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we see them rollin’Skatergirls – alle Augen auf sie

Nicht erst seit Skaten zur olympischen Disziplin aufgestiegen ist, haben Frauen in diesem Sport beeindruckende Skills. Bisher hat man sie jedoch nur wenig wahrgenommen. Der Durchbruch findet gerade statt: Endlich stehen die Skatergirls im Spotlight.

Skatergirls: Emanzipation auf vier Rollen

Das Bild eines Skaters, der in der Abendsonne über, mit Graffiti besprühte, Beton-Klötze fliegt, hat jeder im Kopf. Denken wir ans Skaten, denken wir automatisch an attraktive Skaterboys – obviously! Aber es ist längst nicht mehr zeitgemäss. Und wenn man sich die Szene einmal genauer ansieht, war dies auch noch nie wirklich zeitgemäss. Skatende Frauen gab es schon immer! Nur waren sie bisher weniger präsent.

Vom Wasser aufs Land: Die Anfänge des Skatesports

Aber fangen wir von vorne an. In den 60er Jahren; jener Epoche, in der das Skaten überhaupt erst in Mode kam. Erfunden wurde der Trendsport im Staat der scheinbar unbegrenzten Lässigkeit – Kalifornien. Dort kamen begeisterte Wasser-Brettsportler, auch bekannt als Surfer, auf die Idee, ihren Sport nicht nur auf dem Wasser, sondern auch an Land ausüben zu können.

Gesagt, getan: So entstanden die ersten Boards mit vier Rollen, die das ultimative Surf-Gefühl auf den Asphalt brachten. Mit dabei: Eine hübsche, junge Blondine namens Patti McGee, die den rollenden Balance-Akt derart gut beherrschte, dass sie den weltweit ersten Profi-Skate-Wettbewerb für sich entscheiden konnte.

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

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Z-Boys-Ära: Skaten wird brutal

Doch das softe Cruisen über Fahrradwege und Bordsteinkanten wurde der rollenden Fan-Gemeinde schnell zu langweilig. Skaten drohte fast schon aus der Mode zu kommen, als sich eine Gruppe junger Boarder zusammentat und dem Sport zu mehr Aufmerksamkeit, aber auch Waghalsigkeit verhalf.

Die Z-Boys waren eine Gang aus Santa Monica, die ihren deutlich aggressiveren Fahrstil in stillgelegten Swimmingpools der Stadt ausgelebt und damit einen neuen Hype erschaffen hatten. Jedoch nicht ganz ohne Nebenwirkungen: Knochenbrüche und andere Verletzungen waren beim neuen Skate-Stil an der Tagesordnung. Und vielleicht auch der Auslöser dafür, dass die Damenwelt auf vier Rollen immer unscheinbarer wurde.

Skaten hatte lange Zeit ein brutales Image, das nicht zuletzt Eltern board-begeisterter Kids schlaflose Nächte bereitet hatte. Vermutlich ist es schlichtweg besorgten elterlichen Verboten geschuldet, dass junge Mädchen mehr und mehr aus der Szene verschwanden.

Softer, dafür erfolgreicher: Skaten wird olympisch

Zum Glück hielt die Phase übertriebener Action-Stunts in der Szene nicht all zu lange an. Bereits wenige Jahre nach der Z-Boys-Ära wurde der Trendsport wieder ruhiger, weniger gefährlich und dafür deutlich ästhetischer und akrobatischer. Neue Sprünge, die von weniger Brutalität, dafür von mehr Geschicklichkeit leben, haben sich in den letzten Jahren immer stärker entwickelt und es letztlich sogar geschafft, den ehemaligen Underground-Sport nach Olympia zu bringen.

Mit dabei immer auch Frauen. Kein Wunder, braucht es für die coolen Moves heute doch wesentlich mehr Körperbewusstsein, Ausdauer und Geschicklichkeit als nur Mut und Kraft.

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Ein Beitrag geteilt von Lex (@drdinokills) am

Skaten als Online-Hype

Und noch etwas hat beim Durchbruch des weiblichen Skate-Sports geholfen: Nämlich soziale Medien, wie Insta oder YouTube, die boardenen Girls die nötige Plattform geben, um ihr Können zu zeigen. Mit Erfolg – wie Szene-Berühmtheiten wie Nicole Hause oder Letícia Bufoni beweisen.

Diese Powerfrauen sind zu echten Online-Stars und gefragten Werbeträgern geworden. Viel wichtiger aber ist, dass die Message, die sie transportieren, doch weit über akrobatische Sprünge und lässige Moves hinaus geht.

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Ein Beitrag geteilt von Autumn California Bailey (@autumnskating) am

Skatergirls verkörpern ein Gefühl der Freiheit, das sie nicht nur über Bordsteinkanten gleiten lässt, sondern vor allem über Hindernisse, die in unseren Köpfen stecken. Egal ob Männlein oder Weiblein. Egal ob Skateboard oder Ballett. Im Leben zählen nicht die Unterschiede, sondern die Gemeinsamkeiten. Denn erst im Miteinander beginnt das Wahre!

Titelbild: Unsplash

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