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Hot or not Was bringt Cannabis in Kosmetik wirklich?

Immer öfter begegnet uns Hanf in Nahrungsergänzungsmitteln oder auch in Kosmetik. Doch was ist dran an dem Hype? Unser Beauty-Experte verrät, dass Cannabis besonders bei empfindlicher Haut ein Game-Changer sein kann. Denn Cannabisöl oder auch CBD-Öl enthält alle für uns lebensnotwendigen Aminosäuren, welche die Funktionen unserer Zellen steuern. Mit CBD-Öl gelingt es dir, deine Haut schneller wieder ins natürliche Gleichgewicht zu bringen. Worauf du achten solltest.

Frau cremt sich mit CBD-Lotion ein
Produkte mit Cannabis sind gut für sensible Haut. © Laryssa Suaid / Pexels

Das Wichtigste in Kürze: Hanf in Kosmetik

  • Natürliches CBD ist in Kosmetika nur erlaubt, wenn es aus dem Samen und nicht aus dem Hanfkraut gewonnen wird. Mehr
  • CBD in kosmetischen Produkten ist in Form von natürlichem Hanfsamenöl am effektivsten. Mehr
  • Mit Cannabisöl lässt sich Hauttrockenheit reduzieren, die oft für Irritationen und Juckreiz verantwortlich ist. So kann das Öl gegen Neurodermitis und Psoriasis helfen. Mehr
  • CBD-Öl-haltige Produkte bestehen oft aus einer Kombination mit Olivenöl. Ein genauer Blick auf die Inhaltsliste lohnt sich deshalb. Mehr

Die Hanfpflanze «Cannabis Sativa» ist seit Jahrhunderten als Heilpflanze bekannt. In ihr findet man 80 sogenannte Cannabinoide. Diese weisen eine einzigartige chemische Struktur auf, welche ausschliesslich in der Cannabispflanze vorkommen und diese deshalb auch so besonders machen.

Die bekanntesten zwei pflanzlichen Substanzen von Hanf sind dabei Cannabidiol (CBD) und Tetrahydrocannadiol (THC). In der Schweiz dürfen Produkte nur mit einem THC Gehalt unter einem Prozent legal verkauft werden. CBD untersteht im Gegensatz zu THC nicht dem Betäubungsmittelgesetz, weil es keine vergleichbare psychoaktive Wirkung hat. Das heisst aber nicht, dass CBD nach Belieben in kosmetische Produkte beigesetzt werden darf.

Was genau ist CBD?

CBD (Cannabidiol) kann aus verschiedenen Pflanzenteilen der Hanfkrautpflanze gewonnen werden und wird dann als natürliches CBD bezeichnet. Heute gibt es auch schon Verfahren, CBD synthetisch herzustellen. Der Einsatz von synthetischem CBD ist nicht spezifisch geregelt, unterliegt jedoch ebenfalls den allgemein rechtlichen Anforderungen für Kosmetika.

Am häufigsten findet man CBD in Form von Cannabis, Cannabisharz, Cannabisextrakten und Cannabistinkturen. Natürliches CBD ist in der Kosmetik aber nur dann erlaubt, wenn es aus dem Samen und nicht aus dem Hanfkraut gewonnen wurde.

Sind Cannabis-Produkte in der Schweiz legal?

Cannabishaltige Produkte sind noch nicht lange in der Schweiz erlaubt: Im August 2016 hat das erste Schweizer Unternehmen sich für den legalen Anbau von Cannabis registrieren lassen. Ende 2016, als die Schweiz den Verkauf von Cannabis mit einem geringen THC-Gehalt freigegeben hatte, entstanden die ersten Produkte mit Cannabis in der Kosmetik.

Wie wirkt CBD auf der Haut?

Kosmetische Produkte dürfen laut Schweizer Gesetzgebung keine Heilversprechen machen. Die Erkenntnisse des amerikanischen Forschungszentrum Cannabis Science Inc. deuten aber darauf hin, dass der Einsatz von CBD eine «Zellbotenstoffwirkung» besitzt und somit eine positive Zellprogrammierung auslöst. Das kann bei empfindlicher und irritierter Haut helfen. Und genau dieser Effekt macht das CBD besonders interessant für die Herstellung kosmetischer Produkte für sensible Haut.

Frau hält Serum
In Hanfsamenöl sind viele Inhaltsstoffe, die dem Körper guttun © KoolShooters / Pexels

CBD ist in kosmetischen Mitteln am effektivsten in Form von natürlichem Hanfsamenöl, weil es zu 80 % aus essentiellen Fettsäuren besteht. Gerade die essentiellen Fettsäuren Omega-6 und Omega-3 spielen eine wichtige Rolle bei der Prävention degenerativer Hauterkrankungen. Mit Cannabisöl lässt sich zum Beispiel Hauttrockenheit signifikant reduzieren, die oft für Irritationen und Juckreiz verantwortlich ist. Deshalb findet Cannabisöl auch zunehmend Bedeutung in dermatologisch-medizinischen Behandlungen gegen Neurodermitis und Psoriasis (Schuppenflechte). Hinweise auf solche therapeutische Wirkungen sind aber bislang verboten.

Worauf du bei Kosmetikprodukten mit CBD-Öl achten solltest

Produkte, die «CBD-Öl» in den Inhaltsstoffen aufführen, müssen nicht zwingend auf der Basis von Cannabisöl hergestellt worden sein. Es kann sich ebenso um Olivenöl handeln, welchem die Cannabinoide beigesetzt worden sind. Daher solltest du stets auf die Inhaltsstoffe überprüfen und schauen, ob dort die Bezeichnungen «Cannabis Sativa Seed Oil» oder «Hemp Seed Oil» aufgeführt sind. Wenn nicht, handelt es sich um kein reines CBD-Öl.

In welchen Kosmetikprodukten wird Cannabisöl eingesetzt?

Cannabisöl wird in den unterschiedlichsten Kosmetikprodukten wie Reinigung, Serum, Tages- und Nachtcremen und Gesichtsmasken verwendet. Aber auch in Körper- und Haarpflegeprodukten wird das kostbare Öl mittlerweile eingesetzt.

Rolf Stehr hat übrigens ein eigenes Cannabis-Serum, das von Kopf bis Fuss angewendet werden kann. Rolf Stehr ist CEO bei der Stehr Cosmetics AG, gelernter Chemielaborant und Make-up-Artist. Davor beriet er Kosmetikunternehmen bei der inhaltlichen Optimierung ihrer Produkte. Neben seiner Arbeit im eigenen Unternehmen setzt er sein Fachwissen auch bei Talkshows und Kolumnen ein. Für femelle schreibt Rolf seit September 2020.

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