An der Wurzel gepacktWas bei Haarausfall wirklich hilft

Haarausfall kommt bei vielen Frauen vor, ist aber noch lange nicht das Ende deiner Haarpracht. Wer die Ursachen und die richtigen Mittel gegen Haarausfall kennt, muss sich nicht vor Haarverlust fürchten.

Haarausfall stoppen: Alles was Frauen über Alopezie wissen müssen

Lass denn Kopf nicht hängen! Denn längst nicht jeder Haarausfall bei Frauen ist dermatologisch relevant.

Das Verlieren der Haare ist genau genommen etwas vollkommen Normales. Haare befinden sich nämlich in einem ständigen Wachstumsprozess; erst werden sie länger, dann dicker und später fallen sie irgendwann aus. Ein Verlust von 50 bis 100 Haaren pro Tag liegt im Rahmen des Gewöhnlichen. Erst wenn die Anzahl der ausfallenden Haare diesen Durchschnittswert für eine Dauer von mehreren Wochen übersteigt, kann es sich um übermässigen Haarausfall handeln.

Wie stellt man Haarausfall fest?

Wer feststellen will, ob sein Haarausfall das normale Mass übersteigt, tut sich natürlich schwer, die ausgefallenen Härchen täglich zu zählen. Ein besserer Richtwert ist das eigene Gefühl, schliesslich kennst du deinen Körper am besten.

Unsere Empfehlung: Wer einen deutlichen Haarausfall über einen anhaltenden Zeitraum von über drei Wochen bemerkt, sollte den frühzeitigen Besuch beim Dermatologen nicht scheuen. Je früher die Haarausfall-Ursachen erkannt werden, desto besser lässt sich Abhilfe schaffen.

Diese drei Arten von Haarausfall gibt es

Lichter Scheitel: Der anlagebedingte Haarausfall

Im Fall des medizinisch relevanten Haarverlusts unterscheiden Dermatologen drei Arten von Haarausfall. Der so genannte anlagebedingte (androgenetische) Haarausfall ist bei rund 90 Prozent der Betroffenen die Haarausfall-Ursache. Während Männer an Stirn und oberen Hinterkopf lichter werden, wird bei Frauen vor allem die Partie des Scheitels schütter.

Bei beiden Geschlechtern liegt der Grund in einer angeborenen Überempfindlichkeit der Haarwurzeln gegenüber des Sexualhormons Testosteron. Bei Frauen kann vor allem der abrupte Östrogenabfall nach einer Geburt oder in der Menopause ein Ausgehen der Haare bedingen.

Da diese Hormon-Sensibilität angeboren ist, lässt sich androgenetischer Haarausfall zwar nicht vermeiden; die Behandlungsmöglichkeiten sind inzwischen aber vielfältig. Als besonders effektiv gelten Kopfhauttinkturen mit Alfatradiol, Aminexil oder Minoxidil.

Kopfhaut schimmert durch: Der diffuse Haarausfall

Beim sogenannten diffusen Haarausfall ist der Haarverlust gleichmässig über den Kopf verteilt. Die Ursache für diffusen Haarverlust liegt meist in einer unzureichenden Nährstoffversorgung der Haarwurzeln – mit der Folge, dass diese auf Dauer verkümmern, die Haare ausfallen und das Nachwachsen ausbleibt. Mögliche Auslöser sind körperliche Belastungen wie schwere Infektionen, Stress, Medikamente, allgemeiner Nährstoffmangel oder eine Schilddrüsenfehlfunktion. Auch radikale Diäten sind nicht selten Schuld am Haarschwund.

Fachärzte können aber in der Regel die spezifischen Auslöser für diffusen Haarausfall rasch feststellen und so eine gezielte Behandlung einleiten. Vor allem Vitamin- und Aminosäurepräparate bringen schnelle Linderung.

Büschelweise Verluste: Der kreisrunde Haarausfall

Die dritte Form des Haarausfalls wird von Medizinern Alopezia areata genannt. Plötzlich auftretende, kreisrunde Kahlstellen sind typisch für diese Form des Haarleidens. Der kreisrunde Haarausfall tritt eher selten auf, weshalb seine Ursache auch noch nicht gänzlich bekannt ist.

Mediziner vermuten, dass Defekte im Immunsystem eine wesentliche Rolle spielen. Auch entzündete Haarwurzeln können die Ursache für Alopezie bei Frauen sein. Die gute Nachricht ist aber: Bei frühzeitiger Behandlung lässt sich mit Medikamenten oft eine rasche Linderung erreichen.

Sonderfall: Saisonaler Haarausfall

Keine gesundheitliche, sondern eine natürliche Ursache hat der saisonale Haarausfall. Vor allem im Frühling und im Herbst kann es hierbei zu einem verstärkten Ausfallen der Haare kommen.

Wissenschaftler vermuten, dass die sich ändernden Lichtverhältnisse und Temperaturen hierbei die Haarausfall-Ursache sind. Glücklicherweise hält dieses Phänomen aber in der Regel nicht länger als drei bis vier Wochen an und normalisiert sich auch ohne Behandlung von allein.

Haarausfall stoppen: Alles was Frauen über Alopezie wissen müssen

Bild: Katarina Šikuljak/Unsplash

Was hilft gegen Haarausfall?

Medizinisch relevante Formen von Haarausfall benötigen auch immer eine medizinische Behandlung. Unterstützend kann aber auch jede selbst aktiv werden und das Haarwachstum mit einfachen Mitteln fördern.

1 Muntermacher-Massage: Das Wort Shampoo leitet sich nicht ohne Grund vom indischen Wort «champo» ab, was soviel bedeutet wie «kneten».

Massagen stimulieren die Durchblutung der Haarwurzeln, die wiederum aktiviert damit auch den Wachstumsprozess der Haare. 

2 Gute Ernährung, bessere Haare: Über die Nahrung nehmen wir Vitamine und Nährstoffe auf, die ins Blut gelangen und so auch die Haarwurzeln mit Energie versorgen. Wer Haarausfall stoppen will, isst daher vermehrt Lebensmittel wie Spinat, Nüsse und Hülsenfrüchte.

All diese Nahrungsmittel sind nämlich reich an Vitamin B, welches nachweislich die Stoffwechselprozesse der Haarwurzeln stimuliert.

3 Spezial-Pflege: Moderne Pflegemittel arbeiten mit leistungsstarken Wirkstoffen, die Haare auf unterschiedlichste Weise zum Spriessen bringen sollen.

Relativ neu ist der Einsatz von Stemoxydine. Dabei handelt es sich um ein biomimetisches Molekül, das die neogene Phase des Haarwachstums – also jene, in der das Wachstum stagniert – künstlich verkürzen soll. Über die Jahre bewährt haben sich aber auch Wirkstoffe wie Koffein, Aminosäuren, Silicium und Zink.

Titelbild: Kinga Cichewicz/Unsplash

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