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Bad BoysWhatcha gonna do when they come for you?

Sie sind spannend, sie sind heiss – und sie tun uns nicht gut. Meistens zumindest nicht. Warum erliegen wir emanzipierten Frauen den Bad Boys immer wieder? Wissenschaftliche Antworten müssen her!

Bad Boys

Warum rennen wir sobald ein neuer James Bond Streifen kommt sofort in die Kinos? Sind wir wirklich einfach totale Action-Film-Fans? Wohl kaum. Wir gehen, weil James Bond ein Bad Boy ist. Unnahbar, nicht zu zähmen und auf eine oft unerklärliche Art und Weise sexy. Ein Bad Boy muss nicht schön sein, er muss nur selbst denken, er sei schön. Dr. Peter Jonason publizierte vor einigen Jahren an der New Mexico State University eine Studie zu diesem Thema. Seine These: Der Bad Boy definiert sich über einen dunklen Dreiklang aus Narzissmus, Kaltherzigkeit und leichter Herrschsucht. Jonasons Musterbeispiel: James Bond. Zu dieser nicht ganz seriösen, aber doch interessanten, weil für uns so wichtig zu ergründenden Studie, führte Jonason Persönlichkeitstests an männnlichen Studenten durch.

Ziel war es, herauszufinden, wie stark die Trinität des Bösen aus Selbstverliebtheit, Gefühllosigkeit und Machiavellismus ausgeprägt ist und inwiefern diese mit dem Sexualleben und der Dauer von Beziehungen korreliert. Das Ergebnis: Egoisten und Draufgänger konnten zwar kürzere Beziehungen, aber dafür mehr Partner vorweisen. Nicht zu halten sind sie, diese bösen Jungs, aber kriegen tun sie uns alle. Natürlich vermutet Jonason dahinter eine evolutionäre Strategie: auch in kurzen Beziehungen können die Gene weitergegeben werden, an je mehr Weibchen desto besser. Ganz gemäss dem grossen Helden Bond: unverbindlich, umtriebig, selbstbewusst und undurchschaubar mit eiserner Miene.

Auch letzteren Punkt lässt die Wissenschaft nicht ausser Acht. Wir Frauen wollen keinen strahlenden Charmeur, nein, laut einer Studie der University of British Columbia lassen wir uns von eiskalten Augen verzaubern. Frauen bewerteten hier anhand von Fotos verschiedener Gesichtsausdrücke lächelnde Männer als deutlich weniger attraktiv als Männer mit angeberischer Pose. Big pimpin'. Es scheint, als sei uns nicht zu helfen. Dr. Kristina Durante von der University of Texas, San Antonio hält uns diesbezüglich ganz einfach für hormonell verwirrt. Sie erklärte, der Eisprung beeinflusse die weibliche Wahrnehmung bei der Männerwahl.

Sie liess Frauen Datingprofile von sexy Draufgängern und seriösen, vertrauensvollen Männern bewerten und deren qualitative Vaterpflichten einschätzen. Wieder schliesst die Studie mit dem Beispiel Bonds: in der Woche um den Eisprung fühlten sich die Probandinnen von attraktiven, rebellischen Männern angezogen und schrieben diesen zuversichtlich und äusserst naiv die besten Vaterqualitäten zu. Die Hormonbrille vernebelt uns also die Sicht an der verhärteten Männerfront.

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Man sollte vielleicht lieber musikalischer Küchenpsychologie vertrauen: Frau will immer das, was sie nicht haben kann. Hat man den Bad Boy, wird einem zwar schwindelig vor Aufregung, das Unglück wartet aber hinter jeder Strassenecke. Hat man einen von den Guten, ist man schlichtweg gelangweilt. Man muss sich dem Bad Boy-tum wohl einfach bewusst sein. Gerne würde man da mal bei Rihanna nachfragen, ob ihr klar ist, worauf sie sich da wieder einlässt. Aber weil das nicht geht, lauschen wir Annett Luisans wahren Worten: «Steig auf dein Denkmal zurück, schenk mir keinein einzigen Blick, bleib hart. Leiste keinen Schwur, sonst wärst du ja nur der, den ich hab. Zeig keine Schwäche für mich, behalt dein Verlangen für dich, sei still. Denn, wenn's so wär, dann wärst du nicht mehr der, den ich will.»

Bild: Frankie Cordoba/Unsplash

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