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Kaugummi und HonigIn diese Plastikfallen tappt fast jeder

Die schlimmsten Plastikfallen sind die, die man mit dem blossen Auge nicht erkennen kann. Das künstliche Material steckt nämlich in mehr alltäglichen Dingen, als wir denken. So lässt sich das Plastik vermeiden.

Hättest du es gewusst? In den meisten Teebeuteln steckt Mikroplastik.

Plastik und Müll sind eine echte Gefahr für die Umwelt und die Natur. Teilweise brauchen Plastikprodukte bis zu hundert Jahre, um endgültig zu verrotten und verschmutzen bis dahin unsere Meere, Wälder und Städte.

Der Plastik-Plage sind sich immer mehr Menschen bewusst und versuchen so gut es geht, auf ein umweltverträgliches Alltagsverhalten zu achten. Ob Strohhalme, To-Go-Becher oder die gute alte Plastiktüte: Viele unnötige Plastikfallen sind bereits in Verruf geraten und werden nach und nach immer stärker durch umweltschonende Alternativen ersetzt. 

Das sind die (Mikro-)Plastikfallen

Wer Plastik auch in seiner kleinsten Form reduzieren will, muss aufpassen. Idealerweise liest man die Inhaltsangaben sämtlicher Produkte, die man im Alltag verwendet. Die Bezeichnungen Polyethylen (PE), Polypropylen (PP), Polyamid (PA) und Polyethylenterephtalat (PET) stehen für Kunststoffe. Wir haben 5 der trügerischen Produkte aufgedeckt.

Kaugummi

Wer hätte gedacht, dass Kaugummi zu einem grossen Teil aus weichgemachtem Plastik bestehen? Zwar gelten die Gummis nicht offiziell als toxische Gefahrenquelle. Dennoch weisen Studien immer höhere Abbauprodukte künstlicher Weichmacher in unseren Organen nach. Gänzlich abstreiten, dass diese Rückstände auch von Kaugummi kommen, kann man nicht. Ebenfalls ein Problem des Plastikanteils in Kaugummis: Die Produkte sind nicht biologisch abbaubar, werden immer noch wahllos in der Gegend ausgespuckt.

Unser Tipp: Vegane Kaugummis, die extra als plastikfrei ausgewiesen sind, erweisen sich als eine gute Alternative und schmecken ausserdem fein.

Teebeutel

Wir kochen uns fast täglich Tee. Was die Meisten nicht wissen: Der Teebeutel ist in vielen Fällen mit Mikroplastik versetzt und kann unser Teewasser ebenfalls mit diesen schädlichen Stoffen anreichen.

Bessere Idee: Wer losen Tee und ein Teesieb verwendet, kann sicher sein, dass er in keine Plastikfalle tappt. Oder aber man verwendet spezielle Bio-Teebeutel, die extra als «kompostierbar» ausgewiesen sind.

Peelings

Die Peelings aus der Drogerie tun unserer Haut gut. Unserer Umwelt hingegen oft nicht. Peelings mit mechanischem Schleifgranulat basieren in vielen Fällen immer noch auf Kunststoffbasis. Ein Blick in die Liste der Inhaltsstoffe gibt in der Regel schnell Auskunft drüber, wie künstlich das Produkt ist.

Wer eine Alternative sucht, findet diese ganz einfach in der Küche: Mische grobes Meersalz mit Olivenöl im Verhältnis 2:1 und schon hast du ein rein biologisches und kostengünstiges Peeling. Eine andere Möglichkeit ist ein Peeling aus verbrauchtem Kaffeesatz – so entsteht kein zusätzlicher Müll. 

Tampons und Binden

Hättest du gedacht, dass Hygieneartikel wie Binden und Tampons zu fast 90 Prozent aus Plastik bestehen? Selbst wenn ein Tampon einen hohen Baumwollanteil aufweist, der Faden und die Verpackung sind meist aus Plastik.

Wer nach einer plastikfreien Alternative sucht, sieht sich im Bio-Markt um oder schaut auf die Inhaltsstoffe. Inzwischen gibt es gute Hygieneprodukte, die komplett auf Kunststoff verzichten. Oder du versuchst es mal mit einer wiederverwendbaren Menstruationstasse – auch das ist eine nachhaltige Alternative.

Anti-Haft-Beschichtungen (Backpapier, Töpfe)

Natürlich ist es praktisch, wenn in der Küche nichts mehr anbrennt. Aber ist es auch umweltfreundlich? Leider nein. Die meisten Anti-Haft-Beschichtungen unserer Töpfe und Pfannen, aber auch Backfolien und Backpapier bestehen aus einer feinen Kunststoffschicht – auf diese Produkte solltest du wenn möglich verzichten.

Wie du diese Plastikfalle umgehen kannst? Ganz einfach, indem du Backbleche mit Butter einpinselst und anschliessend mit Mehl bestäubst – so kann nichts mehr anhaften. Um beim Kochen gilt: Pfannen und Töpfe aus Gusseisen sind die umweltfreundlichere Wahl.

Facts über Mikroplastik 

Bei Mikroplastik handelt es sich um Kunststoffteilchen, die kleiner als 5 Millimeter sind und für den Verbraucher nicht erkennbar in einer Reihe von alltäglichen Dingen stecken. Vermutungen zufolge ist dieses Mikroplastik die grösste aller Plastik-Gefahren für die Umwelt.

Denn anders als bei offensichtlichem Plastikmüll, kommt eine umweltgerechte Entsorgung hierfür gar nicht in Frage. Mikroplastik wird nämlich entweder überhaupt nicht vom Konsumenten wahrgenommen oder gelangt wegen der kleinen Teile auf anderem Wege (Auswaschen oder Abrieb) in die Umwelt.

Zum Beispiel gelangt Mikroplastik beim Waschen durch manche Waschmittel oder Teile unserer Kleidung in den allgemeinen Wasserkreislauf. 

Ein anderes Beispiel: Mikroplastik, das durch Abrieb (z.B. von Turnschuhen, Autoreifen, speziellen Bodenbelägen auf Sport- und Spielplätzen) auf die Strassen, und in die Luft gelangt, wird von Bienen aufgenommen, welche wiederum Honig erzeugen. Spuren von Plastik kann in Honig nachgewiesen werden – und das ist weder gut für die Bienen, noch für uns.

Mikroplastik und die Folgen für die Umwelt

Früher oder später landet das kleine Plastik in den Weltmeeren. Hier wird es dann von Algen und Meerestieren gefressen. Mehr als 10 Millionen Tonnen Plastik gelangen jährlich in die Ozeane und Kosten viele Meerestiere das Leben.

Generell gilt: Es ist vielleicht nicht immer einfach, (Mikro-)Plastik im Alltag zu vermeiden. Aber es ist möglich. Je genauer du hinschaust, umso mehr Plastikfallen wirst du erkennen. Und umso grösser wird dein Beitrag zum Umweltschutz. Ausserdem kannst du vielleicht mal in einem Unverpackt-Laden einkaufen gehen – damit sparst du nicht nur Plastik, sondern es macht auch Spass. 

Titelbild: Getty Images

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