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Kupfer sei DankWie die Kupferkette hormonfreie Verhütung sicher macht

Keine Lust auf die Pille? Die Kupferkette von Gynefix ist die sicherste, hormonfreie Verhütungsalternative am Markt. Leider hat sie einen Haken.

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Die meisten von euch haben sicher schon mal von der Kupferspirale gehört. Ein 2-3 cm langes T-förmiges Stäbchen, das mit einem Kupferfaden umwickelt vom Frauenarzt in die Gebärmutter eingesetzt wird. Auf Grund der Grösse und des schmerzhaften Einsetztens der Kupferspirale, schrecken aber viele Frauen vor dieser Verhütungsmethode zurück.

Gerade für junge Frauen und Frauen, die noch kein Kind geboren haben, kam die Verhütungsmethode auf Grund der eher kleinen Gebärmutter ohnehin nur in Ausnahmefällen in Frage. Dabei ist Kupfer eine der besten Alternativen, wenn man hormonfrei verhüten möchte. Zum Glück gibt es inzwischen die Kupferkette.

Die Kupferkette auch unter dem Herstellernamen Gynefix bekannt, nutzt genau wie die Spirale die zuverlässige, spermientötende Eigenschaft von Kupfer. Im Gegensatz zur Spirale ist die Kupferkette in ihrer Form jedoch kleiner und flexibler, sie besteht lediglich aus einem dünnen Nylonfaden an dem vier bis sechs Kupferzylinder angebracht sind. Dadurch kann die  Kupferkette auch bei jungen und kinderlosen Frauen eingesetzt werden und ist deshalb grundsätzlich erstmal für alle Frauen attraktiv. 

Kupferspirale und Kupferkette im Vergleich.

Ganz links zeigt sich die ursprüngliche Kupferspirale und formhalber, warum die schmale Kupferkette in der Mitte inzwischen bevorzugt wird. Rechts: T-Kupferspirale. Bild: Gynefix

Wie die Kupferkette wirkt

Hier hängt die Verhütung sprichwörtlich am kupfernen Faden. Das Kupfer in den am Faden befestigten Kugeln wirkt toxisch auf Spermien und verhindern durch Veränderungen der Gebärmutterschleimhaut, dass Spermien die Eizelle befruchten oder sich eine befruchtete Eizelle einnisten kann. Daher ist Kupferkette übrigens auch ein zuverlässiger hormonfreier Ersatz für die Pille danach.

Wie sicher ist die Kupferkette (Pearl Index)?

Die Kupferkette ist mit einem Pearl-Index von 0,1 bis 0,5 eingestuft worden. Umgerechnet bedeutet das, dass im Schnitt weniger als eine von Hundert Frauen im Jahr mit der Kupferkette schwanger werden.

Damit gehört die Kupferkette neben Hormonimplantaten und Hormonspirale zu den zuverlässigsten Verhütungsmethoden. Zum Vergleich: Die Antibabypille liegt bei 6 bis 9 Schwangerschaften im Jahr, Kondome und Natürliche Familienplanung (Sensiplan) bei weniger als 18.

Die Kupferkette gilt, sofern sie korrekt eingesetzt wurde, als äusserst sichere und bequeme Verhütungsmethode, die einen langfristigen Schutz von bis zu 5 Jahren gewährleistet.

Da sie ohne Hormone auskommt, bleiben psychische Nebenwirkungen wie Depressionen und Libidoverlust aus. Auch der Knochenstoffwechsel wird nicht durch Hormone belastet und das Osteoporose-Risiko verringert sich. Das Kupfer der Kupferkette besitzt darüber hinaus eine keimhemmende Wirkung, welche sich positive auf den Verlauf bakterieller Infektionen auswirkt.

Ein weiterer Vorteil der Kupferkette ist, sie ist nicht nur sicher, sie greift auch nicht in den Zyklus ein. Das heisst, sobald die Kupferkette entfernt wurde, kann man den Kinderwunsch sofort Wirklichkeit werden lassen.

Die Nachteile der Kupferkette liegen insbesondere beim Einsetzen. Vor allem in den ersten Tagen nach dem Einsetzen der Kupferkette können Blutungen und Schmerzen auftreten. Auch unangenehme bis hin zu schmerzhafte Krämpfe können Folgen des Eingriffs sein.

Eine weitere Nebenwirkung der Kupferkette, ist die je nach Typ stärker ausfallende Menstruationsblutung am Anfang der Gewöhnungszeit. Die Mens wird stärker und kann sogar ein zwei Tage länger dauern.

Im Normalfall sollte sich diese unerwünschte Nebenwirkung nach spätestens einem halben Jahr wieder legen. Bei sehr starken Menstruationsblutungen kann es allerdings sein, dass die Kupferkette wieder entfernt werden muss.

Was kostet die Kupferkette in der Schweiz?

Die Kosten für Eingriff, Kupferkette von Gynefix und Nachkontrolle variiert zwischen 350 und 500 Franken.

Auf 5 Jahre gerechnet ist die Kupferkette gegenüber der Pille die günstigere Alternative.

Kupferkette einsetzen und entfernen

Gerade weil das Einsetzen und entfernen der Kupferkette schwierig ist, empfiehlt es sich unbedingt hierfür einen Frauenarzt der Ärztin aufzusuchen, die Erfahrung damit hat. Ohnehin dürfen Gynäkologen diesen Eingriff nur machen, wenn sie dazu eine Schulung besucht haben.

Beim Einsetzten verknotet der Arzt den Faden mit Hilfe einer feinen Nadel im Muskel der Gebärmutterwand. Hört sich schmerzhaft an und ist es auch. Deshalb gehören eine lokale Betäubung und Schmerzmittel grundsätzlich zur Behandlung dazu.

Wenn die Kupferkette aber korrekt eingesetzt ist und gut vertragen wird, ist sie für die folgenden 5 Jahre ein zuverlässige und bequeme Verhütung. Denn so lange dauert es bis das Kupfer seine Wirkung verliert. Entfernt wird die Kette mit Hilfe des Fadens, der gleichzeitig als Rückholfaden dient. Zuvor muss der Arzt jedoch im wörtlichen Sinne die Knoten lösen.

Wenn die Kupferkette so sicher ist, warum kennen wir sie in der Schweiz kaum?

 In Holland und Belgien gehört die Kette schon lange zu den bevorzugten Verhütungsmitteln und trotzdem hören viele in der Schweiz zum ersten Mal von ihrer Existenz.

Warum? Weil nicht jeder Gynäkologe sie einsetzen kann. Das Einsetzen der Kupferkette gehört nicht zur medizinischen Grundausbildung der Gynäkologen, sie müssen sich diese Technik daher erst in einer speziellen Schulung aneignen.

Zudem ist das korrekte Einsetzen absolute Voraussetzung für die Sicherheit dieser Verhütungsmethode und entscheidend um das Verletzungsrisiko so gering wie möglich zu halten.

Kupferkette vs. Kupferball

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Die Kupferkette ist in Europa schon seit mehr als 20 Jahren zugelassen. Neu auf dem Markt ist hingegen der Kupferball. 

Beim Kupferball ist dagegen keine spezielle Schulung nötig, erklärt Gynial. Der Draht wird mit Hilfe eines dünnen Röhrchens in die Gebärmutter eingeführt und erst dort formt sich der Ball dank einer speziellen Formgedächtnislegierung zum Ball.

Ganz neu auf dem Schweizer Markt ist der Kupferball von Gynial. Beim Kupferball werden 17 Kupferkugeln auf einen elastischen Draht geknüpft und zu einem kleinen Ball geformt, der in die Gebärmutter gelegt wird.

Das Verhütungsprinzip ist mit der Kupferkette identisch, das Einsetzen des Kupferballs soll aber sehr viel angenehmer sein. Denn der Kupferball liegt frei in der Gebärmutter, muss nirgendwo befestigt werden und hat weder Ecken noch Kanten, die schmerzen oder stören könnten. Durch die runde Form, soll der Ball sogar selbst immer wieder in die optimale Lage finden.

In Österreich, wo der Kupferball schon länger zugelassen ist, berichteten allerdings einige Patientinnen in Internetforen, dass ihnen der Kupferball während der Menstruation unbemerkt herausgefallen sei. Auf Nachfrage von Femelle.ch erklärte Rudolf Wessely, Geschäftsführer von Gynial, dass der Kupferball nun von ehemals 12 mm auf 15 mm vergrössert wurde und das dadurch das Problem behoben werden konnte.

Ihr seid neugierig und wollt noch mehr Infos? Unter folgenden Links findet ihr weitere Details zum Kupferball und zur Kupferkette.

Bilder: iStock,Gynial

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