Wenn’s untenrum juckt...Welche Ursachen für Jucken im Intimbereich sorgen

Juckreiz an der Scheide ist unangenehm. Aber zum Glück meistens halb so schlimm. Welche Ursachen es nebst Scheidenpilz für Jucken im Intimbereich gibt.

Juckreiz Scheide: Das hilft bei Jucken im Intimbereich

So ziemlich jede Frau hatte schon einmal Juckreiz an der Scheide. Vielen ist das wahnsinnig unangenehm. Und zwar nicht nur, weil das lästige Brennen und Jucken im Intimbereich stört. Sondern auch, weil es den meisten Frauen peinlich ist, wenn es untenrum juckt. Sie fühlen sich unsauber und sind beschämt. Und das völlig grundlos. Wir machen Schluss mit der Scham. Und mit dem Scheiden-Juckreiz ebenfalls.

So tritt Juckreiz an der Scheide auf

Ein Juckreiz an der Scheide tritt meistens direkt am Scheideneingang auf. Es kann aber auch in der Scheide jucken. Häufig ist das Jucken im Intimbereich auch an den inneren oder äusseren Schamlippen spürbar – also nicht in oder an der Scheide selbst, sondern am Drumherum, der Vulva.

Zusätzlich zum Juckreiz können je nach Ursache Beschwerden beim Wasserlassen entstehen sowie eine optische Veränderung der Haut durch Rötungen, kleine Bläschen, Schwellungen sowie nässende Stellen und vermehrten Ausfluss.

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Ursachen für Jucken im Intimbereich

Das Jucken im Intimbereich kann diverse Gründe haben. Die häufigsten sind:

  • Scheidenpilz: Zu den am häufigsten auftretenden Scheidenpilzen gehört der Hefepilz Candida albicans, drei von vier Frauen haben mindestens einmal im Leben einen Scheidenpilz. Typische Symptome bei Scheidenpilz sind ein starkes Jucken und Brennen, Rötungen sowie ein milchiger Ausfluss, der säuerlich oder sogar leicht nach Hefe riechen kann.
  • Bakterielle Vaginose: Jede dritte Frau hat einmal im Leben eine bakterielle Vaginose, auch Gardnerellen-Infektion genannt. Typisch hierfür sind – nebst Jucken und Brennen – verstärkter, grau-weisslicher Ausfluss und fischartiger Geruch. Zäpfchen von Marken wie beispielsweise Gynial, welche den normalen pH-Wert in der Scheide wiederherstellen können, sind in der Apotheke und sogar online erhältlich.
  • Andere Bakterien: Auch diverse andere durch Bakterien verursachte Krankheiten lösen in der Regel ein Brennen und Jucken der Scheide aus. Darunter Chlamydien, Syphilis und Tripper. Meistens steckt man sich damit beim ungeschützten Sex an.
  • Viren: Auch ein Befall von Viren kann das Jucken in der Scheide verursachen. Bei einer Infektion mit Herpesviren treten nebst dem Juckreiz kleine Bläschen an der Haut auf.
  • Blasenentzündung: Auch als Begleiterscheinung einer Blasenentzündung kann es zu Juckreiz an der Scheide kommen. (Lies auch: Blasenentzündung vorbeugen, erkennen und behandeln)
  • Allergie: Ebenso sind Unverträglichkeiten wie gegen Silikon in Kondomen oder bestimmte Wirkstoffe in Hautcremes eine Ursache.
  • Hormonelle Schwankungen: Ein Jucken in der Scheide kann auch hormonelle Ursachen haben. Beispielsweise bei der Einnahme von Antibiotika, Cortison, der Anti-Baby-Pille oder während der Wechseljahre und einer Schwangerschaft.
  • Stress: Mentaler oder körperlicher Stress kann dazu führen, dass sich die natürliche Säurebarriere der Scheide verändert und so aus eigener Kraft nicht mehr fähig ist, eindringende Keime abzuwehren.
  • Trockenheit: Bei häufigem und langen Kontakt mit zu warmen Wasser, durch Saunagänge oder austrocknend wirkende Seifen, kann es ebenfalls zu einer reduzierten Abwehrfähigkeit des Scheidenmillieus und so zu einem Juckreiz an der Scheide kommen.
  • Mangelnde Hygiene: Natürlich kann auch mangelnde Hygiene oder das Tragen von nicht atmungsaktiver Unterwäsche einen Scheidenpilz oder allgemeines Jucken an der Scheide verursachen. Oft sind es aber eher übertriebene Intimpflege wie zu häufiges Waschen mit zu aggressiven Mitteln, welche die Scheidenflora aus dem Gleichgewicht bringen.

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Jucken an der Scheide: Wann zum Arzt?

Ein Jucken an der Scheide ist unangenehm, sofern es aber nur kurz andauert und der Körper es allein schafft, gegen die Ursache anzukämpfen, ist es medizinisch unbedenklich. In vielen Fällen genügt oft bereits auch der Gang zur Apotheke, in der es nicht rezeptpflichtige Salben, Präparate oder Milchsäurekuren gibt, die das Jucken lindern.

Bist du dir unsicher, ob du eine bakterielle Vaginose oder einen Scheidenpilz hast, gibt es dafür in der Apotheke Schnelltests, etwa von der Marke i say. Sofern nach zwei bis drei Tagen keine Besserung auftritt oder sich die Symptome verschlimmern, sollte eine Ärztin aufgesucht werden.

Behandlung von Scheidenpilz

Vielleicht kennst du für weniger intensive Fälle diesen Naturheilkunde-Tipp: Ein in Naturjoghurt getränkter Tampon, der in die Scheide eingeführt wird, soll die Scheidenflora stabilisieren und so den Juckreiz lindern und sogar Scheidenpilz vorbeugen. Wir raten davon ab, denn mit dem Joghurt können auch ungewünschte Keime in die Vagina kommen und mehr Schaden als Nutzen anrichten.

Hast du einen Scheidenpilz, wird dieser mit Zäpfchen und/oder Salben behandelt. Im Zweifelsfall hilft aber immer der Gang in die Apotheke oder zum Arzt. Mit einem Scheidenpilz ist man nämlich nicht allein; Apotheker und Ärztinnen haben damit täglich zu tun. Gute Besserung!

Titelbild: PavelKriuchkov/iStock

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