Pixel

Stalkeralarm bei Harry und MeghanStalking: wie kann man sich wehren?

Harry und Meghan wurden von einem vermeintlichen Stalker belästigt. Er brach auf ihr Grundstück ein und wurde festgenommen. Doch was, wenn das einem selbst passiert? Wie du dich als Opfer verhalten kannst und an wen du dich wenden solltest.

Wie geht man mit Stalker*innen um? Auch Meghan und Harry wurden Opfer von Stalking.

Stalking-News: Das Wichtigste in Kürze

  • Harry und Meghan wurden von einem vermeintlichen Stalker belästigt, der zweimal in das Anwesen einbrach
  • Dem Paar steht kein royaler Personenschutz mehr zu
  • Stalking ist in der Schweizer Rechtslage nicht geklärt, die Handlungen von Stalkern können aber bestraft werden
  • Melde deinen Stalker unbedingt der Polizei, um seine Handlungsmöglichkeiten früh einzugrenzen

Die Bilder von Oprah Winfreys Interview mit Herzogin Meghan und Prinz Harry lösten eine Welle der Empörung über das britische Königshaus aus. Neben Rassismusvorwürfen ging es auch darum, dass das Paar keinen royalen Sicherheitsschutz mehr hat, seit es sich von den königlichen Pflichten befreit hat. 

Besonders Harry schien im Interview sehr verärgert – zu Grund, scheint es. Denn nun wurde bekannt: Zweimal soll während den Weihnachtstagen ein Mann bei den Sussexes eingebrochen sein. Dies bestätigten die Stafverfolger des angeklagten Mannes kürzlich gegenüber dem amerikanischen Magazin TMZ. Auch wenn nichts Schlimmes dabei passiert sei, macht sich Prinz Harry Sorgen um die Sicherheit seiner Familie. 

Der Stalker Nickolas B. kam extra aus Ohio angereist – Was genau er von Meghan und Harry wollte, ist unklar. Es ist möglich, dass es sich bei dem 37-Jährigen um einen Stalker handelt.

Jeder kann Opfer von Stalking werden

Auch «harmlose» Taten, die schwer anzuzeigen sind, können Stalkingopfer belasten.

Auch «harmlose» Taten, die schwer anzuzeigen sind, können Stalkingopfer belasten.

Was bei Harry, Meghan oder anderen Personen des öffentlichen Lebens, wie zum Beispiel Billie Eilish, vorkommt, kann auch uns passieren. Stalking fängt oft harmlos an: erst mit zufälligen Begegnungen und Geschenken – dann können Anrufe, Emails, Verfolgungen oder gar Einbrüche folgen. Stalkern ist jedes Mittel der Kontaktaufnahme recht. Die Motive können Rache, Liebeswahn, Hass oder einfach ein innerer Drang sein. 

Stalking: Rechtslage in der Schweiz 

Stalking ist in der Schweiz bisher nicht illegal. Das macht es auch so kompliziert, rechtlich gegen Stalker vorzugehen. Man kann aber zum Beispiel Stalking in Form der Körperverletzung, anzeigen – denn auch ohne sichtbare Übergriffe kann die Psyche eines Menschen durch Stalking verletzt werden.

Was können Stalkingopfer tun?

Brich jeglichen Kontakt zu der Person ab

Oft handelt es sich bei Stalkern um eine Person aus dem Bekanntenkreis – ein enttäuschtes Date zum Beispiel oder eine verflossene Liebe. Gehe nicht auf den Kontakt ein. Mit Stalkern zu reden und sich «auszusprechen» hat meistens keinen Sinn, weil diese jeglichen Kontakt als Bestätigung für ihr Handeln sehen.

Erzähle deiner Familie und deinen Freunden davon

Informiere dein Umfeld und deine Freunde darüber, dass dir eine Person nachstellt oder dich belästigt. Sie können dir einerseits helfen, dich sicherer zu fühlen, andererseits wissen deine Bekannten dadurch, dass sie deinem Stalker (den sie ja eventuell auch kennen) keine Informationen über dich preisgeben dürfen. Sprich auch mit deinen Nachbarn! Sie können wichtige Zeugen sein.

Wechsle deine Nummer

Unerwartet angerufen zu werden, kann unangenehm sein. Telefonterror ist eine echte Belastung für die Psyche. Blockiere deinen Stalker also auf deinem Handy und in jeglichen sozialen Medien. Wenn er oder sie dich über eine andere Nummer anruft, wechsle deine Handynummer und deine Festnetznummer. 

Hinweise verbergen

Durch eine Story mit deinem Lieblingskaffee verrätst du deinem Stalker, wo du bist.

Durch eine Story mit deinem Lieblingskaffee verrätst du deinem Stalker, wo du bist.

Um deinen Stalker loszuwerden solltest du vorerst nichts auf sozialen Medien teilen. Über deine Story lässt sich schnell erfahren, mit wem du unterwegs bist und wo du dich aufhältst. Auch wenn dein Stalker blockiert ist, kann er über die Profile gemeinsamer Freunde eventuell herausfinden, was du machst. Falls er oder sie Zugang zu deinen Accounts hat, dann ändere auf jeden Fall das Passwort.

Melde den Stalker bei der Polizei

Stalker nehmen die Realität oft anders wahr. Ablehnung kann für sie Bestätigung bedeuten. Melde also auffälliges Verhalten der Polizei, auch wenn es dir zunächst nicht gefährlich, sondern unangenehm scheint. Denn es kann gefährlich werden oder eskalieren. Dann können Anrufe, Emails, Verfolgungen oder gar Einbrüche folgen. Einbruch, sexuelle und physische Gewalt sind Mittel, die Stalker nutzen, um Kontakt aufzunehmen. Wenn du deinen Stalker früh bei der Polizei meldest, grenzt du seine oder ihre Möglichkeiten ein.

Anlaufstellen bei Stalking in der Schweiz

  • Jeder Kanton hat eine Beratungsstelle für Stalkingopfer – hier findest du deine
  • Mehr Informationen findest du unter der Website der Kriminalprävention CH
  • Führe auch ein Stalking Tagebuch, damit du bei einer Anzeige genaue Angaben zu Kontakt und heiklen Situationen machen kannst (eine Vorlage findest du hier)

Titelbild: Youtube, Bilder: Getty Images

 

Mehr dazu