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Ein Verdacht? Müde, schlapp, langsam: Das musst du über Hashimoto wissen

Wenn die Schilddrüse nicht mehr genug Hormone produziert, macht der ganze Körper schlapp. Denn sie ist für den Stoffwechsel und für viele andere Funktionen verantwortlich. Hashimoto führt zur Entzündung der Schilddrüse, wodurch nicht mehr genug Hormone produziert werden. Frauen leiden öfter an Hashimoto als Männer. Betroffene müssen die Hormone mit Medikamenten ersetzen und meist das ganze Leben nehmen. Eine schonende Ernährung kann den Körper unterstützen. Alles, was du über Hashimoto wissen musst.

Eine Frau liegt im Bett
© Getty Images / Maria Korneeva

Hashimoto: Das Wichtigste in Kürze

  • Hashimoto ist eine Autoimmunkrankheit, die eine Unterfunktion der Schilddrüse zu Folge hat. Die Beschwerden lassen sich medikamentös behandeln. Mehr
  • Die Symptome können von Person zu Person sehr unterschiedlich sein. Oft kommt es zur Gewichtszunahme und Verdickung der Haut. Viele Patienten frieren, sind müde und können sich nicht konzentrieren. Alle Symptome
  • Hashimoto kann auch andere Autoimmunerkrankungen auslösen. So zum Beispiel Typ-1-Diabetes oder auch Zöliakie. Mehr
  • Wird Hashimoto nicht behandelt, kann das später Herz-Kreislauf-Erkrankungen nach sich ziehen. Die Beschwerden von Hashimoto lassen sich mit Medikamenten behandeln. Mehr
  • Eine schonende Ernährung kann Beschwerden von Hashimoto ebenfalls lindern und Folgekrankheiten vorbeugen. Diese Lebensmittel tun gut

Bei der Krankheit Hashimoto-Thyreoiditis kommt es zu einer chronischen Entzündung der Schilddrüse. Diese Entzündung folgt auf eine Autoimmunreaktion, wenn der Körper die eigenen Zellen angreift, da er sie für fremd hält. Die Schilddrüse kann aufgrund der Entzündung nicht mehr genug Hormone produzieren. Beschwerden einer Schilddrüsenunterfunktion sind häufig Hautveränderung, Gewichtszunahme und Müdigkeit.

Ist Hashimoto-Thyreoiditis schlimm?

Unbehandelt kann die Krankheit Hashimoto gefährliche Folgen für den Körper haben. Doch mit Medikamenten lässt sich die Unterfunktion gut behandeln, wodurch die Beschwerden in der Regel verschwinden. Heilbar ist Hashimoto nicht.

Symptome: Was passiert, wenn man Hashimoto hat?

Hashimoto hat Einfluss auf viele Körperfunktionen, deshalb können völlig unterschiedliche Symptome auftreten. Betroffene erzählen, dass sie sich allgemein schlapp fühlen, schnell frieren und ständig müde sind. Die Haut kann trockener und dicker werden, in manchen Fällen verdickt sich der Hals weil die Schilddrüse anschwillt (Struma). Auch eine Gewichtszunahme ist in vielen Fällen eine Folge von Hashimoto.

Wird die Krankheit ausgelöst, bleiben die Schilddrüsenhormone zunächst in Takt, obwohl das Schilddrüsengewebe bereits angegriffen und zerstört wird. Das Gewebe, das noch funktioniert steigert anfangs die Hormonproduktion. Dadurch kann es in seltenen Fällen für kurze Zeit bei manchen Betroffenen zu einer Überfunktion der Schilddrüse und dementsprechend zu anderen Symptomen kommen. Die Schilddrüse wird manchmal in Folge der vermehrten Produktion grösser. Mit der Zeit wird aber so viel Schilddrüsengewebe zerstört, dass die Produktion der Hormone nicht mehr ausreicht und die Körperfunktionen beeinträchtigt werden.

Hashimoto-Symptome im Check:

  • Gewichtszunahme
  • Haarausfall
  • vergrösserte Zunge, Heiserkeit
  • niedriger Puls
  • Kälteempfinden
  • Verstopfung
  • Muskelschmerzen
  • geringe Libido
  • Zyklusstörungen, geringe Fruchtbarkeit
  • Schwäche, Müdigkeit
  • Kurzatmigkeit
  • Vergrösserte Schilddrüse
  • Konzentrationsschwäche
  • Depressionen

Ursachen: Was löst Hashimoto aus?

Hashimoto-Thyreoiditis wird durch eine Autoimmunreaktion ausgelöst. Das Immunsystem des eigenen Körpers richtet sich gegen den eigenen Körper und greift bei dieser Krankheit Schilddrüsengewebe an, wodurch sich die Drüse chronisch entzündet. Bei manchen Betroffenen wird das Schilddrüsengewebe so nach und nach durch Bindegewebe ersetzt.

Was genau zu dieser Autoimmunreaktion an der Schilddrüse führt, ist unklar. Ein Grund kann die Genetik sein, auch eine hohe Jodzufuhr kann Hashimoto auslösen.

Welche Folgen hat Hashimoto?

Da es sich um eine Autoimmunreaktion handelt, können auch andere Krankheiten ausgelöst werden. Bei Verdacht sind deshalb weitere Untersuchungen notwendig wie zum Beispiel ein Test auf eine Glutenunverträglichkeit (Zöliakie) oder Typ 1 Diabetes.

Die Behandlung von Hashimoto ist wichtig, da es sonst zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen kommen kann.

Wie lässt sich Hashimoto behandeln?

Da bei Hashimoto nicht genug Hormone von der Schilddrüse produziert werden, muss das Hormon T4 mit einem Medikament ersetzt werden. Der Wirkstoff Levothyroxin oder L-Thyroxin normalisiert den Hormonhaushalt. Es kann zwei bis drei Monate dauern, bis sich der Hormonspiegel wieder eingependelt hat.

In der Regel muss das Medikament lebenslang einmal am Tag genommen werden. Am besten nimmt man das Medikament nach dem Aufstehen auf nüchternen Magen ein.

Wie fühlt man sich bei Hashimoto?

Patienten fühlen sich schlapp, müde und frieren schnell. Teilweise kommt es auch zu depressiven Verstimmungen und Konzentrationsschwäche. Manche sprechen und denken langsamer.

Richtige Ernährung: Was sollte man bei Hashimoto nicht essen?

Lachs auf einem Salat
© Getty Images / YelenaYemchuk

Hashimoto kann andere Autoimmunkrankheiten auslösen. Deshalb empfiehlt es sich, möglichst entzündungshemmende Lebensmittel zu sich zu nehmen. So wird das Immunsystem gestärkt. Jeder zweite Hashimoto-Patient leidet in Folge dessen auch an einer Gastritis A. Hierbei wird die Magenschleimhaut angegriffen, wodurch der Säuregehalt extrem abfällt und Gastrin entsteht. Langfristig kann das zu Tumoren führen, weswegen eine schonende Ernährung wichtig ist.

Auf Gluten verzichten

Wurde eine Glutenunverträglichkeit festgestellt, muss auf Weizen, Dinkel, Gerste und Roggen verzichtet werden. Buchweizen, Quinoa und Amarant sind mögliche Alternativen für eine glutenfreie Ernährung. Je nach Ausprägung der Zöliakie könnne bereits Spuren von Gluten die Magenschleimhaut angreifen, deshalb ist es sehr wichtig, auf die Inhaltsstoffe zu achten.

Wenig Kaffee, starke Gewürze, Fettiges, Gebratenes und Geräuchertes

Im Falle einer Autoimmungastritis solltest du lieber keinen Kaffee mehr trinken, auf starke Gewürze verzichten. Ausserdem sind gekochte Lebensmittel besser für den Magen, als fettige gebratene oder geräucherte Speisen. Ein Glas Zitronenwasser vor jeder Mahlzeit kann ausserdem den Magen unterstützen.

Viel Gemüse, viel Obst, wenig Zucker

Dein Körper braucht viel Gemüse. Am besten bereitest du das mit hochwertigen Ölen zu. Zuckerarmes Obst ist die perfekte Ergänzung. Hier eignen sich zum Beispiel Beeren.

Viel Eiweiss

Eiweiss hilft länger satt zu sein. Gute Quellen für Eiwess sind Fisch, mageres Fleisch, Hülsenfrüchte, Pilze und Milchprodukte.

Selen, Omega-3-Fettsäuren und Antioxidantien

Da die Magenschleimhaut angegriffen wird, können entzündungshemmende Lebensmittel für mehr Wohlbefinden sorgen. Selen zum Beispiel steckt in Lachs, Paranüssen und Champignons. Omega-3-Fettsäuren finden sich in Leinsamen-, Hanf und Algenöl sowie in Lachs. Antioxidative Stoffe stecken in Zimt, Pfeffer, Kurkuma und Kakao.

Probiotika für die Darmflora

Um den Darm zusätzlich zu unterstützen sind Probiotika notwendig. Diese gibt es zum Beispiel in Joghurt, Sauerkraut und Miso-Suppen.

Kein Alkohol und Zigaretten

Alkohol und Rauchen greifen den Magen ebenfalls ein. Deshalb ist darauf zu verzichten.

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