Aloha, Aloe!Wirkung, Herstellung und Anwendung von Aloe Vera Gel

Sonnenbaden, Rasieren, Mückenstiche – wer seiner Haut im Sommer etwas Gutes tun will, setzt auf das feuchtigkeitsspendende Multitalent Aloe Vera. Doch nicht in jedem Aloe Vera Produkt steckt die erhoffte Wirkung auch wirklich drin. 

Die Wirkung der Aloe Vera Pflanze

So wie sich die Aloe Vera Pflanze dank ihres Gels vor dem Austrocknen in der Wüste schützt, sollen ihre Bestandteile auch die menschliche Haut davor schützen können. Tönt logisch, ist aber Quatsch! Schliesslich sind wir selbst keine Wüstenpflanzen, die Wochen überleben können ohne einen einzigen Tropfen Wasser zu trinken.

Aber wenn wir uns die Zusammensetzung des Aloe Vera Gels anschauen, kann das was für die Wüste notwendig ist, auf unserer Haut jedenfalls nicht schlecht sein. Die positive Wirkung des Aloe Vera Gels für die Haut ist Wissenschaftlich erforscht und bewiesen. Dabei ist es allerdings wichtig zwischen Aloe Vera Gel und dem Aloe Vera Harz zu unterscheiden. 

Direkt zur Anleitung, wie du Aloe Vera Gel selber herstellst.

Aloe Vera Pflanze

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Bild: dangdumrong/iStock

Die Echte Aloe (Aloe Vera) gehört zur Familie der Liliengewächse.

Die Pflanze stammt ursprünglich von der arabischen Halbinsel, wo sie viele Monate ohne Wasser auskommen musste. Daher ist die Aloe Vera auch unter dem Namen Wüstenlilie bekannt.

Mittlerweile findet man die Aloe Vera in vielen subtropischen und tropischen Regionen der Welt. 

Heute sind über 250 Arten der Aloe bekannt. Als Heilpflanzen können jedoch lediglich drei bis vier genutzt werden.

Unterschiede Aloe Vera Gel und Aloe Vera Harz

Während das Gel die Haut pflegt und hilft, leichte Wunden zu heilen, wirkt das Harz auf Magen und Darm – und dabei vor allem abführend. Weil das Aloin im Aloe Vera Harz unter Verdacht steht, in zu hohen Mengen krebserregend und erbgutschädigend zu sein, ist davon eher abzuraten.

Das leichte Aloe Vera Gel enthält Vitaminkomplexe, Enzyme, Aminosäuren und Mineralien, die die Haut befeuchten, regenerieren und oberflächliche Wunden verheilen lassen. Das tut unserer Haut besonders nach dem Sonnenbaden und Rasieren gut und hilft auch gegen juckende Mückenstiche oder bei kleinen Brandwunden. Und dank seiner entzündungshemmenden und antibakteriellen Eigenschaften kann es gleichzeitig Hautirritationen, Ekzeme, Zahnfleischentzündungen und Akne lindern.

Lies auch: So bereitest du dein Haut auf die Sonne vor.

Aloe Vera Gel: Wirkung und Verwendung

Im Gel der Wüstenlilie steckt eine kleine Hausapotheke. Kein Wunder also, dass dieser Alleskönner aus der Natur in den unterschiedlichsten Kosmetika steckt.

Wirkung des Aloe Vera Gels

  • befeuchtend
  • entzündungshemmend
  • antibakteriell
  • reizmildernd
  • kühlend
  • wundheilend

Anwendungsgebiete 

Aloe Vera Produkte: Was wirklich hilft und was wir uns sparen können

Duschgels, Shampoos und Körperlotionen berufen sich auf die pflegenden Zusätze aus der Aloe Vera. Und nicht selten begegnen uns Aloe Vera Produkte auch im Lebensmittelladen.

Joghurts, Säfte und Tees mit Aloe Vera sollen nicht nur unsere Haut von Aussen pflegen, sondern uns auch von Innen gesünder machen. Aber nicht alle Produkte können ihre Versprechen halten.

Aloe Vera für die Haut

Aloe Vera wirkt am besten auf der Haut, wenn es möglichst naturbelassen und frisch ist. Allerdings lässt es sich naturbelassen nicht lange konservieren. Nach etwa zwei Wochen ist das Gel verdorben. Die Konsistenz ist etwas klebrig und schleimig.

Der Wohlfühleffekt steckt bei Aloe Vera deshalb vor allem in der Wirkung und Anwendung, weshalb wir die Herstellung meist Profis überlassen. Die Kosmetikindustrie behilft sich dabei aber oft einiger Tricks, die teilweise die Wirkung der Aloe Vera schmälern.

Die im Laden angebotenen Gels werden meist mit Verdickungsmitteln vermischt und erhitzt. Dabei gehen die wertvollen Inhaltsstoffe zum grössten Teil verloren. 

Und wichtig für die Wirkung ist natürlich auch die Menge des im Kosmetik-Produkt enthaltene Aloe Vera Gels. Kleiner Tipp: Je weiter vorne ein Inhaltstoff steht, desto mehr davon ist enthalten. 

Lies auch: Wie Kokosöl deine Haut verschönert.

Von auszuspülender Kosmetika wie Duschgel oder Shampoo in denen Aloe Vera steckt, ist keine Wirkung aus der Heilpflanze zu erhoffen. Beides bleibt zu kurz auf der Haut und den Haaren. Nur wenn Crèmes, Gels oder Lotions mit Aloe Vera in die Haut einziehen können und die Qualität stimmt, können die pflegenden Inhaltsstoffe der Aloe Vera Pflanze für uns wirken.

Aloe Vera als Drink

Aloe Vera zu trinken, könnte hingegen einen Versuch wert sein. Die Versprechen klingen jedenfalls wundervoll: Aloe Vera soll beispielsweise Krebszellen am Wachsen hindern, unser Blut reinigen oder Entzündungen und Schmerzen bei Arthritis lindern.

Wer schon mal puren Aloe Vera Saft getrunken hat weiss jedoch, dass er bittere Medizin ist. Und passieren wird auch nichts, ausser, dass man vielleicht Magenprobleme bekommt. Denn Aloe Vera wirkt abführend.

Die besten Pflegeprodukte mit Aloe Vera

Darauf solltest du beim Kauf von Aloe Vera Produkten achten

Viel hilft viel: Je höher die Konzentration des Aloe Vera Gels im Pflegeprodukt, desto besser. Achte auch darauf, dass möglichst wenige oder besser gar keine Zusatzstoffe verwendet wurden. Auf einem Bio-Siegel kann man erkennen, ob es sich beim Produkt um eine biologisch angebaute Aloe Vera Pfalnze handelt. 

Wie du dein eigenes Aloe Vera Gel herstellst

Wer die heilende Wirkung der Aloe schätzt, holt sich die kleine Hausapotheke einfach ins Haus. Denn Aloe Vera Gel lässt sich natürlich auch frisch von der eigenen Pflanze ernten.

Die meisten von uns würden dafür einfach ein Aloe-Blatt abschneiden, den Saft herauspressen und ihn auf die Haut geben. Das wirkt, ist aber auch eine kleine Verschwendung des wertvollen Aloe Vera Gels.

Mit dieser Methode kriegst du mehr aus deiner Pflanze:

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Bild: Kameliq/iStock

1 Wenn die Aloe Vera erntereif ist (etwa nach drei Jahren), wählst du am besten ein äusseres Blatt und schneidest es so dicht wie möglich am Stamm mit einem scharfen Messer ab. Damit die Pflanze aber schön nachwachsen kann, sollten immer etwa 12 Blätter stehen bleiben.

2 Lege das Blatt für einige Minuten schräg in eine kleine Schale, damit der Saft auslaufen kann.

3 Jetzt wird das Aloe Vera Blatt mit einem scharfen Messer auf einem Schneidebrett filetiert. Auf diese Weise bekommst du besonders viel Gel aus der Aloe Vera Pflanze und vermeidest, dass das Aloin aus dem Aloe Vera Harz nicht im Gel landet.

5 Nun teilst du das Blatt in eine Vorder- und eine Hinterseite, indem du es der Länge nach in der Mitte durchschneidest.

6 Höhle mit einem Löffel oder Buttermesser sowohl das schleimige Gel als auch das innere Gel, das etwas fester erscheint, aus. Dabei hilft es, wenn du das Gel leicht aber gezielt herunterdrückst.

7 Das Aloe Vera Gel kannst du jetzt in einen luftdichten Behälter aus Glas oder Plastik im Kühlschrank für etwa zwei Wochen aufbewahren. Am besten eignen sich braune oder grüne Fläschchen aus der Apotheke, weil sie wenig Licht durchlassen (Licht zerstört wertvolle Antioxidantien im Aloe Vera Gel). Dasselbe gilt übrigens auch für deine Cremetiegel im Badezimmer.

8 Wenn du das Aloe Vera Gel länger konservieren möchtest, kannst du fein zerbröseltes Vitamin C und einen Tropfen Vitamin E hinzumischen. Neben der längeren Haltbarkeit verhindern die Vitamine auch, dass sich das Aloe Vera Gel nicht bräunlich verfärbt.

Lies auch: Hier geht's zu unserem grossen Heilpflanzen-Guide. 

Aloe Vera Pflanzen zuhause: Pflege, Zucht und Anwendung

Wer die Aloe Vera Pflanze nicht nur zur Zierde, sondern auch als Heilpflanze halten möchte, braucht nicht unbedingt einen grünen Daumen. Das solltest du aber beachten:

Standort und Erde: Stelle eine junge Aloe Vera am besten an einen schattigen Platz in einen grosszügigen Topf mit sandigem, gern kalkhaltigem und trockenem Boden. Die Erde sollte schön durchlässig sein, damit das Wasser immer abfliessen kann und keine Staunässe entsteht.

Wenn die Aloe Vera Pflanze etwas gewachsen ist, hat sie es dagegen gern sonnig.

Frost und feuchte Luft mag sie aber nie, weshalb sie, wenn sie draussen gedeihen soll, einen regen- und windgeschützten Platz braucht und im Winter (unter 10 Grad Aussentemperatur) drinnen einen Unterschlupf braucht.

Lies auch: 12 Zimmerpflanzen, die ohne viel Licht auskommen. 

Giessen: Wichtig ist, dass die Aloe Vera nie nass gehalten wird. Giesse daher lieber zu wenig, als zu viel.

Im Winter reicht es, wenn du die Aloe Vera etwa alle vier bis sechs Monate giesst. Im Sommer reicht es, wenn der Pflanzenballen ganz leicht feucht ist.

Düngen: Gedüngt wird die Aloe Vera nur im Sommer. Und zwar alle zwei bis vier Wochen. Wer die Aloe Vera auch innerlich, beispielsweise für Saft anwenden möchte, sollte Biodünger verwenden.

Titelbild: Kameliq/iStock

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