Keine Pille Pille absetzen: Symptome, Nebenwirkungen, Zyklus & Kinderwunsch verständlich erklärt

Vielleicht willst du deinen Körper wieder ohne Hormone erleben, vielleicht planst du eine Schwangerschaft oder vielleicht hast du unter der Pille Nebenwirkungen. Das Absetzen der Pille kann vieles verändern – aber nicht jede Veränderung ist automatisch ein Problem. Hier liest du, was nach dem Absetzen der Pille wirklich passieren kann, welche Symptome häufig sind, was als normal gilt und wann du zum Arzt gehen solltest. 

Pille absetzen Erfahrungen: 12 Nebenwirkungen, mit denen du beim Pille absetzen rechnen musst

Titelbild: Zohre Nemati/Unsplash

Dieser Artikel ersetzt keine gynäkologische Beratung. Wenn deine Periode länger als drei Monate ausbleibt, du starke Schmerzen, sehr starke Blutungen oder schwere psychische Symptome hast, lass dich medizinisch abklären.

Pille absetzen: Das Wichtigste auf einen Blick

  • Du kannst direkt nach dem Absetzen der Pille wieder schwanger werden.
  • Nach dem Absetzen übernimmt dein Körper den Zyklus wieder selbst. Die Blutung ist dann nicht mehr nur eine Abbruchblutung, sondern wieder Teil deines natürlichen Zyklus.
  • Deine Periode kann in den ersten Wochen oder Monaten nach dem Absetzen unregelmässig sein oder vorübergehend ausbleiben.
  • Nebenwirkungen können unter anderem Hautveränderungen, PMS, Regelschmerzen, Stimmungsschwankungen, Zwischenblutungen, Haarausfall oder veränderte Libido sein.
  • Bleibt die Periode länger als drei Monate aus, solltest du zuerst einen Schwangerschaftstest machen und dich dann gynäkologisch beraten lassen.
  • Wenn du keinen Kinderwunsch hast, kläre die nächste Verhütung am besten vor dem Absetzen.

Rund um das Absetzen der Pille kursieren viele Geschichten: von strahlender Befreiung bis zu regelrechter Panik. Beides greift zu kurz. Die Pille kann Beschwerden wie Akne, starke Blutungen oder Regelschmerzen dämpfen. Nach dem Absetzen verschwinden diese Effekte – und genau deshalb wirken manche Veränderungen so abrupt. Nicht, weil dein Körper «entgleist», sondern weil er wieder zyklisch arbeitet.

Wichtig ist auch: Die Pille bleibt nicht monatelang in deinem Körper. Die Hormone verlieren ihren empfängnisverhütenden Effekt rasch. Zeit braucht vielmehr die körpereigene Hormonachse, um wieder regelmässig Eisprünge und Blutungen zu steuern. Genau darin liegt die eigentliche Umstellungsphase.

Was passiert im Körper, wenn du die Pille absetzt?

Die Pille unterdrückt den Eisprung

Die kombinierte Antibabypille verhindert in erster Linie den Eisprung. Gleichzeitig verändert sie den Schleim am Gebärmutterhals und beeinflusst die Gebärmutterschleimhaut. Solange du sie nimmst, läuft dein Zyklus deshalb nicht im natürlichen Rhythmus ab, sondern unter hormonischer Steuerung von aussen.

Abbruchblutung ist nicht dasselbe wie natürliche Periode

Die Blutung in der Pillenpause ist meist eine sogenannte Abbruchblutung. Sie entsteht, weil die Hormonzufuhr pausiert. Nach dem Absetzen der Pille kehrt – sofern dein Körper wieder ovuliert – der natürliche Zyklus zurück: mit Eisprung, Schleimveränderungen, möglicher PMS-Phase und einer echten Menstruation. Wenn du besser verstehen willst, wie sich Eisprung und fruchtbare Tage im natürlichen Zyklus zeigen können, lohnt sich später auch ein Blick auf Zervixschleim und Eisprung.

Warum Beschwerden zurückkommen können

Viele Frauen stellen erst nach dem Absetzen fest, wie stark die Pille bestimmte Symptome bisher abgefedert hat. Das gilt zum Beispiel für Pickel, Regelschmerzen, starke Blutungen oder zyklusabhängige Stimmungsschwankungen. Wenn diese Beschwerden nach dem Absetzen wieder auftauchen, ist das nicht automatisch ein Zeichen dafür, dass das Absetzen «schlecht» war. Manchmal wird einfach sichtbar, was vorher hormonell gedämpft war.

Die 12 häufigsten Veränderungen nach dem Pille absetzen

1. Du kannst schnell schwanger werden

Eine der wichtigsten Antworten auf die Frage was danach passiert: Der Verhütungsschutz ist weg. Schon im ersten Zyklus kann wieder ein Eisprung stattfinden. Wenn du aktuell keinen Kinderwunsch hast, ist ungeschützter Sex deshalb keine gute Idee.

Was hilft: Kläre vor dem Absetzen, wie du weiter verhüten willst. Kondome sind sofort verfügbar, andere Methoden brauchen Vorbereitung oder Beratung. Welche Möglichkeiten es gibt, zeigt auch der Überblick Hormonfreie Verhütungsmethoden im Vergleich.

Wann abklären: Wenn du ungeschützten Sex hattest und eine Schwangerschaft nicht möchtest, ist rasches Handeln wichtig. In der Schweiz können Apotheken und Fachstellen für sexuelle Gesundheit zur Notfallverhütung beraten.

2. Die Periode kann unregelmässig sein oder ausbleiben

Bei manchen kehrt sie schon nach wenigen Wochen zurück, bei anderen braucht der Zyklus länger. Unregelmässige Abstände, schwankende Blutungsstärken oder auch ein vorübergehendes Ausbleiben sind in den ersten Monaten nicht ungewöhnlich.

Was hilft: Beobachte deinen Zyklus nüchtern, ohne jeden Tag hineinzuinterpretieren. Ein Zyklus- oder Symptomprotokoll kann helfen, Muster zu erkennen.

Wann abklären: Wenn drei Monate lang keine Periode kommt, solltest du zuerst eine Schwangerschaft ausschliessen und dich danach gynäkologisch beraten lassen – besonders dann, wenn ein Kinderwunsch der Grund ist. Was hinter dem Ausbleiben der Blutung stecken kann, wird auch im Artikel zu Amenorrhoe genauer erklärt.

3. Pickel oder Akne können zurückkommen

Haut ist für viele ein grosses Thema – und oft auch der Punkt, der am meisten verunsichert. Vor allem wenn die Pille vorher wegen hormoneller Akne genommen wurde, können Unreinheiten wieder auftreten. Auch Akne ist möglich, weil die Talgproduktion wieder stärker auf körpereigene Hormonschwankungen reagiert.

Was hilft: Halte die Pflege schlicht. Milde Reinigung, nicht zu aggressive Peelings und täglicher Sonnenschutz sind oft sinnvoller als ein hektischer Produktwechsel. Entzündliche oder schmerzhafte Akne solltest du nicht monatelang allein managen.

Wann abklären: Wenn die Akne stark, knotig, schmerzhaft oder nach einigen Monaten unverändert ist, lohnt sich ein Termin bei Dermatolog:in oder Frauenärzt:in. Hinter starker Akne zusammen mit Zyklusstörungen kann auch ein PCOS stecken. Mehr dazu findest du in PCOS: Das solltest du über das PCO-Syndrom wissen und PCOS: Symptome, Diagnose und Behandlung.

4. Die Haut kann fettiger oder empfindlicher werden

Nicht jede Hautveränderung ist gleich Akne. Manche merken nach dem Absetzen vor allem, dass die Haut schneller glänzt, empfindlicher reagiert oder vorübergehend aus dem Gleichgewicht gerät.

Was hilft: Weniger Aktionismus. Gib neuen Produkten Zeit, führe Wirkstoffe langsam ein und überpflege die Haut nicht. Wer zu Reizungen neigt, fährt mit einer minimalistischen Routine oft besser.

Wann abklären: Wenn zusätzlich starke Entzündungen, Juckreiz, Brennen oder andere Hautprobleme auftreten, die nicht zu deiner üblichen Haut passen.

5. Haarausfall kann auftreten

Haarausfall kann vorkommen, meist einige Wochen bis Monate nach dem Absetzen. Häufig handelt es sich um einen diffusen, vorübergehenden Haarverlust als Reaktion auf die hormonelle Umstellung.

Was hilft: Geduld, genügend Energiezufuhr, regelmässiges Essen und ein nüchterner Blick auf den Verlauf. Haare reagieren oft verzögert auf Veränderungen im Körper.

Wann abklären: Wenn der Haarausfall sehr stark ist, länger anhält, kahle Stellen entstehen oder gleichzeitig Müdigkeit, Zyklusstörungen, Akne oder vermehrte Körperbehaarung dazukommen. Dann können in der Praxis zum Beispiel Eisenstatus, Schilddrüse oder hormonelle Ursachen mitgedacht werden. Gerade die Kombination aus Haarausfall, unreiner Haut und unregelmässigem Zyklus sollte auch an PCOS denken lassen.

6. PMS oder stärkere Stimmungsschwankungen können spürbar werden

Zu den häufigsten Symptomen gehören auch psychische Veränderungen. Viele merken erst ohne Pille wieder, wie stark Stimmung, Reizbarkeit, Schlaf oder emotionale Belastbarkeit im Zyklus schwanken. Das kann PMS sein – in stärkeren Fällen auch eine prämenstruelle dysphorische Störung.

Was hilft: Ein Zyklusprotokoll kann entlasten, weil du eher erkennst, ob Beschwerden zyklisch auftreten. Auch Schlaf, Essen, Stress und Belastungen im Alltag spielen mit hinein. 

Wann abklären: Wenn die Stimmungstiefs stark sind, länger anhalten, dein Arbeiten oder Beziehungen beeinträchtigen oder du Gedanken an Selbstverletzung hast, brauchst du sofort professionelle Hilfe. Das gilt unabhängig davon, ob die Beschwerden mit dem Absetzen begonnen haben oder nicht.

7. Regelschmerzen können zurückkommen

Viele Frauen nehmen die Pille auch, weil sie Unterleibsschmerzen, Kopfschmerzen oder Übelkeit während der Menstruation verringert. Nach dem Absetzen können diese Beschwerden wieder sichtbar werden.

Was hilft: Wärme, ausreichend Schlaf, ein sinnvoller Einsatz von Schmerzmitteln nach ärztlicher oder pharmazeutischer Beratung und ein realistischer Blick darauf, wie stark die Schmerzen wirklich sind. Praktische Tipps findest du auch bei Menstruationsbeschwerden.

Wann abklären: Wenn Schmerzen dich regelmässig von Arbeit, Studium oder Alltag abhalten, wenn du Schmerzen beim Sex oder Stuhlgang hast oder wenn Schmerzmittel kaum helfen. Dann solltest du nicht einfach davon ausgehen, dass das «normal» ist. Dahinter kann unter anderem Endometriose stecken.

8. Die Blutung kann stärker, schwächer oder einfach anders sein

Nach dem Absetzen ist die Blutung oft nicht mehr so berechenbar wie in der Pillenzeit. Sie kann stärker oder schwächer sein, länger dauern oder anders aussehen als du es gewohnt warst.

Was hilft: Beobachte nicht nur den Kalender, sondern auch Blutungsstärke, Dauer, Schmerzen und Begleitsymptome wie Schwindel oder Erschöpfung.

Wann abklären: Wenn du Tampons oder Binden sehr häufig wechseln musst, die Blutung länger als ungefähr eine Woche sehr stark bleibt, du dich schwach fühlst oder an Eisenmangel denkst.

9. Zwischenblutungen oder Schmierblutungen können auftreten

Leichte Zwischenblutungen sind in der Umstellungszeit möglich. Manchmal treten sie rund um den Eisprung auf, manchmal in Zyklen, die sich erst neu einpendeln.

Was hilft: Einzelne leichte Schmierblutungen kannst du zunächst beobachten, besonders in den ersten Monaten.

Wann abklären: Wenn Zwischenblutungen wiederholt auftreten, stark sind, nach dem Sex auftreten oder sich für dich klar ungewohnt anfühlen, sollte eine Frauenärzt:in die Ursache klären.

10. Libido und Körpergefühl können sich verändern

Viele Frauen nehmen ihren Körper nach dem Absetzen zyklischer wahr. Energie, Haut, Schleim, Stimmung, Schlaf oder Lust können sich im Monatsverlauf deutlicher verändern. Das ist kein Muss – aber für manche ein wichtiger Schritt, den eigenen Körper besser lesen zu lernen.

Auch die Libido selbst kann sich verändern. Manche berichten von mehr Lust, andere von weniger, viele von gar keiner spürbaren Veränderung.

Was hilft: Beobachte nicht nur Hormone, sondern auch Schlaf, Beziehungsstress, Schmerzen, Vaginaltrockenheit, Erschöpfung und psychische Belastung. Lust ist selten nur eine Hormonfrage.

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Bild: Eva Dang/Unsplash

11. Kopfschmerzen, Migräne oder Brustspannen können sich verändern

Nach dem Absetzen berichten manche Frauen von mehr, andere von weniger Kopfschmerzen, Migräne oder Brustspannen. Auch das hat damit zu tun, dass hormonelle Schwankungen wieder natürlicher ablaufen.

Was hilft: Dokumentiere, wann Beschwerden auftreten – etwa vor der Blutung, um den Eisprung oder unabhängig vom Zyklus. So lässt sich besser einschätzen, ob ein Muster dahintersteckt.

Wann abklären: Wenn Migräne neu auftritt, sich deutlich verschlechtert oder neurologische Symptome wie Sehstörungen dazukommen. Migräne ist auch für Verhütungsentscheidungen relevant und sollte ärztlich besprochen werden.

12. Gewicht, Wassereinlagerungen und Appetit können schwanken

Auch hier lohnt sich eine nüchterne Einordnung. Dein Gewicht kann sich nach dem Absetzen verändern – muss aber nicht. Häufig geht es eher um Wassereinlagerungen, Appetit, PMS, Stress, Schlaf oder veränderte Bewegungsgewohnheiten als um einen direkten und linearen Hormoneffekt.

Was hilft: Beobachte deinen Körper, statt ihn sofort kontrollieren zu wollen. Einzelne Schwankungen sind oft normal.

Wann abklären: Wenn du sehr schnell stark zu- oder abnimmst oder zusätzliche Symptome wie ausgeprägte Zyklusstörungen, Müdigkeit oder starke Stimmungseinbrüche dazukommen.

Timeline nach dem Absetzen: Was passiert wann?

Die ersten Tage

Mit dem Absetzen endet der Empfängnisschutz rasch. Eine Blutung kann folgen, muss aber nicht. Wenn du keinen Kinderwunsch hast, brauchst du sofort eine alternative Verhütung.

Die ersten Wochen

Der Eisprung kann früh zurückkehren. Manche merken Veränderungen bei Zervixschleim, Libido, Haut, Schlaf oder Stimmung. Andere spüren zunächst fast nichts – auch das ist normal. 

Die ersten drei Monate

In dieser Phase zeigt sich oft, wie dein natürlicher Zyklus arbeitet. Blutungsabstände können variieren, die Haut kann reagieren, PMS oder Regelschmerzen können wieder auftauchen. Wenn du schwanger werden möchtest, ist jetzt ein guter Zeitpunkt, Folsäure nach ärztlicher oder pharmazeutischer Beratung einzunehmen und Medikamente oder Impfstatus prüfen zu lassen.

Nach drei bis sechs Monaten

Viele Zyklen haben sich bis dahin etwas eingespielt, aber nicht jeder Körper funktioniert gleich schnell. Wenn weiterhin keine Periode kommt, wenn starke Schmerzen, sehr starke Blutungen, schwere Akne oder deutliche psychische Belastungen bestehen, ist eine Abklärung sinnvoll.

Wann solltest du nach dem Absetzen zur Frauenärztin?

Sofort abklären

  • sehr starke Blutung
  • starke einseitige Unterbauchschmerzen
  • positiver Schwangerschaftstest plus Schmerzen oder Blutung
  • Fieber, übel riechender Ausfluss oder starke Schmerzen
  • Suizidgedanken oder schwere depressive Symptome

In den nächsten Wochen abklären

  • keine Periode nach drei Monaten
  • dauerhaft sehr lange oder stark unregelmässige Zyklen
  • Akne plus Haarausfall plus Zyklusstörungen
  • starke Regelschmerzen
  • Blutungen nach dem Sex
  • Kinderwunsch und ausbleibender Zyklus

Was in der Praxis abgeklärt werden kann

Je nach Situation können Schwangerschaft, Zyklusstörungen, PCOS, Endometriose, Schilddrüse, Prolaktin, Eisenmangel oder andere hormonelle Ursachen mitgeprüft werden. Das ist keine Selbstdiagnose-Liste, sondern eine Orientierung dafür, dass anhaltende Beschwerden ernst genommen werden dürfen.

Pille absetzen bei Kinderwunsch

Kann ich sofort schwanger werden?

Ja. Du musst nach dem Absetzen der Pille nicht grundsätzlich drei Monate warten, bevor du schwanger werden darfst. Viele Frauen können bereits im ersten Zyklus wieder einen Eisprung haben. Ein erster natürlicher Zyklus kann helfen, den Geburtstermin später besser zu berechnen – medizinisch zwingend ist eine Wartezeit aber meist nicht. Bei Vorerkrankungen, sehr unregelmässigem Zyklus oder Medikamenten lohnt sich ein Gespräch mit der Frauenärztin.

Was vor dem Absetzen sinnvoll ist

Wenn Kinderwunsch dein Thema ist, lohnt sich etwas Vorbereitung: Folsäure nach Beratung, ein Blick auf Medikamente, Impfstatus, chronische Erkrankungen, Nikotin- oder Alkoholkonsum und ein realistisches Verständnis dafür, dass es trotz Eisprung nicht immer sofort klappt.

Wann Abklärung sinnvoll wird

Wie früh man abklären sollte, hängt auch vom Alter und von der Vorgeschichte ab. Ab 35 oder bei bekannten Zyklusproblemen ist eine frühere Beratung oft sinnvoller, als lange abzuwarten.

Pille absetzen ohne Kinderwunsch: Welche Verhütung jetzt?

Vor dem Absetzen entscheiden, nicht danach

Der häufigste Denkfehler ist, die neue Verhütung erst dann zu klären, wenn die Pille schon weg ist. Sicherer ist das Gegenteil: erst entscheiden, dann absetzen. Falls du einen konkreten Fahrplan suchst, ist Pille absetzen: Das musst du beachten der praktische Begleitartikel dazu.

Hormonfrei verhüten

Kondome, Kupferspirale, Kupferkette, Diaphragma oder symptothermale natürliche Familienplanung können Optionen sein. Wichtig bei NFP: Verlass dich nicht einfach auf irgendeine App, sondern nur auf korrekt angewendete symptothermale Methoden. Einen Überblick findest du in Hormonfreie Verhütungsmethoden im Vergleich. Wenn du speziell zwischen Kupferspirale und Kupferkette schwankst, lohnt sich der direkte Vergleich dieser Methoden.

Hormonell, aber anders

Nicht jede hormonelle Methode wirkt gleich. Hormonspirale, Ring, Pflaster oder Minipille unterscheiden sich deutlich in Anwendung, Verträglichkeit und Nebenwirkungsprofil. Wenn dich an der Pille vor allem eine bestimmte Nebenwirkung stört, kann eine andere Methode besser passen als ein komplettes Ende hormoneller Verhütung.

Wo du dich in der Schweiz beraten lassen kannst

Gynäkologische Praxen, Apotheken – gerade bei Notfallverhütung – und Fachstellen der sexuellen Gesundheit sind gute Anlaufstellen. Gerade wenn du zwischen Sicherheit, Verträglichkeit und Alltagstauglichkeit abwägen musst, ist eine persönliche Beratung oft hilfreicher als Forenwissen.

Was deinem Körper nach dem Absetzen wirklich hilft

Zyklus tracken, aber ohne Druck

Notiere Blutungsbeginn, Dauer, Schmerzen, Stimmung, Haut, Schlaf, Migräne oder auffälligen Zervixschleim. Das schafft Übersicht – ohne dass du jeden Tag deinen Körper optimieren musst. Wenn du lernen willst, worauf du bei der Beobachtung achten kannst, helfen die vertiefenden Artikel zu Zervixschleim und Eisprung und Eisprung erkennen.

Ernährung: unterstützend, nicht magisch

Der alte Abschnitt zur «Übersäuerung» gehört gestrichen. Medizinisch sinnvoller ist etwas viel Bodenständigeres: regelmässig essen, genug Energie zuführen, Protein und komplexe Kohlenhydrate einbauen, bei starken Blutungen auf Eisen achten und bei Kinderwunsch Folsäure nicht vergessen. Detox- oder Basenversprechen brauchst du dafür nicht.

Haut: früh handeln statt monatelang leiden

Wenn deine Haut stark reagiert, lohnt sich frühe Unterstützung eher als langes Hoffen. Gerade bei akne nach pille absetzen ist ein ruhiger, medizinisch fundierter Plan meistens hilfreicher als ständige Produktwechsel. Wenn zusätzlich Zykluschaos oder Haarausfall dazukommen, sollte auch an PCOS gedacht werden.

Stress, Schlaf und Bewegung

Stress kann Zyklus, Haut, Hunger, Schlaf und Stimmung beeinflussen. Das ist kein Schuldvorwurf, sondern eine Entlastung: Nicht alles, was nach dem pille absetzen passiert, ist ein isoliertes Hormonproblem. Ausreichend Schlaf, Bewegung und Erholung helfen dem Körper oft mehr als jedes «Hormon-Balance»-Versprechen.

Mythen über das Pille absetzen

Mythos 1: Die Pille macht langfristig unfruchtbar

Nein. Die Fruchtbarkeit wird durch die Dauer der Pilleneinnahme grundsätzlich nicht dauerhaft geschädigt. Was sich nach dem Absetzen zeigt, sind eher bereits vorhandene Zyklusmuster oder bisher verdeckte Beschwerden.

Mythos 2: Alle nehmen nach dem Absetzen zu

Nein. Gewichtsschwankungen sind möglich, aber individuell. Eine pauschale Kilo-Prognose ist unseriös.

Mythos 3: Post-Pill-Syndrom bedeutet, dass mit dir etwas nicht stimmt

Der Begriff post-pill-syndrom wird oft als Sammelbezeichnung für Beschwerden nach dem Absetzen verwendet. Er ist aber keine präzise medizinische Diagnose. Entscheidend ist nicht das Label, sondern die Frage, welche Symptome du hast und ob sie beobachtet, behandelt oder abgeklärt werden sollten.

Mythos 4: Wenn die Periode ausbleibt, ist das immer normal

Nein. In den ersten Wochen kann das vorkommen, aber bei mehr als drei Monaten ohne Blutung solltest du Schwangerschaft und andere Ursachen abklären lassen. Wenn dich das Thema betrifft, findest du im Artikel zu Amenorrhoe eine vertiefte Einordnung.

Mythos 5: Hormonfrei ist automatisch besser

Auch das stimmt nicht. Die beste Verhütungsmethode ist die, die medizinisch zu dir passt, zuverlässig ist und in deinen Alltag hineinpasst. Für manche ist das hormonfrei, für andere nicht.

FAQ

Wann kommt die Periode nach dem Pille absetzen zurück?

Oft innerhalb einiger Wochen, manchmal erst nach mehreren Monaten. Wenn drei Monate lang keine Periode kommt, solltest du einen Schwangerschaftstest machen und die Situation gynäkologisch abklären lassen.

Kann ich direkt nach dem Absetzen schwanger werden?

Ja. Ein Eisprung kann schon im ersten Zyklus nach dem Absetzen stattfinden.

Muss ich die Packung fertig nehmen?

Praktisch ist es oft übersichtlicher, eine begonnene Packung fertig zu nehmen. Medizinisch kommt es aber auf das Präparat und auf den Grund fürs Absetzen an. Wenn du wegen Nebenwirkungen oder Beschwerden aufhören möchtest, frag am besten deine Frauenärzt:in oder Apotheker:in.

Was tun gegen Akne nach dem Pille absetzen?

Milde Hautpflege, keine aggressiven Experimente und etwas Geduld sind ein guter Start. Wenn die Akne entzündlich, schmerzhaft oder anhaltend ist, solltest du früh dermatologisch oder gynäkologisch abklären lassen, was dahintersteckt.

Wie lange dauert das Post-Pill-Syndrom?

Sehr unterschiedlich. Viele Beschwerden bessern sich in den ersten Monaten. Wenn Symptome stark sind oder nicht nachlassen, solltest du sie nicht einfach aussitzen.

Ist Haarausfall nach dem Absetzen normal?

Er kann vorkommen und vorübergehend sein. Wenn der Haarverlust stark ist, lange dauert oder weitere Symptome dazukommen, gehört das abgeklärt.

Wann sollte ich zur Frauenärztin?

Bei keiner Periode nach drei Monaten, starken Schmerzen, sehr starker Blutung, Blutungen nach dem Sex, deutlichem Zykluschaos, starker Akne oder psychischer Krise. Auch bei Kinderwunsch und ausbleibendem Zyklus ist eine frühe Beratung sinnvoll.

Quellen

Mehr dazu
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