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KlartextWie wir unsere Erwartungen im Beruf gekonnt kommunizieren

Häufig haben wir Erwartungen im Kopf, sprechen sie aber nicht aus. Erwartungen aktiv und offen in den Raum zu stellen, ist jedoch auch ein Reifezeugnis. Dieser Artikel gibt dir Tipps wie du deine beruflichen Erwartungen kommunizieren kannst.

weibliche BEscheidenheit

Erwartungen. Wir alle kennen sie. Endlich kommen wir im Urlaub an und das Hotelzimmer ist nicht so wie erwartet. Die Freundin reagiert nicht so wie erwartet auf die gute Neuigkeit der Beförderung. Oder auch: die Beförderung kommt erst gar nicht so schnell, wie erwartet. 

All diese und viele mehr sind Beispiele, wie unsere Erwartungshaltung unsere Enttäuschung bereits vorprogrammiert. Oftmals sind Erwartungshaltungen auch einfach veraltet, wie zum Beispiel gesellschaftliche Erwartungshaltungen nach dem Motto «gute Frauen opfern sich für ihre Familie auf», oder «starke Männer weinen nicht». Hier gilt es sich über diese Erwartungshaltungen bewusst zu werden, denn nur wenn man sie erkennt, kann jede und jeder für sich entscheiden, ob sie oder er diese annehmen möchte.

Dann wiederum sind gewisse Erwartungen notwendig für ein grundlegendes Funktionieren der Gesellschaft, zum Beispiel die Erwartung andere mit Respekt zu behandeln und behandelt zu werden. 

Erwartungen führen häufig zu einem negativen Denkmuster

Wenn wir uns jedoch auf bestimmte Erwartungen fixieren hat das zur Konsequenz, dass wir häufig in einer negativen Denkspirale stecken bleiben, statt uns auf Taten zu konzentrieren. Jetzt wird es aber wirklich Zeit für meine Beförderung, meine Kollegin wurde schon längst beförder, warum ich noch nicht? So ein Denkmuster raubt uns schnell jeglich Energie, um diejenigen Taten zielstrebig anzugehen und umzusetzen, die uns tatsächlich zur Beförderung bringen.

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Verantwortung für die eigenen Erwartungen übernehmen

Hilfreich um sich aus dieser negativen Denkspirale loszulösen ist folgende Frage: Was kann ich jetzt tun, um zur Erfüllung meiner Erwartung beizutragen? 

«I’ve got the power» würde uns Jim Carrey entgegen rufen. Du bist verantwortlich für die Erfüllung deiner Erwartungen. Mit dieser konstruktiven Denkweise wird es dir leichtfallen Ziele zu setzen, anhand derer du aktiv zu der Erfüllung deiner Erwartung beitragen kannst.

Erwartungen im Beruf

Bist du der Meinung, eine Beförderung verdient zu haben, solltest du über deinen Schatten springen. Viele Frauen schwächen sich mit ihrer Selbstkritik am meisten. Wünsche, Erwartungen und Vorstellungen klar auszusprechen, ist aber ein Merkmal einer reifen Persönlichkeit, ob das nun Karriere oder das Privatleben betrifft.

Gekonnt deine Erwartungen im Beruf kommunizieren: Das musst du beachten

Überprüfe deine innere Haltung

Was auch immer du erreichen willst, prüfe eingehend, ob du selbst wirklich davon überzeugt bist. Wenn du beispielsweise mit Zweifeln, ob du den Lohn nun wirklich verdient hast, eine Gehaltsverhandlung führst, beeinflusst du damit dein Gegenüber auf der non-verbalen Ebene ungünstig. Der grösste Erfolgsfaktor bei Verhandlungen ist die eigene innere Haltung. Vertraue dir.

Wie du deine Selbstzweifel überwinden kannst lernst du in Ellen’s gratis Video Training hier.

Achte auf Körperhaltung, Gestik, Mimik

70 bis 80 Prozent der Kommunikation sind non-verbal. Nur wenn die Körpersprache nicht dem Gesagten widerspricht, sendest du deinem Gegenüber eine eindeutige Botschaft. Bei der Vorbereitung ist es hilfreich, Verhandlungen in Form von Rollenspielen zu üben. Hierfür kannst du zum Beispiel ein professionelles Coaching in Anspruch nehmen, oder auch mit einer Freundin üben. Die Freundin spielt die Verhandlungspartnerin und gibt danach konkretes Feedback zu Körperhaltung, Mimik, Gestik und Sprechweise.

Vermeide Vergleiche

Erfolgsmindernd ist es, die Verhandlung mit einer Opfer-Täter Konstellation zu führen. Dies zeigt sich unter anderem durch unsachliche Argumente, Vergleiche mit anderen oder die Vermittlung des Eindrucks, man fühle sich ständig ungerecht behandelt. Mit diesem Verhalten drängt man das Gegenüber in eine Täterrolle und erreicht das Gegenteil von dem, was man möchte.

Auf Augenhöhe kommunizieren

Weder Unterwerfungsrituale noch Arroganz führen in Verhandlungen zum Ziel. Führe das Gespräch mit Respekt, aber auf Augenhöhe. Sachlich aber mit Überzeugungskraft. 

Entscheidend ist und bleibt aber die innere Einstellung: Nur wenn ich selbst ehrlich davon überzeugt bin, dass ich das angestrebte Ergebnis einer Verhandlung wirklich verdient habe, werde ich auch mein Gegenüber davon überzeugen können und somit einen aktiven Schritt tun, um mir meine eigenen Erwartungen zu erfüllen.

Ellen Million Coaching

Ellen Million. Foto von Mary Fernandez.

Unsere Gastautorin Ellen Million ist Empowerment & Confidence Coach und mit ihren Coaching Sessions und Workshops unterstützt sie weibliche Führungskräfte dabei Klarheit über Karriere & Lebensziele zu erhalten und den inneren Kritiker zu überwinden, um diese zu erreichen. Ihr findet Ellen auf Instagram @ellenmillioncoaching und auf ihrer Website www.ellenmillioncoaching.com.

Titelbild: Unsplash

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