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LIEBE 2.0Warum Single-Mütter jetzt online daten

Love-Chats und Single-Börsen, e-dating und online-flirting. Vor allem immer mehr Single-Mütter suchen virtuell nach der neuen Liebe. Denn Online-Dating spart Zeit, Stress - und Mut. Doch lässt sich Romantik wirklich so leicht programmieren? Wir clicken hinter die Kulissen.

Online-Dating

Es ist schon merkwürdig: Nie gab es mehr Online-Single-Börsen als heute. Auch die angebotenen Flirt-Test und Partner-Prorgamme werden immer raffinierter. Laut einer Studie der Rocherster University ist das Internet heute der zweithäufigste Ort zum Kennenlernen geworden. Ein Umstand der auch Singles mit Kindern nicht entgangen ist. Online-Dating boomt. Aber damit ist sie nicht allein. Denn das Kuriose an der Sache ist: Auch die Quote der Singles erreicht dieser Tage ihren Höchststand. Nie gab es mehr Singles als heute. Ein Widerspruch in sich? Oder halten die zahlreichen Online-Liebes-Börsen am Ende vielleicht doch nicht, was sie versprechen? Wie steht es um die Liebe auf den ersten Click – wer ehrliche Antworten oder die echte Liebe sucht, liest am besten weiter.

Liebe Online: Viele Singles, noch mehr Daten.

Die grosse Liebe zu finden ist eine der grössten Sehnsüchte des Menschen und damit seine grösste Treibfeder. Das Internet scheint heute zum Hoffnungsträger Nummer eins geworden zu sein. Immerhin folgen rund 25 Millionen Menschen dem virtuellen Pfad populärer Online-Portale, die dem ewigen Herzschmerz endlich ein Ende zu setzen versprechen. Hinter jedem kleinen Click verbirgt sich die grosse Hoffnung. Allerdings nicht nur für die Suchenden, sondern auch für die cleveren Geschäftsleute dahinter. Denn was viele unterschätzen: Liebe – und die Suche nach ihr – macht blind. So merken die meisten Flirt-Suchenden nicht einmal, welches Geschäft mit ihnen und ihren persönlichen Daten gemacht wird. Onlineportale sammeln durch Mitgliedsbeiträge, aber vor allem durch Werbeverträge, das grosse Geld. Nicht weniger interessant ist der Handel mit den millionenfachen Datensätzen der liebes-blinden User. Ob zu wissenschaftlichen Zwecken oder zum lästigen Adressen-Handel: Während User nach dem goldenen Herzen suchen, finden Portal-Anbieter eine goldene Nasen.

Ist Liebe programmierbar?

Zwar mögen die meisten User das grosse Geschäft mit den grossen Gefühlen, in Aussicht auf den lang ersehnten Seelenverwandten, vielleicht noch in Kauf nehmen. Die Forscher der Rocherster University sehen den Boom der Online-Dating-Börsen dennoch kritisch. Ihre Bedenken sind dabei ebenso unromantisch, wie realistisch: Das Internet macht aus der grossen Liebe eine Art Ware, die es ebenso masszuschneidern versucht, wie eine perfekte Hausratversicherung. Dabei ist bis dato fraglich, ob dieses Konzept funktioniert. Entsteht Liebe wirklich nur durch den schlichten Abgleich von Alter, Augenfarbe und Lieblingsautor? Wer sich auf einschlägigen Dating-Portalen umgesehen hat, kennt wohl die Antwort. Nur weil es zwischen zwei Menschen clickt, muss es noch lange nicht funken. Diese Erfahrung ist bei Online-Flirtenden keine Seltenheit.

Das Online-Ich: Die virtuelle Wahrheit

Wenn es aber doch einmal Click gemacht, kann die Liebesfalle schon wenige Kilobites später lauern. Durch den rosaroten Monitor kann das Bild des gefundenen Gegenübers nämlich durchaus einmal verzerrt sein und das, was einen real erwartet, entspricht nicht immer dem, was man virtuell gefunden hat. Der Grund hierfür ist simpel: Zwischen den vielen Chats, Mails und Emoticons, die durch’s WWW dirket ins Herz gerast sind, bleibt viel Platz für so genannte virtuelle Wahrheiten. Also solchen Tatsachen, die mit dem realen Leben nicht immer viel zu tun haben müssen. Der Mensch zwischen bites und bytes ist nun mal nicht immer auch der Mensch, der er aus Fleisch und Blut ist. Die Ernüchertung hingegen kennt keine Grauzone. Sie trifft einen wie ein schwarzer Schlag. Dabei müssen es nicht einmal vorsätzliche Unwahreiten über Alter oder Gewicht sein, manchmal ist es schlichtweg der Geruch, der den geliebten Chat-Partner im realen Leben zum Flirt-Flop werden lässt.

Liebe in Zeiten des WWW: Die Chance bleibt bestehen

So verlockend die Online-Liebe auch klingt, so tückisch ist sie also auch. Und damit entspricht sie letztlich doch wieder dem Ruf, den wir seit je her von ihr gewohnt sind: Liebe ist unberechenbar. Doch genau das ist der Grund, warum sie auch überall lauern kann. Sogar im Netz. Das WWW ist vielleicht kein Garant für die grosse Liebe, aber auch kein schlechter Anfang. Wer hat schon in seiner Stammkneipe die Gelegenheit zwischen rund 25 Millionen Singles zu wählen? Auch wenn man derzeit nach der Nadel im Heuhaufen clickt – irgendwo wird sie schon stecken. Vielleicht auch im Netz. Vielleicht auch nicht. Wie gesagt: Liebe ist nicht berechen- und erst recht nicht programmierbar. Das ist ja das Schöne!

Liebe im Internet: Die wichtigsten Regeln beim Online-Dating

Liebe verläuft ohne Regeln, die Suche nach ihr hingegen nicht. Im Gegenteil: Wer im Internet nach seinem Traumpartner sucht, sollte ein paar Anweisungen beachten:

Ehrlich bleiben: Natürlich lässt sich im Dating-Profil leicht schummeln. Bleiben sie daher bei der Wahrheit – das Gleiche wünschen Sie sich schliesslich auch von Ihrem Herzblatt.

Aktuelle Fotos: Auch die optische Verschönerung von Selbstportraits ist ein Fauxpas. Ferner sollten die Bilder nicht älter als ein Jahr sein, damit Sie auch das abbilden, was der künftige Partner im Reallife zu sehen bekommt. Keine Angst: Ein wirklich ernsthafter Partner will gar kein Supermodell aus dem Mode-Katalog; er will Sie genau so, wie Sie sind.

Vorsicht bei persönlichen Daten: Gehen Sie mit persönlichen Daten sorgsam um. Adresse, Telefon- und Handynummer sollten nur dann angegeben werden, wenn Sie um die Seriösität des Portals und Ihres Flirts wissen.

Erwartungen anpassen: Niemand kann vermeiden, sich beim Lesen von E-Mails, bildhafte Vorstellungen vom Gegenüber zu machen. Doch bedenken Sie: Den perfekten Partner gibt es nur in Ihrer Vorstellung, aber nicht auf diesem Planeten. Wer sich Hals über Kopf in seine eigene Vorstellung verliebt, hat keinen Platz mehr für echte Menschen in seinem Herzen.

Real bleiben: Nach dem Kennenlernen im virtuellen Raum sollten Sie Ihren Chatpartner bald an einem öffentlichen Ort treffen. Dann sehen Sie, ob dieser Mensch dem entspricht, was er von sich behauptet. Plus: Man läuft nicht Gefahr, sich in der virtuellen Welt zu verlieren. 

Bild: iStock

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