Die Dos und Don'ts für langes Haar beim Haare wachsen lassen

Die besten Profi-Tipps für's Haare wachsen lassen

Foto: Aveda (aus der Natural Elemts Collection)

Waschanleitung für langes Haar

Das beste Pflegeprodukte nützt aber nichts, wenn man nicht weiss, wie man Haare am besten wäscht. Die meisten Shampoos sind Konzentrate, die sparsam dosiert werden wollen. Man schäumt sie mit Wasser in der Hand auf und shampooniert damit lediglich den Ansatz, der Schaum, der dabei entsteht, genügt vollkommen, um auch die Längen zu reinigen. Übrigens: Das Wort Shampoo leitet sich nicht ohne Grund vom indischen Wort «champo» ab, was soviel bedeutet wie «massieren». Massagen stimulieren die Durchblutung der Haarwurzeln und damit auch den Wachstumsprozess des Haares. Beim anschliessenden Conditioner sind die Haargesetzte dagegen genau umgekehrt. Sparen Sie den Haaransatz aus und massieren Sie die Pflegespülung vor allem in die Längen und die Spitzen ein.

No Poo? Haare wachsen lassen ohne waschen

Man hört immer wieder von Hollywood und seinen Schönheiten, dass Haare waschen sowieso schlecht für die Haare sei. Anhänger des «No Poo»-Trends schwören auf das natürliche Eigenfett der Haare. Es soll nach drei bis vier Wochen Haare in neuem Glanz und kräftiger denn je erscheinen lassen. Allerdings ist dies ein beschwerlicher Weg und wird mit der ersten Shampoo-Wäsche sofort wieder zunichte gemacht. Grundsätzlich ist häufiges Haare waschen auch gar nicht schädlich, solange man seine Haare nicht überpflegt und durch ständiges Styling mit Hitze (Fön, Glätteisen, Lockenstab) überstrapaziert. Waschen Sie also nach Bedarf. Wer zu fettigem Haar neigt oder sich unwohl fühlt, sollte seine Haare also auch jeden Tag waschen dürfen, ohne Glanzeinbussen zu befürchten. Nutzen Sie bei einer täglichen Haarwäsche und sehr feinem und eher fettigerem Haar vor allem milde Pflegeprodukte (am besten ohne Silikone).

Eine haarige Sache: Hitze und Styling

Styling ist der Freund jeder Ausgangsfrisur, aber der Feind des gesunden Haarwuchses. Ob aus dem Wasserhahn, Föhn oder dem Glätteisen, die damit einhergehende Hitze strapaziert das Haar, trocknet es aus und macht es brüchig.

  • Waschen Sie Ihre Haare deshalb bevorzugt mit handwarmer Temperatur, für einen kleinen Frischekick und Extraglanz darf es auch gern mal mit richtigem kaltem Wasser gespült werden.
  • Wer nicht auf Föhn, Glätteisen und Lockenstab verzichten mag, sollte Hitzeschutzspray vor dem Styling verwenden.
  • Auch gibt es inzwischen hochwertige Styling-Geräte, die das Haar schonender trocken und formen, wie zum Beispiel Haartrockner mit Ionen-Technologie oder keramikbeschichtete Glätteisen.
  • Beim Trocknen sollten Sie von oben nach unten in Haarwuchsrichtung zu föhnen, um die äussere Schuppenschicht der Haare zu glätten.
  • Bei Glätteisen und Lockenstab ist zügiges Arbeiten empfohlen. Besonders die Haarspitzen sollten der Hitze nur kurz ausgesetzt werden. Beim Locken eindrehen empfiehlt es sich deshalb, die Haare vom Ansatz beginnend einzudrehen.

Beautyfood: Nahrungsergänzung für schnelleren Haarwuchs

Lange galten Biotin und Kieselerde als Wundermittel für schnelles Haar- und Nagelwachstum. Inzwischen raten viele ehemalige Anhängerinnen vom regelmässigen Gebrauch bzw. Selbstmedikation wieder ab. Denn wenn sich der Körper einmal an eine hohe Biotin- oder Kieselerdezufuhr gewöhnt, braucht er sie. Lassen Sie sich daher bei Bedarf von einem Arzt beraten.

Und ob Nahrungsergänzung grundsätzlich nachhaltig helfen kann, ist bislang auch immer noch nicht erwiesen. Vermeiden Sie daher lieber die Risiken und Nebenwirkungen, aber auch die Kosten, die durch unerforschten Wachstumsversprechen entstehen, denn sicher ist, wenn Sie sich gesund und ausgewogen ernähren, müssen Sie sich bei einem normalen Haarwachstum sicherlich keine Sorgen machen.

Sonnenschutz für die Haare

Sonnengeküsste Haare sehen zwar nach Urlaub aus, sind in Wahrheit aber purer Stress für das Haar. UV-Strahlen greifen nämlich nicht nur die Farbpigmente der Haare, sondern vor allem ihre Substanz an. Raue, brüchige und stumpfe Strähnen sind nämlich auch die Folge von zuviel Sonne. Wer seine Haare wachsen lassen will, schützt sie daher vor der gefährlichen Strahlung. Hüte und Tücher wirken dabei ebenso zuverlässig, wie UV-Schutz-Produkte. Gleiches gilt übrigens für Hitze.

Ansonsten hilft leider nur eines, um sich eine Prachtmähne zu züchten: Abwarten und Tee trinken. Am besten übrigens Schwarztee. Auch er soll wie Koffein die Stoffwechselaktivitäten und damit den Haarwuchs anregen. Viel Erfolg.

Vorsicht, Silikone!?

Silikonhaltige Shampoos geniessen inzwischen einen schlechten Ruf. Sie sind biologisch nicht abbaubar, können Allergien auslösen und das Haar beschweren und verkleben, so dass Pflegestoffe gar nicht mehr ins Haarinnere gelangen. Dabei enthält etwa jedes zweite Shamppoo und etwa 90 Prozent aller Conditioner Silikone. Aus gutem Grund. Denn Silikone umschliessen das Haar wie ein Film, machen es weicher und lassen es glänzender erscheinen.

Allerdings zeigt sich dies nur an der Haaroberfläche. Haarexperten warnen trotzdem davor Silikone grundsätzlich zu verteufeln, denn es gäbe durchaus nützliche Silikone für bestimmte Haartypen. Hochwertige Silikone werden beispielsweise bei stumpfen, gelockten oder sehr strapazierten Haaren empfohlen. Wer feines und fettiges Haar hat, sei aber mit silikonfreiem Shampoo besser beraten.

Besonders problematisch für das gesunde Haarwachstum werden Silikone nämlich dann, wenn sie nicht wasserlöslich sind, sich also nicht mehr auswaschen lassen. Der sogenannte «Build-up-Effekt» entsteht, da sich bei nicht-wasserlöslichen Silikonen Silikonschicht über Silikonschicht ablagert. Deshalb sollte man darauf achten nur Haarpflegeprodukte mit wasserlöslichen Silikonen benutzen.

Aber wie soll das der Laie erkennen? Ein guter Wegweiser sind die Endungen der Inhaltsstoffe. Die Endungungen –cone und –xane deuten auf Silikone hin. Naturkosmetika mit BDIH-Logo sind grundsätzlich ohne Silikone.

Wer sich die Mühe sparen will, greift gleich zu silikonfreien Produkten (z.B. Weleda Rosmarin Shampoo, Kérastase Cristalliste Shampoo, Swiss O Par Milch und Honig Shampoo, L’Occitane Repair Shampoo). Auch eine Silikonpause mir reinigenden Shampoos kann helfen.

In der untenstehenden Liste haben wir die bekanntesten und unterschiedlichen Silikone in einer Tabelle aufgeführt:

Nicht-wasserlösliche Silikone: Dimethicone, Cetearyl Methicone, Cyclomethicone, Cyclopentasiloxane, Dimethiconol, Stearyl Dimethicone, Trimethylsilylamodimethicone, Cetyl Dimethicone

Wasserlösliche Silikone: Cyclomethicone, Cyclopentasiloxane, Lauryl Methicone Copolyol, Dimethicone Copolyo, Polysiloxane, Dimethicone copolyol/HWP, Hydroxypropyl

Titelbild:Brooke Cagle/Unsplash

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