
         Offene Kredite
         Pensionskassenvorbezüge, Guthaben der dritten Säule, etc.

Muster und Erläuterungen für eine Scheidungskonvention können Sie auf der Homepage ihres zuständigen Bezirksgericht herunterladen.

Wenn nur einer die Scheidung will

Wenn sich nur eine Partei scheiden lassen will, erfolgt die Scheidung über eine Scheidungsklage. Die Scheidung kann aber nur gerichtlich ausgesprochen werden, wenn beide Eheleute mindestens zwei Jahren lang getrennt sind. Früher scheiden können Sie nur, wenn Sie beweisen, dass die Ehe nicht länger tragbar ist. Der Nachweis, dass Sie bereits zwei Jahre getrennt sind, ist allerdings nicht immer einfach. Denn beide Partner müssen angeben, dass die Trennung stattgefunden hat und wann sie eingetreten ist. Wenn der andere bestreitet, dass sie getrennt sind, um die Scheidung hinauszuzögern, müssen Sie dem Gericht Beweise für die Trennung liefern. Der Tag des Auszugs gilt vor Gericht als sehr starkes Indiz.
 

Was kostet die Scheidung?

Die Kosten, die durch den Scheidungsprozess entstehen, richten sich nach dem Gesetz über die Organisation der Gerichte und Behörden in Zivil- und Strafverfahren (OGB) und der Kostenverordnung. Die Kostenverordnung sieht einen Kostenrahmen vor und setzt darin die tatsächlichen Kosten fest. Nachdem Sie die Scheidung eingereicht haben, verlangt das Gericht zunächst einen Gerichtskostenvorschuss. Beispiele für den Gerichtskostenvorschuss finden Sie auf der Website Ihrer zuständigen Justizbehörde. Das Gericht des Kantons Luzern zum Beispiel rechnet folgenden Mustervorschuss vor:

Kostenvorschuss

Kostenrahmen

Gemeinsames Scheidungsbegehren
und vollständige Einigung

Fr. 1'800.00

Fr. 1'000.00 - 10'000.00

Gemeinsames Scheidungsbegehren
mit Teileinigung / ohne Einigung

Fr. 2'500.00

Fr. 1'000.00 - 10'000.00

Scheidungsklage

Fr. 2'500.00

Fr. 1'000.00 - 10'000.00

Massnahmengesuch

Fr. 1'000.00

Fr. 300.00 - 4'000.00

Quelle: gerichte.lu.ch

Ein Scheidungsanwalt kostet je Arbeitsstunde rund 250 Franken. Können Sie sich keinen Anwalt leisten, müssen Sie nicht verzweifeln. Stattdessen können Sie beim Gericht ein so genanntes «Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege» einreichen.

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