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Keine Aufopferung Was steckt hinter dem Arbeitstrend «quiet quitting»?

Keine Überstunden, keine Erreichbarkeit an freien Tagen, keine Aufgaben, die über die Jobbeschreibung hinausgehen – immer mehr Arbeitnehmende haben keine Lust bis zum Burnout zu schaffen. Was hinter dem Trend «Quiet quitting» steckt und warum das eine positive Entwicklung für die Arbeitskultur sein kann.

Eine Frau sitzt vor ihrem Laptop.
Was genau versteht man unter dem «stillen kündigen»? © Getty Images / AleksandarNakic

Das Wichtigste in Kürze

  • «Quiet quitter» machen nur das, was in ihrer Jobbeschreibung steht. Überstunden oder Extra-Aufgaben machen diese Mitarbeitenden nicht, solange das nicht bezahlt wird.
  • Es handelt sich um einen Trend, der das Gegenteil der «Hustle Kultur» darstellt, bei welcher man versucht immer schneller, besser und effektiver zu arbeiten.
  • Grund für «quiet quitting»: Die Generation Z hat keine Lust bis zum Burnout zu arbeiten und sich für den Job aufzuopfern.
  • «Quiet quitting» kann zu einer besseren Work-Life Balance führen.

Vor allem junge Leute bezeichnen sich zunehmend als «quiet quitter». Doch entgegen der Bezeichnung handelt es sich nicht um eine Kündigung, sondern eine Arbeitsmoral. Es wird erledigt, wofür man bezahlt wird. Ohne Überstunden oder 24 Stunden Erreichbarkeit. Die Generation hat im familiären Umfeld erlebt, welche Folgen durch Stress und Erschöpfung entstehen können.

Was ist quiet quitting?

«Quiet Quitter» kündigen nicht ihren Job, sondern machen leisten das Minimum für ihren Job. Das heisst, sie halten sich an ihre Arbeitszeiten sowie an ihre Jobbeschreibung und wollen auch nicht die beste Leistung erbringen, sondern einfach ihre Arbeit machen. Das, wofür sie bezahlt werden – und nicht mehr. Eine stille Kündigung ist folglich keine Kündigung, sondern lediglich eine klare Trennung zwischen Beruflichem und Privatem.

Laut «Resume Builder» zählen sich bereits 20 % der Arbeitnehmenden zu den stillen Quittern. Diese Arbeitskultur findet auch in der Schweiz Anklang. Demnach sind Gründe für das «quiet quitting» psychischer Stress, mangelnde Unterstützung aus der Teppichetage und fehlende Wertschätzung.

Warum nennt man es quiet quitting?

Der Begriff «quiet quitting» wurde durch den TikTok-User «zaidleppelin» bekannt. Dieser ruft dazu auf, die «Hustle Kultur» zu hinterfragen und sich nicht für die Arbeit aufzuopfern. «Die Arbeit ist nicht dein Leben, dein Wert als Mensch definiert sich nicht über deinen Output», sagt der TikToker in seinem viralen Video.

Ist quiet quitting schlecht?

Im Fokus des «quiet quittings» steht die Self-care. Stress hat nachweislich viele gesundheitliche Folgen und sollte nach Möglichkeit vermieden werden. Da es sich bei «quiet quitting» um die klare Trennung von Beruf und Alltag handelt, ist das auch keine negative Arbeitskultur. Sondern eine, die nachhaltig für eine positive Einstellung zur Arbeit führen kann. Wer klare Grenzen setzt und nur das Nötigste macht, ist kein schlechter Mitarbeiter und keine schlechte Mitarbeiterin. Von Befürwortern der «Hustle Kultur» hingegen wird die Arbeitseinstellung kritisiert.

Positives Arbeitsklimas durch «quiet quitting»

«Quiet quitting» kann man aber auch als Chance sehen. Man kann nicht (mehr) voraussetzen, dass Arbeitnehmende sich zum Burnout schuften. Wenn Extra-Arbeit ansteht, muss diese entlohnt werden und dabei handelt es sich um eine Win-win-Situation. Arbeitgeber und Arbeitgeberinnen profitieren von Produktivität, weil es den Mitarbeitenden gut geht. Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen profitieren davon, dass ihre Arbeit wertgeschätzt wird und Extraleistungen fair bezahlt werden.

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