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GETRENNTE SCHLAFZIMMERDer Anfang vom Ende der Beziehung?

Getrennte Schlafzimmer sind ein Zeichen. Aber wofür? Dass Sex in Ihrer Beziehung sowieso keine Rolle mehr spielt oder dass er so laut schnarcht, dass Sie zu müde für Sex sind? Ein Meinungsstück.

getrennt schlafen

Frisch Verliebte brauchen nicht mehr als schmale 90 Zentimeter, um sich glückselig ins Land der Träume zu schlummern. Frisch Verliebte brauchen wenig Schlaf. Das ändert sich. Aber auch wenn sich die Schmetterlinge aus dem Bauch geflattert sind, ist die Matratze dasjenige Fleckchen im Haus, das wie kein zweites für Zweisamkeit reserviert ist. Und zwar nicht nur nach Schlafzimmer Feng Shui, sondern vor allem nach dem Empfinden anderer. Nachbarn, Freunde, Eltern und Kollegen würden nur zu gern einen Blick durch Ihr Schlafzimmerschlüsselloch werfen. Vor allem, wenn sich ein Paar für getrennte Schlafzimmer entscheidet, ist die Verwunderung gross, die Neugier noch grösser und das Gerede am aller grössten.

Getrennt schlafen: Viel tun es, wenige verraten es

Obwohl Architekten laut einer Studie der New York Times vorhersagen, dass 60 Prozent aller neu gebauten Einfamilienhäuser mit getrennten Schlafzimmern ausgestattet werden und – Hand auf’s Herz – leise schon selbst jeder einmal über die Vorteile nächtlicher Distanz nachgedacht hat, landen getrennt schlafende Paare noch immer im Schubfach der gescheiterten Beziehungen. Bis das Bett euch scheidet.

Gleichzeitig – und das ist die gefährliche Heuchelei an der Sache - immer mehr Paare hinter zugezogener Tür etwas ganz anderes leben: Getrennte Schlafzimmer sind auf dem Vormarsch. Längst nicht mehr alle Paare wollen unter einer Decke stecken. Aus gutem Grund: Schlaf ist wichtig!

Das sagt die Schlafforschung zu getrennten Betten

Jeder Mensch hat seine eigenen Schlafgewohnheiten, Rhythmen und Eigenarten. Es ist fast unmöglich, dass Paare sich darin ähnlich sind. Die gemeinsame Nachtruhe ist daher immer ein unnatürlicher Kompromiss. Tauschgeschäft: Nähe gegen Schlaf.

Wenn es allerdings darum geht, zu den getrennten Schlafzimmer zu stehen, halten die Liebenden ihr Schweigegelöbde. Was sollen die Nachbarn denken? Und wenn einer fragt, ist es nur ein Gästezimmer mit gelegentlicher Ausweichmöglichkeit. Schnupfen oder so.

Zweimal Klopfen heisst Sex

Dabei wäre es doch einmal ganz spannend mit Freunden offen über getrennte Schlafzimmer zu sprechen. Und zu wissen, was sie wirklich denken: Ob sie das Schnarchen ihres Partners wirklich so sehr vermissen würden? Er freut sich vielleicht auch, wenn er auch mal die Decke ganz für sich hat? Und sie, wenn die grelle Flimmerkiste nur ihn in den Schlaf blinkt? Ist es der Anfang vom Ende der Beziehung, wenn der Schichtdienst-Wecker des Partners nicht beide aus dem Tiefschlaf reisst? Und wäre es vielleicht sogar ganz schön, das Zimmer lüften zu können, ohne damit auch die Stimmung gen Gefrierpunkt sinken zu lassen? Was einige nicht zu träumen oder gar auszusprechen wagen ist nämlich, dass getrennte Schlafzimmer ganz schön geil sein können.

Das ist egoistisch. Aber wer sich selbst liebt, kann schon mal das und hat es dann vielleicht leichter mit einem zweiten, der zu lieben ist. Denn wer unabhängig, zufrieden und entspannt ist, hat theoretisch mehr Sinn für Sex. Und praktisch, können getrennte Schlafzimmer ein gesunder Tritt in den Sofapopo eingeschlafener Paare sein: an der Matratze des anderen zu horchen ist nämlich nicht mehr selbstverständlich.

Verführt euch!

Foto: Scott Maxworthy via Flickr(CC BY-NC-ND 2.0)

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