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Ja, ich will!Was macht eine Wedding Designerin?

Eine Hochzeit soll den Geschmack des Brautpaares widerspiegeln.
Beim Planen des grossen Tages fragt man sich aber schnell: wo fängt man
da an? Hier kommt Natascha Spiekermann ins Spiel. Wir haben uns mit der Wedding Designerin über ihren Beruf unterhalten. 

Wedding Design Weddingplanner Schweiz: Natascha Spiekermann

Wedding Design – Das Wichtigste in Kürze:

  • Eine Wedding Designerin erstellt ein individuelles Hochzeitskonzept für das Brautpaar
  • Hierzu können ein Moodboard, die Einladungen, Farbkonzept, Blumen und die generelle Deko der Location zählen
  • Der Begriff Wedding Design ist jedoch nicht dasselbe wie das Wedding Planning – das Design steht hier im Vordergrund
  • Wir haben uns mit Wedding Designerin Natascha Spiekermann über ihren Beruf und ihre Erfahrungen unterhalten 

Was wäre der Hochzeitstag ohne die magische Atmosphäre und all die Details, in denen man das Brautpaar wiedererkennt? Die kreativen und individuellen Ideen für eine Hochzeit sind grenzenlos. 

Wer bereits selbst geheiratet hat, zu Gast auf einer Hochzeit war oder im Zuge der eigenen Planungen nach Location, Torte und Farbkonzept recherchiert, weiss: Konzepte gibt es viele. Das eigene Konzept soll aber mindestens genauso gut passen wie das Brautkleid

Hierfür holen sich viele Brautpaare Hilfe von einer Wedding Designerin oder einem Wedding Designer. Was das ist? Wir haben das in Basel lebende Nordlicht Natascha Spiekermann über ihren Job ausgefragt:

Natascha, wie genau sieht dein Beruf aus? 

Als Wedding Designerin erstelle ich für meine Brautpaare ganz individuelle Hochzeitskonzepte. Ich lerne meine Kunden möglichst gut kennen und entwickle dann passend zu ihrem Lifestyle und Geschmack ein komplettes Konzept – vom Moodboard über Einladungskarten, Blumen, Dekoration bis hin zu vielen kleinen Details. 

Wie kam es dazu, dass du dich als Modedesignerin und Stylistin schliesslich auf's Thema Hochzeit fokussiert hast?

Ich mochte meinen Job als Fashiondesignerin und Stylistin sehr und dachte auch immer, dass ich meinen Traumjob bereits gefunden habe. Dann nahm ich die Hochzeit einer guten Freundin gestalterisch in die Hand und von diesem Moment wusste ich, dass das meine absolute Leidenschaft ist. 

Wedding Design Weddingplanning: Natascha Spiekermann Basel Schweiz

Von Natascha Spiekermann designte Hochzeitstischdeko 

Letztes Jahr bist du von Hamburg nach Basel gezogen.

Ich liebe Hamburg, doch es war Zeit für einen Wechsel. Zudem konnten mein in Basel lebender Freund und ich uns auf Dauer keine Fernbeziehung vorstellen. In Hamburg lebte ich sozusagen in meinem Lager – zwischen Candybars, Vasen und Girlanden. Als junges Start-up war das vollkommen okay für mich und auch eine sehr wichtige Erfahrung — in Basel habe ich nun aber ein wunderschönes Atelier im SILO und geniesse die Arbeitsatmosphäre sehr.

Wie sieht dein Arbeitsalltag im Atelier aus?

Ich arbeite zuerst immer die Büroaufgaben ab – das ist nämlich etwas, was mir als Kreative nicht so gut gefällt. Sobald das «Unangenehme» am Tag erledigt ist, suche ich mir die schönen Aufgaben: von Konzeptausarbeitung, über Probearbeiten, Dekoartikel bauen bis hin zu Podcast-Aufnahmen. Eigentlich sieht jeder Tag bei mir tatsächlich anders aus — aber kreativ ist er immer!  

Du erhältst einen Auftrag von einem zukünftigen Brautpaar – wie ist der Ablauf?

Als Erstes lerne ich das Brautpaar eigentlich immer bei mir im Atelier persönlich kennen. Hier erfahre ich dann meist auch direkt von den Vorstellungen, welche das Paar zur eigenen Hochzeit hat.

Sollten wir uns dann füreinander entscheiden, gibt es nach der Vertragsunterzeichnung einen zweiten Termin beim Brautpaar zu Hause. So lerne ich Menschen am besten kennen. Mein Ziel ist es nämlich nicht nur eine schöne Hochzeit zu kreieren, sondern eine einzigartige Hochzeit, die zum Brautpaar passt und deren Leben und Lifestyle widerspiegelt. 

Gehst du bei deiner Arbeit immer ungefähr gleich vor?

In der Regel ist der Ablauf immer gleich: vom Kennenlernen über Moodboardkreationen, Konzeptausarbeitungen, die gemeinsame Locationbesichtigung, Probearbeiten bis hin zur Dekoration am Tag der Hochzeit. 

Hochzeiten in der Schweiz können kostspielig werden – wie macht man am besten Abstriche?

Es sollte auf jeden Fall einen Budgetplan geben. Ich empfehle erst mal alles aufzuschreiben, was einem besonders wichtig ist und dann nach Wichtigkeit alle weiteren Dinge, die man gerne hätte. Vielleicht hast du ja auch Freunde, die dich in irgendeiner Art und Weise unterstützen können – sei es beim Hochzeitsauto, der Sängerin, der Torte oder ganz generellen Vorbereitungen – das spart meistens nicht nur Geld, sondern man ist auch froh, wenn man nahestehende Personen an seiner Seite hat, die einen direkt verstehen.

Dennoch ein kleiner Tipp von mir: Teile die Aufgaben gut auf und übergebe nicht die volle Verantwortung an eine Trauzeugin, sondern überlege dir, welcher Gast was übernehmen könnte, damit es für alle stressfrei bleibt und vor allem Spass bereitet. 

Du selbst bist seit kurzem verlobt. Was wird man auf deiner eigenen Hochzeit nicht finden?

Definitiv keine Tauben, Luftballons oder Bettlaken zum Zerschneiden. Meine Mutter liebt solche Traditionen – und wenn ich ihr das nicht genauestens mitteile, wird es sicher irgendwas davon geben. Ausserdem wird es auch keine kirchliche oder freie Trauung an unserer Liebesparty geben. Wir konzentrieren uns auf Essen, Drinks und Musik. 

Welchen Rat gibst du Brautpaaren für ihre Planungen mit auf den Weg?

Entspannt zu bleiben, die tolle Vorbereitungszeit und vor allem den Tag selbst zu geniessen, denn der geht viel zu schnell um. Meine Bräute bekommen kurz vor der Hochzeit eine von mir kreierte Postkarte mit dem Print «Beruhig dich, Braut» und beruhigenden Grüssen zugeschickt. Ich denke, das nimmt schon etwas die Anspannung kurz vorher. 

Was war das Schönste, was du bisher umsetzen durftest?

Eines der schönsten Dinge war eine riesige Blumenwand, die ich hergestellt habe. Es war zwar eine unfassbar aufwendige Arbeit mit Tausenden von Blumen, blutigen Fingern und einer Menge Überstunden — aber all das hat sich mehr als gelohnt. 

Was ist das, was du am meisten an deiner Arbeit liebst?

Ich liebe definitiv den kreativen und handwerklichen Part meines Jobs. Jede Hochzeit ist einfach so unfassbar individuell und fordert mich jedes Mal aufs Neue, das mag ich besonders. Manchmal bin ich so voller Adrenalin, als wenn es meine eigene Hochzeit wäre. Wenn das Brautpaar dann am Ende kommt und meine Arbeit nicht nur extrem wertschätzt, sondern auch begeistert ist, gibt es mir ein unglaublich dankbares und zufriedenes Gefühl. 

Mit ihrem Unternehmen Rosepepper ist Natascha Spiekermann die kreative Unterstützung, wenn es um Dekoration, Papeterie, Blumen, Gastgeschenke und Details geht. Rosepepper findet ihr in der Signalstrasse 37 in Basel.

Zusammen mit Weddingplannerin Julia Otto kreiert Natascha zudem den Podcast Günstig & Protzig, in dem sie von Hochzeiten berichten, Tipps geben und mit spannenden Gästen über deren Erfahrungen plaudern.

Titelbild und Galeriebilder: zvg Natascha Spiekermann

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