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Money-Girl #1Wie Gender Pay Gap und Teilzeitarbeit unsere Rente beeinflussen

Finanzen, Altersvorsorge, Investieren - sind das für dich «ich weiss ich müsste, aber ich kümmere mich morgen drum»-Themen? Clara Creitz von Finelles erklärt, warum es gerade für Frauen wichtig ist, Finanzen im Griff zu haben und was wir über die Gender Pay Gap oder Teilzeitarbeit wissen müssen.

Frauen und Finanzen, Tipps und alles was du wissen musst zu Teilzeitarbeit, Gender Pay Gap etc.

Für mich, Clara Creitz, Gründerin von Finelles, gibt es zahlreiche Gründe, warum das Thema Finanzen für Frauen wichtig ist. Ab sofort werde ich euch deshalb jeden Monat das Thema Finanzen, anhand eines Fokusthemas, näherbringen, und Tipps rund um den Umgang mit Geld, Investitionen, Steuern und Altersvorsorge geben.

Teil 1: Warum Finanzen ein Frauenthema sind

Warum sind Finanzen ganz sicher auch ein Frauenthema? Generell kann man sagen, dass Themen wie die Gender Pay Gap und Teilzeitarbeit sich negativ auf die spätere Rente auswirken und eigentlich danach schreien, dass Frau ihr Geld selber in die Hand nimmt. Aber wie genau beeinflussen diese Faktoren den Geldbeutel?

1 Gender Pay Gap

Im Durchschnitt verdienen Frauen in der Schweiz 18% weniger als ihre männlichen Kollegen. Warum ist das so? Im Allgemeinen arbeiten Frauen in weniger lukrativen Branchen, für den Familiennachwuchs arbeiten sie oft in Teilzeit oder unterbrechen die Erwerbstätigkeit für einige Jahre. Das führt dazu, dass weniger verdient wird, langfristig weniger Aufstiegschancen vorhanden sind und sich dies alles wiederum negativ auf das Salär auswirkt.

2 Teilzeit

Neben der Tatsache, dass Teilzeit das Salär reduziert, reduziert Teilzeitarbeit auch leider die Altersvorsorge, da hier weniger in die gesetzliche Rente (AHV), wie auch in die Pensionskasse, eingezahlt wird. In der Schweiz arbeiten circa 58,4% der Frauen Teilzeit.

3 Pausen

Pausen aufgrund von Erziehungszeiten, Pflege von Eltern oder auch Reisen, führen wiederum zu einer Reduktion der Altersvorsorge. In der Schweiz gibt es circa in 25% der Familien eine Rollenteilung, wo einer arbeitet, der andere nicht - in 8 von 10 Fällen betrifft Letzteres die Frau. Dies hat neben der Auswirkung auf das fehlende Einkommen auch einen negativen Effekt auf das Einkommen im Alter.

4 Lebenserwartung

Gleichzeitig steigt die Lebenserwartung stetig das heisst Frau benötigt mehr Geld im Alter wie früher. Dazu kommt, dass Frauen im Durchschnitt auch noch länger als Männer leben und somit hier noch mehr vorsorgen müssen.

All diese Faktoren führen insgesamt dazu, dass Frauen heute durchschnittlich 37% weniger Rente erhalten als Männer. Auch sind in der Schweiz ca. 13.7% von der Altersarmut betroffen.

Was kann man dagegen tun?

Einfach mal anfangen, denn von nichts kommt nichts. Das wäre doch ein super Vorsatz! Schluss mit «ich kümmere mich morgen drum». Studien haben ergeben, dass das Aufschreiben von Zielen für 43% Wahrscheinlichkeit sorgt, dass man diese Ziele auch umsetzt. Warum nicht einfach mal mit der besten Freundin über das Thema reden und die Sache gemeinsam anpacken?

2019 wurde eine Frau Chefin der Europäischen Zentralbank - Christine Lagarde. Auch wurde 2019 eine Frau zur jüngsten Milliardärin - Kylie Jenner. Und eine grossartige Frau ist kürzlich einen Milliarden-Deal für ihre Firma eingegangen - Melanie Perkins, Gründerin von Canva. Wer sagt jetzt noch, Frauen können keine Finanzen? Nächsten Monat geht es um das Thema «Geld & Psychologie: warum deine Einstellung zu Geld wichtig ist»

Clara Creitz ist Finanzcoach und Gründerin der Finanz-Plattform Finelles. Jeden Monat spricht sie hier auf femelle eines der vielen wichtigen Finanzthemen an und möchte besonders Frauen dazu ermutigen, sich diesen Themen zu widmen. 

Titelbild: Unsplash

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