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BEST IS BASICDas Geheimnis einer guten Beziehung

Es ist einfacher, als man vielleicht glaubt: Zu einer guten Beziehung gehören nicht mehr als zwei Herzen und vier Säulen. Der Rest ist Engagement! Und damit machbar, meint unsere Redaktorin. Vier Beziehungs-Basics.

Die vier Säulen der Ehe.

In einer guten Beziehung sollte es keine Geheimnisse geben. Die Liebe ist den meisten ohnehin schon Geheimnis genug. Über kaum ein anderes Thema wurden so viele Bücher, Seminare und Ratgeber veröffentlich, wie über die Liebe. Und dennoch: Das Geheimnis einer guten Beziehung scheint ein Bestseller-Buch mit sieben Siegeln zu bleiben. Ist es denn wirklich so schwer das Rätsel einer glücklichen Beziehung zu entschlüsseln? Oder machen wir es vielleicht komplizierter als es ist?

Dabei sollte die Liebe doch eigentlich leicht sein. Keep it simple. Weniger ist meist mehr. Warum sollte das in der Liebe anders sein? Vielleicht genügen schon wenige, aber wesentliche Bausteine, um einer Beziehung ein stabiles Gerüst zu geben. Es folgen die vier Säulen einer guten Beziehung. Allesamt sind simpel und sinnvoll und damit auf jeden Fall einen Versuch wert.

Die erste Säule der Beziehung: Freundlichkeit

Eine Beziehung basiert auf Liebe. Und Liebe findet Ihren Ausdruck in Freundlichkeit und Herzlichkeit. Jedenfalls theoretisch. In der Praxis sieht das oft anders aus. Oder sind Sie wirklich immer freundlich zu Ihrem Liebsten? Hand aufs Herz: Wahrscheinlich nicht. Vielleicht ist sogar das Gegenteil der Fall: Zu den Personen, die wir am meisten lieben, sind wir oft am unfreundlichsten. Schliesslich müssen wir uns hier nicht verstellen. Jedenfalls meinen wir das. Schlechte Laune prallt dadurch oft ungebremst am anderen ab – und trifft ihn trotzdem. Dabei würde bereits ein Hauch mehr Freundlichkeit (die wir Fremden gegenüber übrigens immer aufbringen) schon kleine Wunder bewirken. Wer freundlich behandelt wird, fühlt sich wertgeschätzt. Eine einfachere Art «Ich liebe Dich» zu sagen gibt es nicht. Abgesehen davon hat Herzlichkeit eine wunderbare Eigenschaft: Sie kehrt immer zu einem zurück. Behandeln Sie ihren Partner auch im Alltag mit Bedacht und Freundlichkeit. Sicher wird er es Ihnen schon bald Gleich tun.

Praxis-Tipp: Treffen Sie mit Ihrem Partner ruhig eine Vereinbarung über einen freundlichen Umgang miteinander. Vielleicht führen Sie sogar eine Art Strafe ein: Wer unfreundlich ist, muss beispielsweise einen Franken in ein Sparschwein werfen. Vom Erlös gehen Sie dann gemeinsam schön essen. Nehmen Sie diese Strafe aber bitte nicht zu ernst – Freundlichkeit heisst auch mal ein Auge zudrücken zu können.

Die zweite Säule der Beziehung: Gelassenheit

Liebe und Sex sind allgegenwärtig. Ob auf Plakaten, im TV, beim Einkaufen, im Bus oder sonst wo – romantische und erotische Bilder sind unausweichlich. Und dabei oft unrealistisch. Denn ob körperlich oder emotional: Liebe kommt nicht aus Hollywood und wird daher meist viel schlichter gelebt, als man glaubt. Machen Sie bewusst, dass kaum ein anderer Lebensbereich derart mit Normen und Erwartungen überbefrachtet ist wie die Liebe und lassen Sie sich davon nicht fremdsteuern. Die Wahrheit ist: Man kann durchaus weniger exotische - ob emotional oder erotisch - Dinge tun und dennoch in einer glücklichen Beziehung leben. Hauptsache, sie tun beiden Partnern gut. Ob Sie miteinander Kochen, Wandern oder einfach nur gern gemeinsam Lästern: Entdecken Sie, was Sie und Ihren Partner verbindet und zelebrieren Sie diesen Gemeinsamkeit – auch wenn Sie nicht für eine flimreife Romanze taugt. Wen stört’s?

Praxis-Tipp: Reservieren Sie sich feste Zeiten füreinander. Oft teilen Paare zwar gemeinsame Interessen, in der Hektik des Alltags finden sie jedoch meist kaum Zeit diesen nachzugehen. Dabei sind Gemeinsamkeiten so wichtig.

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Die dritte Säule der Beziehung: Eigenständigkeit

Gemeinsamkeiten verbinden zwar. Doch unterm Strich kennt Sie niemand so gut wie Sie sich selbst. Auch müssen Sie mit niemandem sonst so viel Lebenszeit verbringen, wie mit sich. Grund genug, sich um sich selbst zu sorgen. Und gleichzeitig die Erwartung runterschrauben, dass der Partner für Ihr Glück allein verantwortlich ist. Denn das liegt letztlich allein in Ihrer Hand. Das gilt andersherum natürlich genauso. Machen Sie sich selbst glücklich. Ob durch eigene Hobbys oder schlichte Zeit für sich allein: Nur wenn Sie selbst fröhlich und zufrieden sind, können Sie Glück und Frieden weiter geben – an Ihren Liebsten. Und damit an Ihre Beziehung und das kommt letztlich wieder Ihnen zugute. Ein toller Teufelskreis.

Praxis-Tipp: Verwechseln Sie diese Säule nicht mit der Pflege von Freundschaften. Auch das ist wichtig. Jedoch ist es für die eigene Zufriedenheit noch bedeutsamer, ein Interesse zu finden, was allein dem eigenen Herzen entspringt, also völlig unabhängig von anderen Menschen ausgelebt werden kann. Probieren Sie ruhig verschiedene Dinge aus (z.B. Malen oder Puzzlen) bis Sie das Richtige für sich gefunden haben.

Die vierte Säule der Beziehung: Kommunikation

Liebe soll leicht, unkompliziert und im besten Sinne praktisch sein. Verstricken Sie sich daher nicht in graue Theorie oder ermüdende Gespräche. Liebe muss man sprichwörtlich machen. Eine gute Kommunikation ist zwar überaus wichtig, schaffen Sie sich jedoch kein Problem, wo vielleicht gar keines ist. Unterscheiden Sie bewusst zwischen der Quantität und der Qualität Ihrer Paargespräche. Nur letztere ist entscheidend. Denn nur weil in Ihrer Beziehung nicht viel geplaudert wird, muss deshalb nicht unbedingt etwas im Argen sein. Probleme müssen be-, aber nicht zerredet werden.

Praxis-Tipp: Vergewissern Sie sich in jedem Gespräch, ob Sie einander auch wirklich verstehen. Rückfragen sind das beste Mittel zur Absicherung. Missverständliche Kommunikation ist ein häufiger und unnötiger Beziehungsballast. Zum Glück liegt es an Ihnen das zu klären. Eine Beziehung kann eben doch einfach sein – man muss nur dran glauben.

Reden mit Regeln: Tipps für eine gute Kommunikation

Ich-Form: Äussern Sie Kritik nicht als Vorwurf, sondern beschreiben Sie lieber, was Sie daran stört oder was Sie dabei empfinden. Bleiben Sie also bei sich, anstatt Ihr Gegenüber anzugreifen.

Notizen: Jemanden zu unterbrechen ist unhöflich und respektlos. Um Ihren Einwand trotzdem nicht zu vergessen, können Sie sich Stichpunkte auf einem kleinen Zettel notieren.

Wiederholen und Zusammenfassen: Um sicher zustellen, dass beide Partner auch wirklich über das gleiche Thema reden, sollte das Vorgetragene vom Zuhörenden kurz wiederholt werden. Auf diese Weise geht man sicher, dass beide die gleiche Gesprächsgrundlage haben.

Körpersprache: Unsere Haltung und Mimik tragen einen grossen Teil zur Kommunikation bei. Achten Sie also darauf, dass Ihre Körpersprache offen und freundlich wirkt. Es bringt nichts, wenn Sie zwar etwas vermeintlich Nettes sagen, aber dabei beispielsweise mit den Augen rollen.

Nicht interpretieren: Nur das Gesagte zählt! Gerade wenn man sich lange Zeit kennt beginnt man automatisch Schlüsse aus dem Tonfall des andern zu ziehen oder versucht zwischen den Zeilen zu lesen. So entstehen oft vorschnelle Urteile, die oft nichts mit de Gesagten, sondern nur etwas mit dem Gedachten zu tun haben. Umgekehrtes gilt für den Sprechenden: Sagen Sie, was Sie auf dem Herzen haben und versuchen Sie nicht etwas durch verschlüsselte Botschaften zu transportieren.

Foto: iStock, Thinkstock

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