Auf Streife6 Methoden gegen Schwangerschaftsstreifen im Check

Dass sich Dehnungstreifen wegcremen lassen, ist glatt gelogen. Aber auch eine schlechte Ausrede sich auf die faule Haut zu legen. Sport, Ernährung oder hilft der Beautydoc? Wir betrachten die Sache mit den ungeliebten Streifen mal ganz realistisch.

Was wirklich gegen Dehungstreifen und Schwangerschaftsstreifen hilft: Die beliebtesten Methoden im Check

Was wir haben, was Chrissy Teigen auch hat? Wahrscheinlich Dehnungsstreifenstreifen an den Beinen, der Hüfte, am Bauch oder am Po. Ob das schlimm ist? Wie könnte es, wenn selbst das Sports Illustrated Model nur noch milde über die eigene Hautrisse lächelt und dazu angesprochen sagt:« Ich glaube, wir haben vergessen wie normale Leute heute aussehen.»

Mit dem Instagram-Post von ihren Dehnungsstreifen (sieht man doch kaum!), hat sie vor allem den weiblichen Teil ihrer zwei Millionen Follower eine riesige Freude gemacht. Denn spätestens jetzthaben wir es von prominenter Stelle bestätigt, auch Supermodels bleiben nicht vor Dehnungs- und Schwangerschaftsstreifen verschont.

Man muss nämlich weder schwanger noch übergewichtig sein, um Opfer der lästigen Streifen zu werden (siehe Chrissy Teigen). Schwangerschaftsstreifen können jeden treffen. Selbst Sportler oder sogar Männer. Grund genug für die Beautyindustrie sich jede Menge Produkte und Behandlungsmethoden einfallen zu lassen. Wie wirkungsvoll sie sind, hängt dabei davon ab, ob sie an die Ursachen der Dehnungsstreifen gehen.

Wieso wir Schwangerschaftsstreifen oder Dehnungsstreifen bekommen

Schuld an den Dehnungsstreifen ist vor allem das Bindegewebe. Je nach Hauttyp, Hauttdicke und Hautelastizität, ist man mehr oder weniger anfällig für Schwangerschafts- bzw. Dehnungsstreifen. Das sind nämlich vereinfacht gesagt, kleine Hautrisse, die bei einer Dehnung der Haut in den unteren Gewebeschichten entstehen und hier als kleine, weisse-silbrige Narben sichtbar bleiben. Ähnlich, wie ein Gummiband, wenn man es überdehnt, kann die Haut dem Druck nicht Stand halten und gibt nach. Ein von Natur aus festes Gummiband ist dabei standhafter, als lasches Material. Ebenso verhält es sich beim Bindegewebe, dessen Beschaffenheit zu einem Grossteil genetisch veranlagt und damit eben nur teilweise durch den Lebensstil beeinflussbar ist.

Vor allem schwangere Frauen können wohl kaum verhindern, dass ihre Haut vor allem in den letzten Schwangerschaftswochen am Bauch, an den Oberschenkeln und an den Brüsten plötzlich stark und schubweise gedehnt wird. Das soll sie ja und das ist ja auch der Grund warum Frauen schon von Natur aus ein etwas schwächeres Bindegewebe haben.

Die gute Nachricht dabei ist, heute bekommen Frauen sehr viel seltener Schwangerschaftsstreifen, weil wir sehr viel aktiver dagegen angehen.

Schwangerschaftsreifen vorbeugen und entfernen: Welche Methoden bringen wirklich was?

Wer sich seinem genetischen Schicksal nicht kampflos ergeben will, kann den Schwangerschaftsstreifen mit verschiedenen Methoden begegnen. Allerdings sind manche vielversprechender als andere. Wir verraten, welche.

1 Schwangerschaftsstreifen vorbeugen mit Sport

Das beliebteste Mittel der Wahl um das Bindegewebe zu stärken und damit Dehnungsstreifen und Cellulite vorzubeugen ist Sport. Denn eine straffe Muskelschicht gebietet einer übermässigen Dehnung der Haut Einhalt und schützt sie so vor unschönen Rissen. Dabei sind vor allem Joggen, Walking, Faszien-Training, Velo fahren, Schwimmen oder Cardio-Training die Ganzkörper-Workouts der Wahl.

Realitätsscheck: Sport ist nicht nur die am häufigsten empfohlene, sondern auch die effektivste Methode gegen Schwangerschaftsstreifen, da sie konsequent an den Ursachen arbeitet. Aber etwas Vorsicht gilt doch: Ziel des vorbeugenden Trainings ist kein schneller Muskelzuwachs, sondern ein sanft gekräftigtes Gewebe und idealerweise ein regelmässiges Ausdauertraining zur Vorbeugung und Verbrennung von Fetteinlagerungen.

2 Schwangerschaftsstreifen vorbeugen mit Crèmes

Auch kosmetische Mittel sollen helfen Schwangerschaftsstreifen vorzubeugen. Vor allem Produkte mit Vitamin E, wie Kakaobutter, Jojoba-, Mandel- oder Nachtkerzenöl sollen Streifen erst gar nicht entstehen zu lassen.

Realitätscheck: Natürlich ist Vitamin E gut für die Haut. Und eine gute Feuchtigkeitspflege lässt das Hautbild immer schöner und jüngerer scheinen, schon, weil sie nicht mehr so trocken ist und sich geschmeidiger anfühlt. Nichtsdestotrotz ist es eine Oberflächenbehandlung, die nicht an die eigentlichen Ursachen der Dehnungsstreifen heranreicht.

Das Wirkprinzip hinter diesen vorbeugenden Produkten beruht dabei aber meist ohnehin weniger auf den Inhaltstoffen, als viel mehr auf der Art ihrer Anwendung. Es geht nämlich um eine intensive Stimulation der unteren Hautschichten. Die Durchblutung soll hier angeregt und das Bindegewebe so insgesamt geschmeidiger – und damit weniger anfällig für Schwangerschaftsstreifen – gemacht werden. Je intensiver und regelmässiger man die Produkte also in die Haut einmassiert, desto besser ist eine gewisse, vorbeugende Wirkung.

3 Schwangerschaftsstreifen vorbeugen mit gesunder Ernährung

Wer nicht zunimmt, kann auch keine Dehnungsstreifen bekommen. Tönt logisch. Deshalb empfiehlt es sich gesund und ausgewogen zu essen und grössere Gewichtsschwankungen zu vermeiden.

Realitätsscheck: Sag das mal dem Baby. Spätestens wenn man schwanger ist, ist diese Methode natürlich der blanke Hohn. Aber man kann der Haut, der Figur und der eigenen Gesundheit zuliebe natürlich darauf zu achten, während der Schwangerschaft nicht zu viel an Gewicht zuzunehmen.

4 Schwangerschaftstreifen entfernen mit Laser

Sind die Steifen jedoch erst einmal entstanden, ist es nicht ganz einfach sie wieder los zu werden. Anders als andere Narben, sind die Risse nämlich nicht an der obersten Hautschicht entstanden, sondern liegen tief im Gewebeinneren. Ein äusserliches, kosmetisches Abschleifen, wie es sonst bei Narbenbehandlungen gemacht wird, nützt also nichts. Lediglich durch minimalinvasive Methoden wie Laser oder Ultraschall kann man die betroffenen Stellen erreichen und sie stimulieren. In der Regel werden bei diesen Verfahren Wirkstoffe, wie Kollagen injiziert. Dieses zelleigene Material soll bei der Reproduktion neuen Gewebes helfen, so dass sich die Narbe quasi selbst erneuert und damit weniger ausgeprägt sichtbar ist.

Realitätscheck: Laser-Treatments gehören zu den effektivsten Methoden, um Schwangerschaftsstreifen zu entfernen. Wunder darf man sich dennoch nicht erwarten. Mehr als eine starke Verblassen der Schwangerschaftsstreifen lässt auch mit einer vergleichsweise teuren Lasertherapie leider nicht erreichen. Mit mindestens 4 bis 5 Behandlungen sollte man rechnen.

5 Schwangerschaftsstreifen entfernen mit Micro-Needling oder Dermarollern

Dank feiner Nadeln, die mit einer Walze über die Haut gerollt werden und die oberste Hautschicht mit Ministichen verletzen, soll die hauteigene Kollagenbildung wieder angeregt werden und Schwangerschaftsstreifen entfernt werden.

Realitätscheck: Abgesehen davon, dass eine Micro-Needling-Treatment beim Beautyspezialist im wahrsten Sinne des Wortes eine blutige Angelegenheit ist, – die Downtime beträgt mindestens zwei Tage - bewiesen ist diese Wirkung auf Schwangerschaftsstreifen leider nicht. Bewiesen ist aber eine Verbesserung des Hautbilds. Deshalb finden wir, Micro-Needling ist eigentlich sinnvoller für die Behandlung des Gesichts.

Gewarnt sei auch vor Dermarollern aus dem Kaufhaus Internet, wer die falsche Nadellänge und Intensität benutzt, fügt der Haut unter Umständen irreparable Schäden zu.

6 Schwangerschaftstreifen entfernen ohne etwas zu tun

Zeit heilt alle Wunden. Denn eine sanfte Aufhellung erreichen Dehnungsstreifen im Laufe der Zeit  ganz von allein. Ähnlich wie Operationsnarben schimmern nämlich auch Dehnungstreifen anfangs noch blau oder lila und werden nach und nach aber immer heller, bis sie schliesslich ohnehin kaum noch zu sehen sind. Unterstützend sollen dabei Zink und Narbenöl wirken. Oder aber, man schaut sich einfach nochmal den Post von Chrissy Teigen an. Denn so schlimm sind die Streifen doch gar nicht, oder?

Titelbild: iStock

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