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MONEY-GIRL #105 Tipps für die Gehaltsverhandlung

Alle Jahre wieder, wenn die Jahresendbewertung ansteht, kommen die Gedanken zur Gehaltserhöhung auf: soll ich das Thema ansprechen oder besser nicht? Wie spreche ich es an? Diese Fragen beantworten wir im Artikel.

Junge Frau bei Gehaltsverhandlung

Laut einer Studie von Stepstone, haben etwas weniger als 50% der Frauen noch nie nach eine Gehaltserhöhung gefragt. Das hilft natürlich ganz und gar nicht dabei, mehr Gehalt zu erhalten.

Um sich bei einer Gehaltsverhandlung und bei den eigenen Überzeugungen sicher zu fühlen, ist das Mindset der wichtigste Aspekt. Und wer denkt, dass andere einem einfach so unaufgefordert freiwillig mehr Gehalt zahlen, wird meist enttäuscht. Daher ist eine gewisse Proaktivität super wichtig – wer nicht wagt, der nicht gewinnt.

Damit du den grössten 5 Fehlern beim Verhandeln aus dem Weg gehen kannst, kommen hier meine Tipps:

Negative Glaubenssätze bekämpfen: 

Wer die eigene Leistung kleinredet, was übrigens ein typisches Anzeichen von «Imposter Syndrome» (Hochstapler-Syndrom) ist, kann nicht punkten. Dem Hochstapler-Syndrom verfallen jene die denken, eine Beförderung oder Gehaltserhöhung nicht wert zu sein. Am Ende verfällt man der eigenen Prophezeiung, erhält keine Erhöhung und redet sich selber wieder ein, man hätte es gewusst.

Bevor es also um Fakten oder Argumente geht, ist es ausschlaggebend, dass man sich selbst von der Gehaltserhöhung überzeugt. Übrigens: Wenn Männer nicht weiterkommen, wechseln sie häufig den Job. Frauen dagegen kündigen in Inneren. Die innere Kündigung führt meist zu mehr Frust, daher ist es für den Geldbeutel aber auch für das eigene Glück wichtig, eine Gehaltserhöhung zu platzieren.

Vorbereitung ist alles: 

Wichtig vor jeder Verhandlung ist, sich zu einer möglichen Erhöhung zu erkundigen: wieviel ist innerhalb der Unternehmung wohl möglich und was ist marktüblich? Wer nach zu viel fragt, wirkt unglaubwürdig. Plattformen wie Glassdoor, Monster oder kununu helfen, eine Idee der eigenen Branche zu erhalten. Aber auch Gespräche mit Personen in einer ähnlichen Rolle und Branche helfen für ein besseres Bild. Wichtig hier ist die Betrachtung des Gesamtpakets – also was im derzeitigen Vertrag und Gehalt inbegriffen ist –wie beispielsweise Pensionskassenbeiträge, flexibles Arbeiten, Weiterbildungen und nicht nur das derzeitige Salär. So kann man beispielsweise auch einfordern, interne Ziele zu vereinbaren, die dabei helfen, ein neues höheres Gehalt zu erhalten. 

Frau mit Laptop auf dem Bett

Eine gute Vorbereitung ist das A und O.

Vielseitige Argumente helfen

Korrekte und durchdachte Argumente sind wichtig. Gerade eine gute Leistung, mehr Verantwortung, eigene Teammitglieder und eine Weiterbildung sind Gründe, die man nennen kann, um mehr Lohn zu fordern. Idealerweise verknüpft mit Zahlen einer Umsatzsteigerung oder Kosteneinsparungen. Auch ist es wichtig, nicht alle Argumente auf einmal zu nennen, damit Luft nach oben bleibt.

Üben, üben, üben: 

Die wenigsten üben eine wichtige Verhandlung. Allerdings ist dies empfehlenswert. Warum? Je sicherer du dich fühlst, desto eher bleibst du cool. Gerade Sportler üben immer wieder den Wettkampf, um jegliche unvorhersehbaren Dinge sehen zu können. Mein Tipp: setze dich mit einer Freundin zusammen und bitte sie, eine schwierige Verhandlungs-Partnerin zu mimen. 

Nicht gleich das erste Angebot annehmen:

Wer sofort das erste Angebot annimmt verliert, denn meist besteht Verhandlungsspielraum. Hier ist es wichtig standhaft zu bleiben und ruhig zu erklären, warum das Angebot nicht spannend ist. Gerade bei einem neuen Job, kann man auch mitteilen, dass gewisse Lohngrenzen ein No-go sind oder nach einer Bedenkzeit fragen. Wichtig ist, dass du ein Wunschgehalt nennst. Dieses sollte über deinem echten Wunschgehalt liegen und dient dem ankern. Hiermit setzt du einen klaren Startpunkt. Dies sollte keine Range sein, sondern eine fixe Zahl, da dein Verhandlungspartner sonst mit dem Minimum gehen wird. 

Zusammenfassung: 

Es gibt vielen Gründe, nicht zu verhandeln. Gestartet von, dass «Geld allein nicht wichtig ist» bis hin zu «die Firma wird schon sehen, was für eine gute Arbeit ich mache». Dies sind nur Ausreden, das Thema Gehaltsverhandlungen nicht anzugehen. Fun fact: Frauen verhandeln weniger, sind aber – wenn sie es tun – laut Studien meist erfolgreicher. Wer sich allerdings gut vorbereitet, gute Argumente hat und auch eine gewisse Hartnäckigkeit an den Tag legt, hat gute Chancen auf mehr Gehalt. In diesem Sinne: Weil du es wert bist.

Clara Creitz ist Finanzcoach und Gründerin der Finanz-Plattform Finelles. Jeden Monat spricht sie hier auf femelle eines der vielen wichtigen Finanzthemen an und möchte besonders Frauen dazu ermutigen, sich diesen Themen zu widmen. 

Titelbild: Pexels

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