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Alles fliesstWie Shiatsu Blockaden im Körper löst

Was nach Hokuspokus tönt, lässt sich handfest nachweisen. Die positive Wirkung von Shiatsu vor allem bei Schmerzen und Stresssymptomen wurde in verschiedenen Krankheitsfällen wiederholt bestätigt.

Alles über Shiatsu: Therapie, Behandlung und Wirkung

Aus dem Land der aufgehenden Sonne kommt die wohl bekannteste Techniken der Körper- und Energiearbeit: Shiatsu ist eine in Japan entwickelte Form der Körpertherapie, die aus der traditionellen chinesischen Massage Tuina hervorgegangen ist.

Shiatsu heisst zwar in der wörtlichen Übersetzung so viel wie «Fingerdruck», der Therapeut setzt bei der Körpermassage aber auch Ellenbogen, Knie und Füsse ein, um gezielten Druck auf bestimmte «Energiepunkte» zu setzen. Das aktiviert die blockierte Lebensenergie "Chi" - bei uns wohl besser als «Lebensgeister» bekannt.

Im Gegensatz zur herkömmlichen Massage, bei der die Anregung im Vordergrund steht und Atmung, Blut- und Lymphzirkulation schneller werden, geht es bei der Shiatsu-Massage um Entschleunigung: Herzfrequenz und Atemrhythmus sollen also langsamer und tiefer werden.

Chi-Stau: Shiatsu löst energetische Blockaden

Im Wesentlichen zielt eine Shiatsu-Massage auf die Lösung besagter Energieblockanden ab. Nach alter fernöstlicher Überlieferung besteht der Mensch nämlich nicht allein aus körperlicher Materie, wie Muskeln, Knochen oder Organen, sondern zu einem wesentlichen Teil eben auch aus einer nicht sichtbaren Energie, dem Chi. Das Chi wird über bestimmte Bahnen, den so genannten Meridianen, durch den gesamten Körper transportiert. Nun kann es im stressigen Alltag, durch falsche Bewegungen oder auch durch bewegende Emotionen und Lebenssituationen dazu kommen, dass die Meridiane blockiert werden, sich das Chi damit staut und es zu Beschwerden körperlicher wie seelischer Natur kommt.

In diesem Punkt liegt übrigens das Besondere des Shiatsu: Es ist eben nicht rein physisch ausgerichtet. Angewendet wird die Methode daher nicht nur bei körperlichen Symptomen, wie Schmerzen oder Verspannungen, sondern auch bei seelischen Symptomen, etwa Trauer, depressiven Verstimmungen oder Burnout.

Für wen ist Shiatsu geeignet?

Shiatsu versteht sich nicht nur in seiner Anwendungsart als ganzheitlich, sondern eben auch in seiner Zielgruppe. Der Fernost-Entspannungsklassiker ist pauschal gesagt, für jedermann geeignet - unabhängig davon, ob überhaupt Beschwerden vorliegen und wenn ja, welcher Natur sie sind. Wer sich in einer Lebenskriese befindet kann ebenso beim Shiatsu Entspannung finden, wie jemand, dessen Büroalltag ihm permanent Kopf-, Magen- oder Nackenschmerzen bereitet. Shiatsu zur Entspannung wird jedoch nicht von der Krankenversicherung übernommen.

Doch Vorsicht: Wie bei jeder Regel gibt es auch beim Shiatsu einige wenige Ausnahmen. Wer beispielsweise akut erkältet ist, kann durch eine Shiatsu-Behandlung eine unnötige Belastung und Schwächung des Kreislaufs erfahren. Bei fieberigen Infekten gilt daher insbesondere ein Shiatsu-Tabu. Ähnliches kann auch gelten, wenn jemand an akuten Verletzungen des Skelett- oder Bändersystems, z.B. an einem Bandscheibenvorfall leidet. Zwar ist Shiatsu grundsätzlich eine sanfte Therapieform ohne extreme körperliche Belastungen, dennoch sollte bei Zweifeln zuvor mit einer medizinischen Fachperson (z.B. dem behandelnden Arzt) Rücksprache gehalten werden, ehe man sich in die heilsamen Hände des Therapeuten begibt. In jedem Fall und für jeden gilt, dass er etwaige Beschwerden vor der Behandlung mit dem Therapeuten selbst bespricht. Er muss unbedingt wissen, ob bestimmte Krankheiten oder Besonderheiten vorliegen.

Symptome, die sich mit einer Shiatsu-Therapie (begleitend) behandeln lassen

Wie läuft eine Shiatsu-Behandlung ab?

Die klassische Shiatsu Behandlung findet auf dem Boden statt und geht vom Bauch aus.

Die klassische Shiatsu-Behandlung findet auf dem Boden liegend statt und geht vom Bauch als Zentrum des Körpers aus. Bild: iStock

Eine Shiatsu-Behandlung dauert in der Regel zwischen 30 und 60 Minuten. In einem Vorgespräch wird mit dem Therapeuten geklärt, ob körperliche Beschwerden oder Besonderheiten vorliegen.

Anschliessend legt man sich auf eine weiche Matte auf den Boden. In der Regel trägt man leichte, bequeme Kleidung. Der Therapeut beginnt nun mit dem Abtasten des Bauchs. Im Bauch sammeln sich sämtliche Meridiane. Es ist für den Experten daher ein wichtiges Indizien-Zentrum. Dabei wird durch sanften Druck ertastet, wie sich das Gewebe anfühlt. Ist es warm oder an einigen Stellen eher kalt? Spürt man Verhärtungen oder vielleicht eher eine punktuelle Ermüdung?

Anhand der dadurch gewonnen Informationen beginnt der Therapeut anschliessend den restlichen Körper zu bearbeiten. Es wird massiert, gelockert und stimuliert. Der Patient bleibt dabei stets passiv. Auch wenn der Therapeut gezielte gymnastische Bewegungen mit seinen Gliedmassen ausführt, soll der Behandelte sich in Entspannung üben. Am Ende der Sitzung wird noch ein paar Minuten nachgeruht.

Shiatsu in der Schweiz: Was zahlt die Krankenkasse?

Shiatsu ist eine anerkannte Methode der Komplementärmedizin in der Schweiz und wird neben Akupunktur und Osteopathie immer häufiger in Anspruch genommen. Mehrere Studien belegen die Wirksamkeit von Shiatsu in verschiedenen Krankheitsfällen.

Shiatsu-Therapeuten können ihre Ausbildung mit einer eidgenössisch anerkannten höheren Fachprüfung abschliessen und ausweisen. Mitglieder der Shiatsu Gesellschaft Schweiz müssen zudem regelmässig Therapie-Fortbildungen nachweisen.

Shiatsu ist keine anerkannte Leistung der obligatorischen Krankenversicherung. Tatsächlich gibt es immer mehr Krankenkassen, etwa Helsana, die mit der entsprechenden Versicherungsdeckung und beim Vorliegen einer medizinischen Notwendigkeit die Kosten übernehmen. Wer ein Fan von Komplementärmedizin ist, profitiert von einer Zusatzversicherung, die alternative Heilmethoden abdeckt. Nachzufragen lohnt sich in also in jedem Fall.

Und eine Shiatsu-Behandlung auszuprobieren auch. Es fühlt sich unendlich gut an, wenn alles wieder im Fluss ist.

Titelbild: Wavebreak Media

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