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Gleich und gleichÄhnlichkeit bei Paaren – ein Gesichtsleser nennt Gründe

«Diese zwei Liebenden sehen sich aber ähnlich!» Es heisst ja, gleich und gleich gesellt sich gerne. Ist das so? Gesichtsleser Eric Standop erklärt, dass dieses Gefühl weit mehr mit gleichen Gesichtszügen zu tun hat und verrät dazu, wie man bemerkt, wann sich jemand in uns verliebt.

Ähnlichkeit in der Beziehung: Das sind die Gründe

Schon mal aufgefallen, dass sich Paare oft irgendwie ähnlich sehen? Neben gleichen Interessen haben sie auch die selbe Nasen- oder Lippenform. Aber irgendwie ist da noch ein gewisses Etwas, dass einen stutzig macht. Wir haben den Experten in Gesichtslesen, Eric Standop, gefragt, was dahintersteckt.

Herr Standop, heisst gleich gestrickt sein auch gleich aussehen?

Gesichtslese-Techniken aus China, Südamerika, Ägypten, Japan, Indien und Europa besagen alle, dass sich Merkmale mit dem Wesen zuordnen lassen. So geht man davon aus, dass wenn beide gleich ticken, müssen sie auch optisch gleiche Wesensmerkmale haben. An US-Universitäten wird mehr und mehr zu diesem Thema geforscht.

Mit Merkmalen meinen Sie die Nase, den Mund, das Kinn… was spielt denn sonst noch eine Rolle?

Unser Gesicht hat 43 Muskeln, die mit dem Gehirn verbunden sind. Egal was wir oben veranstalten – es hinterlässt eine Spur in unserer Mimik. Spannend wird es bei Partnern, die sich länger kennen. Während der Beziehung werden viele Momente geteilt und diese gemeinsamen Erlebnisse im Kopf gespeichert. Somit haben beide Partner einige Regale genauso gefüllt wie der andere. Greifen sie in diese Regale, verändert sich die Mimik bei beiden ähnlich.

Verlieben wir uns denn in unser Spiegelbild?

Oder in das totale Gegenteil. Jedenfalls suchen wir danach, was wir gerade brauchen. Aber ja, unser Spiegelbild hat es oft leichter mit uns in Kontakt zu treten.

Warum gesellt sich gleich und gleich gern?

Ich habe mehrere Gesichtslese-Theorien kennengelernt, darunter eine kolumbianische. Die liest heraus, dass wenn man sich einen Partner sucht, der ähnlich gestrickt ist, bedeutet das, dass man sich in der Beziehung einen sicheren Hafen wünscht und sich ausserhalb des Liebesnests weiterentwickeln will. Das geht aber auch umgekehrt.

Der gegensätzliche Spruch lautet ja «Gegensätze ziehen sich an».

Genau. Wenn der Partner total anders ist, finden Herausforderungen in der Beziehung statt, bei denen man sich auf Kompromisse einlassen muss. Die Ruhe besteht dann ausserhalb der Beziehung, zum Beispiel im Job. Bei beiden Varianten herrscht ein gewisses Gleichgewicht, ein YinYang wie es im chinesischen Gesichtslesen heisst.

Verlieben wir uns in ein bestimmtes Merkmal?

Wir verlieben uns zu 90% in die Augen und zu 10% in den Mund. Es gibt gewisse Momente, da merkt man vielleicht, der andere verliebt sich gerade in einen. Das erkennt man am Dreiecksblick. Wenn der Blick vom anderen ständig von einem Auge zum anderen geht, runter zum Mund und wieder zum Auge. Da verbindet sich jemand immer mehr mit dir. Das zeigt sich auch, wenn die Pupillen während des Gesprächs immer grösser werden. Frauen stimulieren beim Prozess des Verliebens oft ihre Oberlippe, mit der Zunge oder dem Finger.

Sehen Sie sofort, wenn jemand frisch verliebt ist?

Das ist schwierig zu erkennen und höchstens bei einer sehr nahstehenden Person möglich. Bei meinem Bruder würde ich das erkennen. Das hat mit der Ausstrahlung zu tun. Das ist kaum greifbar und im Gesicht nicht zu erkennen, weil da spielen Komponenten wie Hormonausschüttung, Botenstoffe oder Hautspannung eine Rolle. Es kommt auch vor, dass wenn ein Paar lange zusammen ist und gleich tickt, es mit der Zeit eine gemeinsame, also eine Paarausstrahlung, entwickelt. Auch da bekommt das Umfeld das Gefühl von, «du siehst genau so aus wie dein Partner».

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Eric Standop

Eric Standop hat vor 16 Jahren seine Karriere in der Unterhaltungsindustrie aufgegeben und hat sich seither der Kunst des Gesichtslesens gewidmet. Unterdessen ist er Meister, kennt Gesichtslese-Techniken aus aller Welt und ist Gründer der Face Reading Academy. Sein letztes Buch «Ich sehe dich» erschien im Herbst im Gräfe und Unzer Verlag.

Titelbild: Pexels, Bild Eric Stanop: zvg 

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