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Curly girlDauerwelle: Meine Erfahrung mit einer permanenten Haarumformung

Die Dauerwelle zaubert glatten Haaren schöne Locken, sollte aber gut überlegt sein. Ich erzähle euch von meinem Haar-Experiment mit der permanenten Haarumformung.

Die Dauerwelle im Test

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in Traum von Volumen und wunderschönen Locken wird mit der «permanenten Haarumformung» wahr. Beim Thema Beauty-Trends ist das Thema Dauerwelle ist wohl nie vom Tisch. Vor dem inneren Augen entsteht direkt das Bild der ikonischen Frisur aus den 80ern oder von der Grossmami im Coiffeursalon. Natürlich bieten die Salons mittlerweile eine moderne Dauerwelle an – die schönen permanenten Wellen liegen total im Trend, vor allem feine Haare bekommen dadurch dauerhaft tolles Volumen (bis die Dauerwelle sich aushängt oder rauswächst).

 

Perfekte Beach Waves ohne Aufwand! Auch ich war im Sommer völlig im Dauerwellen-Fieber. Ich wollte natürliche Locken. So unbedingt, dass mir jegliche Warnungen im Internet und von SpezialistInnen egal waren. Einmal im Kopf wurde ich die Idee nicht mehr los. Das Problem? Ich hab von Natur aus glatte feine Haare – und davon ziemlich viele. Sprich, extra Volumen hab ich nicht unbedingt nötig. Die Prozedur hat, weil ich so viele Haare habe, lange gedauert und war dementsprechend teuer.

Schonend ist die permanente Welle nicht gerade, deshalb sollte sie gut überlegt sein.

Welche Länge sich eignet:

Kleiner Tipp: die Dauerwelle sieht vor allem bei Bob-Frisuren oder mittellangen Haaren schön aus. Aber auch bei kurzen Haaren, kann sie schön voluminös und natürlich wirken. Für lange Haare, länger als 30 cm, eignet sich die Dauerwelle eher nicht. Denn die Locken hängen sich schneller aus, weil sie so schwer sind und wirken strähnig. Lass dich auf jeden Fall von deinem Coiffeur beraten, mit grossen Wickeln erreicht man grosse Locken – Wer sich ein solches Ergebnis wünscht, ist mit der Frisur bestimmt zufrieden.

Prozedur: So wurde ich zum Curly Girl

Leichte permanente Wellen erreicht man durch die permanente Haarumfomung.

 

Meine Haare wurden schon das ein oder andere Mal getönt und reichten mir etwa bis zur Brust. Die Warnung meines Coiffeurs, dass das Ergebnis keine voluminösen Locken wie bei Julia Roberts in «Pretty Woman» sein würden, ignorierte ich. Insgesamt hat die Prozedur der alkalischen Dauerwelle etwa drei Stunden gedauert.

Nach dem Waschen wurden mit einem chemischen Mittel die Schwefelbrücken in meinen Haaren gelöst. Dadurch wird die Haarstruktur aufgebrochen. Let me tell you, das Mittel stinkt wirklich schlimm. Statt vom Ansatz an zu wickeln, fing der Coiffeur erst in den Längen an, damit es natürlich wirkt. Das ganze hat so lange gedauert, weil ich sehr viele Haare habe. Die fixierten Wickler wurden dann mit einem Oxidationsmittel, (zum Beispiel Wasserstoffperoxid) bearbeitet, damit sich wieder eine Struktur bildet. Durch die Wickel werden die Haare lockig, die Welle ist ready.

Das Mittel wurde gut ausgewaschen und mit einer Kur versorgt. Et voilà, jetzt mussten meine Haare nur noch lufttrocknen. 

Das Styling danach:

Nach der permanenten Umformung brauchen die Haare vor allem eines: Ganz viel Pflege und Feuchtigkeit. Sprich, du brauchst ein Shampoo für strapaziertes Haar, das deine Locken mit Nährstoffen versorgt und am besten auch hochwertige Spülungen, Kuren und Lotionen. Mein grosser Fehler: Ich habe meine Haare viel zu oft gewaschen. Kein Wunder, es war Sommer und ich war jeden Tag baden. Trotzdem ist es ratsam, die Haare nur alle vier Tage zu waschen denn sonst verlieren die Locken ihre Sprungkraft.

Das Ergebnis:

Ich hatte tolle Beach Waves die super natürlich wirkten. So natürlich, dass sie kaum jemandem auffielen ausser mir. Anfangs war ich wirklich begeistert davon, weil ich im Sommer einfach aus dem Bett stolpern konnte und meine Haare bereits perfekt gestylt waren. Kein nerviges Kämmen mehr! Ein weiterer Vorteil ist, dass die Haare Sonne aufnehmen und so aufgehellt werden. Der Sommer-Look ist dadurch garantiert. Frisuren kann man mit der Dauerwelle trotzdem machen und auch glätten ist kein problem. Der Trick ist, Hitzeschutz zu verwenden, denn die chemische Dauerwelle hat dein Haar stark beansprucht und verlangt danach Feuchtigkeit.

Nachteile:

Ich hab bei der Pflege einfach zu viel falsch gemacht und war ungeduldig. Im Sommer gefiel mir der natürliche Look, im Herbst war ich genervt. Die leichten Wellen waren schneller weg als gedacht. Nach wenigen Wochen war es irgendwie nichts Halbes und nichts Ganzes mehr, weder lockig noch glatt (was sicher auch an der falschen Pflege lag).

Irgendwann griff ich zum Glätteisen oder kämmte die Locken mit einer Bürste raus, ein grosses No-Go bei der Haarpflege. Statt einer Haarbürste sollte man stets einen groben Kamm benutzen. Es ist schwer, zu sagen, wie lange die Dauerwelle gehalten hätte. Die Haare waren einfach super strapaziert. Nach zwei Monaten war ich selbst so genervt davon, dass ich einer Freundin die Schere reichte und sie dem ganzen ein Ende bereitete. Manchmal ist das eben der bessere Weg. Ich habe meine Lektion gelernt und würde es vermutlich nicht wieder tun.

Titelbild Taylor Deas-Melesh Unsplash, Bild Dahiana Waszaj Unsplash.

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