Früh übt sichAnti-Aging-Pflege für Anfänger

Ist «Anti-Aging» für junge Haut wirklich der Schlüssel zu ewiger Jugend? Oder nur eine Verkaufsmasche der Kosmetikindustrie? Wie viel Anti-Aging-Pflege braucht junge Haut wirklich? Und wann sollte man damit beginnen? Wir verraten Ihnen, worauf Sie bei der Pflege wirklich achten müssen.

Anti-Aging: Anti-Falten-Pflege ab welchem Alter?

Anti-Aging ist überall. Anti-Falten-Cremes, straffende Seren, verjüngende Masken und glättende Gels: Die Kosmetikindustrie tut alles, um Falten den Garaus zu machen. Wer länger jung aussehen will, muss früh damit beginnen. Das klingt zunächst logisch. Doch beim Blick in den Spiegel tun sich trotzdem Fragen auf: Braucht man Anti-Aging-Pflege wirklich schon dann, wenn man noch gar keine Falten hat? Wäre Anti-Falten-Pflege jetzt nicht ein wenig verfrüht? Über richtige und rechtzeitige Anti-Aging-Pflege herrscht vor allem bei Frauen zwischen 20 und 30 Jahren Ungewissheit. Es ist höchste Zeit, Licht ins kosmetische Dunkel der Anti-Aging-Pflege zu bringen.

Anti-Aging: Ab welchem Alter?

Macht Anti-Aging-Pflege für junge Haut überhaupt Sinn? Schließlich sieht sie glatt und prall aus. Jedenfalls von Aussen. Im Inneren spielt sich hingegen etwas Anderes ab. Denn nur weil junge Haut noch nicht mit sichtbaren Aging-Problemen, wie Falten und Co. zu kämpfen hat, heisst das nicht, dass der Zahn der Zeit nicht bereits trotzdem an ihr zu nagen beginnt. Fakt ist: Aging-Prozesse geschehen bereits ab Anfang 20. Nicht sichtbar, aber kontinuierlich. Zwischen 20 und 30 Jahren beginnen die Wasserspeicher der Haut porös zu werden. Diese kleinen Wasserdepots, die dicht unter der Hautoberfläche sitzen, sind im Normalfall für die Festigkeit und Straffheit des Teints verantwortlich. Sind sie prall gefüllt, verleiht das der Haut ordentlich Volumen, sie wirkt knackig und straff. Verlieren diese Depots jedoch an Wasser, fällt die Haut – früher oder später – in sich zusammen und büsst Elastizität und Straffheit ein. Winzige Trockenheitsfältchen wirken auf den ersten Blick zwar wie die stummen Zeugen wilder Partynächte, in Wahrheit sind sie die Folge von ersten Verlusten der Wasserspeicherfähigkeit und damit typische Vorboten von Aging-Erscheinungen, wie Falten und Krähenfüssen.

Hinzu kommt, dass die Haut im Laufe der Zeit, meistens ab circa 30 Jahren, weniger Fett produziert. Das vermindert zwar den für junge Haut typischen Glanz der T-Zone (Stirn, Nase, Kinn), fördert jedoch das Entstehen von Falten und Trockenheit. Unabhängig vom Alter ist die Haut zudem Umweltbelastungen durch UV-Strahlungen und oxidativem Stress durch freie Radikale ausgesetzt. Zellulärem Stress kann junge Haut – jedenfalls in einem gewissen Mass – zwar noch recht gut trotzen; die Schäden von UV-Strahlen sind jedoch irreparable Aging-Sünden. Das Gemeine: Sonnenschäden zeigen sich erst als Langzeitfolge. Je mehr Sonne die Haut in jungen Jahren ausgesetzt ist, desto eher erscheinen sichtbare Alterserscheinungen, wie Falten und Runzeln. Wer nicht alt aussehen will, beugt daher vor. Rechtzeitige Anti-Aging-Pflege kann daher durchaus Sinn machen.

Wie pflegt man richtig?

Junge Haut ist in Pflege-Fragen aber noch genügsam. Viel ist noch nicht nötig, um den Teint ausreichend zu versorgen. Tägliches Reinigen und leicht Hydrocremes reichen als Basis aus. Feuchtigkeit ist in den wilden Zwanzigern ohnehin wichtiger als Fett, da junge Haut von sich aus zu einer üppigen Talgproduktion neigt. Die Kehrseite: Der Talgfilm nährt zwar die Haut, hinterlässt aber oft einen unschönen Fettglanz. Schlimmstenfalls verstopfen die feinen Ausgangskanäle an der Hautoberfläche durch den Talgfilm, entzünden sich und es entstehen schmerzliche Pickel. Statt schwerer, reichhaltiger Cremes sind leichte Gels mit talgreduzierenden Inhaltsstoffen, wie Zink, Grüner Tee oder Rotklee daher für den jungen Teint ideal. Darüber hinaus ist junge Haut genügsam, doch gerade ob ihrer Zartheit besonders angreifbar. Jugendliche Sünden, wie Rauchen, wenig Schlaf und das ein oder andere Gläschen Alkohol gehen auch am jungen Teint nicht spurlos vorbei. Anti-Falten-Pflegeprodukte mit anti-oxidativen Wirkstoffen, wie Vitamin C und E sollen zellulären Stress zwar kosmetisch mindern können, effizienter ist es jedoch, durch eine ausgewogene Ernährung und einen gesunden Lebensstil darauf zu achten, dass man die Haut nicht übermässigen Belastungen aussetzt.

Sonne lässt uns alt aussehen

Junge Haut sieht in braun zwar gleich noch knackiger aus, dennoch ist es ratsam gerade in jungen Jahren auf einen gemässigten Sonnengenuss Wert zu legen. Denn auch wenn es sich nicht so anfühlt, Sonne kann Sünde sein. Eine besonders riskante noch dazu. Unkontrolliertes Sonnenbaden fördert nämlich nicht nur das Risiko von frühzeitigen Aging-Erscheinungen, wie Falten und Pigment- bzw. Altersflecken, sondern auch die Gefahr von Hautkrebs. Als Präventionsmassnahme ist Sonnenschutz daher Pflicht. Und zwar im täglichen Pflege-Programm. Es sind nämlich nicht nur rote Sonnenbrände oder übermässige Sonnenbäder, die Falten und Gesundheitsschäden auf der Haut hinterlassen, sondern vielmehr die täglichen, kaum merk- und sichtbaren Belastungen mit UV-A-Strahlen, die für Aging-Erscheinungen verantwortlich sind. Viele unterschätzen die Intensität und Schädlichkeit dieser alltäglichen UV-Belastunge

Was braucht junge Haut (noch) nicht?

Early Anti-Aging ist also durchaus eine sinnvolle Prävention. Vorsicht ist schliesslich besser als Nachsicht. Wer frühzeitig vorbeugt, hat später weniger Pflegeaufwand. Dennoch gilt es, das richtige Mass zu finden. Ein übermässiges Pflegeprogramm ist bei junger Haut weder nötig, noch förderlich. Eine zu reichhaltige Anti-Aging-Pflege würde junge Haut schlichtweg beschweren. Aufpolsternde und stützende Inhaltsstoffe, wie beispielsweise Hyaluronsäure oder das Co-Enzym Q10, sind in diesem Alter noch ebenso überflüssig wie Teint ausgleichende Radiance-Pflegeserien. Wichtiger als der Wirkstoffgehalt ist bei junger Haut ohnehin die Regelmässigkeit und Gründlichkeit der Anti-Aging-Pflege. Dazu zählt übrigens auch eine gründliche Reinigung. Umwelt- und Makeup-Rückstände belasten die Haut, hindern sie an der Regeneration und begünstigen Austrocknungen. Ebenfalls Sinn macht übrigens die Unterscheidung zwischen Tages- und Nachtcremen. Tagespflege enthält in der Regel nämlich einen UV-Schutz, welcher die Haut in der Nacht unnötig beschweren würde. Ansonsten gilt als Anti-Aging-Massnahme vor allem eines: Sich nicht verrückt machen lassen. Geniessen Sie Ihre Jugend. Alt werden können Sie später immer noch!

Text: Linda Freutel

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