Flaws ftw!Makelvoll statt makellos – Natural Beauty

Schönheit liegt im Auge des Betrachters – und der wichtigste Betrachter ist man nach wie vor selbst. Natalie Marrer darüber, wie man das Streben nach unrealistischer Makellosigkeit hinter sich lassen sollte und das hervorheben kann, was einen individuell und wunderschön macht.  

Natural Beauty

Willkommen im Club der Makelvollen. I woke up like this. Mit Makeln wie Augenringen und einem post-pubertären Pickel, weil die anscheinend einige von uns bis ans Lebensende verfolgen werden. Vielleicht war es der Stopp bei der Dönerbude um 4 Uhr morgens oder das Gläschen Wein am Vorabend. Möglicherweise war es der Stress bei der Arbeit oder die emotional aufwühlenden Träume, die einen nicht genug schlafen liessen.

Oder man lebt das Vorzeigeleben und isst gesund, hilft dem guten Karma auf die Sprünge und schafft es, einen semi-braven, regelmässigen Rhythmus zu pflegen. Aber Makel, die haben wir alle. 

Als ich auf die Welt kam, flüsterte mein Vater: «Sie hat mein Kinn!» Und während das vielleicht rührend klingt, verbrachte ich Jahre damit, mein Kinn mit der männlichen Spalte zu hassen. Ich googelte, wie man es eventuell mit Spritzen auffüllen könnte. Nur habe ich panische Angst vor Spritzen und gebe mein Geld lieber für Reisen aus. Reinpassen in ein vorgegebenes Schema;  nicht auffallen; was auch immer das Ziel ist: Es ist wahrscheinlich verfehlt.

Schönheit liegt nämlich im Auge des Betrachters, und der wichtigste Betrachter bist nach wie vor du selbst. Es ist eine Herausforderung, Makel zu akzeptieren. Aber wer definiert das überhaupt und wie lange bleibt dann dieser wacklige Möchtegern-Standard?

Während andere früher für ihre Sommersprossen gehänselt wurden, gibt es inzwischen solche, die sich welche umständlich tätowieren lassen. Nachdem buschige Augenbrauen als männlich verschrien wurden, sind jetzt big and fluffy brows in und Wachstumsseren werden dafür verkauft.

Stützräder fürs Selbstbewusstsein

Aber hey, versteht mich nicht falsch. Ich kann auch nicht jedem postpubertären Pickel mit so viel Selbstliebe begegnen, dass ich ihn wohlwollend im Spiegel betrachte. Der natürlichen Schönheit darf auch auf die Sprünge geholfen werden. Nur soll man sich nicht so fühlen, als müsste man es. Nicht mit Zwang, sondern ganz freiwillig. Stützräder fürs Selbstbewusstsein, sozusagen – aber solche, die man auch easy weglassen kann, ohne gleich zu straucheln.

Den Glow der Haut von Innen boosten und den Teint ausgleichen, ohne ihn zu überschminken, zum Beispiel mit einem Skin Tint, der gleichzeitig dem Teint Feuchtigkeit spendet. Die Brauen mit einer getönten Brow Mascara in Form bringen und unter der Lieblingsmascara einen Lash Primer auftragen, der den Weg zu zu Wow-Wimpern ohne überteuerte Lash Extensions oder nervige Fake Lashes ebnet.

Die Lippen gründlich pflegen (z.B. mit der Lip Sleeping Mask von Laneige – love!) und mit einem Nude Lippenstift betonen. Mehr braucht es eigentlich nicht, ausser man hat Bock drauf. Brauchen ist eigentlich das falsche Wort: Alles «nice to have», aber eben nicht Must-Haves. Denn auch ohne Stützräder können wir um die Ecke kurven und sagen: I woke up like this and I really don’t care. Kinn hoch, auch wenn es so aussieht wie meins.

Titelbild: Unsplash

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