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Im gleichen TaktSynchron menstruieren: Mythos oder Wahrheit?

Wenn Frauen zusammen leben heisst das: Badezimmer teilen, gute Gespräche in der Küche führen und – gleichzeitig die Periode kriegen. Wirklich? Woher der Begriff «synchrone Menstruation» kommt und was es damit auf sich hat.

Synchron menstruieren: Mythos oder Wahrheit?

Damals als du mit deiner besten Freundin die Sportstunde geschwänzt hast, war die gleichzeitig eingesetzte Periode eine billige Ausrede. Doch mittlerweile ist das synchrone Bluten bei Dir und deiner Mitbewohnerin aber tatsächlich Realität. Wie kann das sein?

Das Phänomen nennt sich synchrone Menstruation und tauchte schon 1971 zum ersten Mal in der Forschung auf. Da beschäftigte sich die amerikanische Psychologin Martha McClintock mit dem Thema und führte eine Studie mit 135 Frauen durch, die im selben Studienwohnheim lebten. Sie fand heraus, dass die monatlichen Blutungen von Frauen, die zusammen wohnen oder viel Zeit miteinander verbringen, sich immer mehr überschneiden. Das sollte gemäss McClintock auf Pheromonen, die sexuellen Lockstoffe, zurückzuführen sein. Die Studie wurde in der wissenschaftlichen Zeitschrift Nature publiziert. Seither wurden die Ergebnisse aber immer wieder kritisiert und Forscher kamen auf gegensätzliche Resultate.

Man kann gemeinsam von der Tampon-Aktion im Supermarkt profitieren und sich gegenseitig heissen Tee kochen.

Eine der aktuellsten Studien, durchgeführt von der Oxford University und der Menstruations-App Clue, untersuchte 2017 den Zyklus von 1500 Frauen, davon 360 weibliche Paare, über drei Monaten hinweg. Es kam heraus, dass der Zeitpunkt der Perioden dieser Frauen eher auseinander driftete, als umgekehrt. Am Ende der Testphase lagen die Blutungen bei 76 Prozent der Frauen weiter auseinander als zu Beginn der Studie. Eine aufkommende Angleichung sei also nur Zufall und McClintocks Behauptung wurde erneut widerlegt.

Auch wenn es medizinisch zwar (noch) nicht belegt ist, dass sich unsere Blutungen mit der Zeit angleichen, hat das Phänomen in der WG auch Vorteile: Man kann gemeinsam von der Tampon-Aktion im Supermarkt profitieren und sich gegenseitig heissen Tee kochen. Und das man die Hormon-Achterbahn nicht alleine fahren muss, ist doch auch schön.

Wissenschaft hin oder her, gemeinsam haben Frauen Power.

Titelbild: unsplash

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