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Panic besides the disco!Panikattacken: Symptome erkennen und lindern

Schwindel, Schweissausbrüche und massive Atemnot sind die körperlichen Anzeichen einer mentalen Ursache. Deshalb ist es wichtig, die Symptome von Panikattacken und Angststörungen zu erkennen und die richtige Behandlung oder Therapie zu finden. Wir haben einige Tipps!

Panikattacken und Angstzustände Symptome erkennen

Sie kommen plötzlich, absolut unerwartet und dafür umso heftiger. Die Symptome von Panikattacken können viele Betroffene – jedenfalls beim ersten Mal – nicht richtig einordnen. Denn anders als man vielleicht vermuten mag, zeigt sich die Panik bei Angststörungen nicht unbedingt nur mental, sondern vor allem körperlich.

Panikattacken und Angststörungen: Typische Symptome

Als Panikattacke bezeichnet man einen plötzlich auftretenden Zustand extrem starker Angst, der von einer unterschiedlichen Vielzahl körperlicher Beschwerden und unangenehmen Gefühlen begleitet wird – also eine Art starke Phobie, ohne erklärlichen Grund oder Auslöser. Typische körperliche Symptome einer Panikattacke sind:

+ Herzrasen: Der Puls steigt schlagartig und extrem hoch an. Betroffene Personen spüren ein massives Herzklopfen. Oft beginnen bei diesem Symptom auch die Muskeln stark zu zittern. Oftmals befürchten Betroffene, dass gerade dieses Symptom auf eine körperliche Erkrankung zurückzuführen ist.

+ Atemnot: Bei einem Angstanfall fällt es den Betroffenen schwer zu atmen. Ihr Mund wird trocken und sie spüren gleichzeitig ein beklemmendes Gefühl in der Brust. Die Atemnot kann so schwer sein, dass die Betroffenen glauben, zu ersticken.

+ Schweissausbrüche: Sowohl kalter Schweiss, als auch enorme Hitzewallungen sind ein typisches Anzeichen einer Panikattacke.

+ Wahrnehmungsstörungen: Betroffene einer Panikattacke sind derart auf ihre körperlichen Anzeichen und mentalen Ängste fokussiert, dass sie ihre Umwelt oft kaum noch wahrnehmen. Sie fühlen sich benommen oder desorientiert.

+ Übelkeit: Der Magen zieht sich zusammen, Betroffene fühlen sich elend oder müssen in seltenen Fällen sogar erbrechen; auch diese Anzeichen sind typische Symptome von Panikattacken und Angstzuständen.

+ Angst: Das Angstgefühl bei einer Panikattacke ist enorm und kommt plötzlich. In Verbindung mit den körperlichen Symptomen einer Panikattacke, fürchten die Betroffenen teilweise um ihr Leben.

Angstanfälle richtig einschätzen

Die körperlichen Symptome von Panikstörungen sind in vielen Fällen derart massiv, dass die Betroffenen – jedenfalls beim ersten Mal – von einer physischen Erkrankung (z.B. Herzinfarkt, Herz-Kreis-Lauf-Zusammenbruch) ausgehen.

Die mentale Komponente hinter einer Panikattacke wird im ersten Moment häufig nicht erkannt. Typisch für Panikattacken ist, dass sie schlagartig und wie aus heiterem Himmel einsetzen und nach wenigen Minuten ihren Höhepunkt erreicht haben. Nach circa 10 bis 15 Minuten (in seltenen Fällen erst nach 30 Minuten) lassen die Symptome wieder nach.

Panikattacken und Panikstörungen: Ursachen und Häufigkeit

Die Ursachen von Angststörungen sind wissenschaftlich noch nicht vollständig geklärt. Gewiss ist jedoch, dass belastende Lebenssituationen (Unfälle, Todesfälle, Trennungen, Jobverlust, Existenzangst, Missbrauch, Stress) ursächlich für die Angstanfälle sind.

Ebenfalls wird davon ausgegangen, dass genetische Faktoren, Depressionen und Phobien das Auftreten von Panikattacken begünstigen können. Kommen die Angstanfälle regelmässig vor, spricht man nicht mehr von einer einzelnen Panikattacke, sondern von einer Angststörung. Besonders häufig treten die Panikattacken übrigens nachts auf; die Ursachen hierfür sind noch nicht geklärt.

SOS-Tipps: Was tun bei einer Panikattacke?

Angststörungen lassen sich nur an ihrer Ursache bekämpfen. Man muss der grundlegenden Angst auf den Grund gehen, um vor ihren plötzlich auftretenden Ausbrüchen gefeit zu sein, und eine optimale Behandlung gegen die Panikattacken zu finden. Die so genannte kognitive Verhaltenstherapie hat dabei in den letzten Jahren deutliche Fortschritte gemacht und hilft immer mehr Betroffenen, ihre Angststörung buchstäblich in den Griff zu bekommen.

Ziel der Therapie ist es, den Zusammenhang zwischen der eigenen Gedankenlenkung und den körperlichen Symptomen der Angst erkennbar und kontrollierbar zu machen. In manchen Fällen wird die Behandlung mit Medikamenten begleitet. Die medikamentöse Therapie wird allerdings nie alleinig eingesetzt.

In einer gezielten Therapie gegen Panikstörungen werden den Betroffenen Techniken und Tipps an die Hand gegeben, die bei einer akuten Panikattacke helfen, die Symptome zu lindern. Im Allgemeinen lassen sich aber auch andere Hilfsmittel zur Behandlung einsetzen, um die Angst zu bändigen und gegen Panikstörungen zu kämpfen.

Tipps gegen Angststörungen

  • Langsam atmen: Der Atem spielt eine zentrale Rolle bei der Linderung einer Panikattacke. Betroffene sollten versuchen, bewusst langsam und tief in den Bauch zu atmen. Am besten legst du die Hand auf den Bauch, um zu spüren, wie sich die Bauchdecke bei einer tiefen Atmung auf- und abspannt. Vielen hilft es auch, den Atemtakt durch langsames Zählen zu regulieren. Je kontrollierter und ruhiger man atmet, desto schneller ist die Angst vorbei.
  • Gezielt entspannen: Panikattacken gehen häufig mit einer körperlichen Anspannung einher. Versuch den Spannungszustand deiner Muskeln aktiv zu lockern. Geh dabei gedanklich jeden einzelnen Muskel deines Körpers durch und fordere ihn auf, locker zu lassen.
  • Wasser trinken: Wer im akuten Panikfall ein grosses Glas Wasser langsam, Schluck für Schluck austrinkt, lenkt den Körper dadurch ab und kann die Symptome oft rasch lindern.
  • Ablenkung ist alles: Im Idealfall gelingt es einem bereits beim Aufkommen einer Panikattacke die Gedanken gezielt in eine andere Richtung zu lenken, und die Ängste so gar nicht erst gross werden zu lassen. Auch dieses Vorgehen lernt man in einer Verhaltenstherapie. Wem dies aber noch nicht gelingt, der sucht sich Hilfe. Erlaubt ist alles, was die Gedanken weg von der Panik, hin zu einer entspannten Geisteshaltung zieht. Egal, ob es ein Youtube-Video, Meditation, Fotos deiner Katze oder eine feste Umarmung sind: Hauptsache es bringt dich auf andere Gedanken.
  • Akzeptieren statt kämpfen: In einer gezielten Therapie gegen Panikattacken und Angststörungen lernen die Patienten, dass einen die Angstanfälle zwar übermannen, ihnen aber keine körperlich ernsthafte Erkrankung zugrunde liegt. Die Todesangst ist zwar da, aber objektiv nicht lebensbedrohlich. Wer diesen Unterschied verinnerlicht hat, kann leichter akzeptieren, dass die Ängste in bestimmten Situationen durchaus aufkommen können, aber eben auch schnell wieder vergehen. Nach allerspätestens 30 Minuten hat die Panik ein Ende. Wer diesen Zustand akzeptiert, statt gegen ihn anzukämpfen, wird ihn sogar noch schneller wieder los.

Die Angst hat nämlich immer nur die Macht, die man ihr gibt. Klingt einfach. Und das ist es auch. Nur der Weg, dies auch wirklich zu fühlen, kann hin und wieder etwas steinig sein. Umso wichtiger ist es, sich fachmännische Hilfe zu suchen, wenn man unter Angststörungen leidet, die einen auf diesem Weg begleitet – hin zu einem herrlichen, angstfreien Leben.  

Titelbild: Unsplash 

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